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RWE: Ernst Middendorp wird sich nicht verbiegen
"Sich dem Miteinander stellen"

Seit Dienstagmittag geht Ernst Middendorp seine 15. Trainerstation an, der Fan-Zulauf war dementsprechend üppig.

Die Kommandos auf dem Platz waren deutlich. Erst beobachtete der gebürtige Frerener das Geschehen von der Seite, dann mischte er sich ein. RS unterhielt sich mit Middendorp.

Ernst Middendorp, warum RWE?

Ich sehe in dem Projekt die Möglichkeit, viel zu erreichen. Deshalb bin ich hier. Der Verein suchte das Gespräch, will sofort etwas machen, eine andere Variante gab es für mich nicht.

Sie waren bereits als Nachfolger von Heiko Bonan im Gespräch.

Wir hatten ein nettes Gespräch. Letztendlich müssen sich immer zwei einigen. Ich signalisierte meine Bereitschaft, man wählte eine andere Lösung, die fast gut ausging. Der Blick in Richtung gestern ist aber überflüssig. Thomas Strunz und ich kennen uns, deshalb war es einfach, die Basis musste nicht aufbereitet werden. Das ging schnell.

Sie hatten nicht viel Zeit vor Cloppenburg!

Ich benötigte keine halbe Stunde, um alle Akteure zu benennen. Ich sah sie laufen, beschäftigte mich mit Formationen. Ich bin in der Lage, die Spieler einzusortieren. Über Markus Kurth oder einen Sascha Mölders müssen wir uns nicht großartig unterhalten. Es ist nicht schwierig, sich mit den Leuten zu identifizieren und sich festzulegen, in welcher Rolle sie der Truppe am besten helfen können.

Welches Problem konnten Sie bei der Essener Auswahl ausmachen?

Es geht in Essen nicht um die physische Seite, die ist in Ordnung, weil Trainer mit Qualität am Werk sind. Es geht jetzt darum, durch eine andere Ansprache zu kitzeln. Es spielt keine Rolle, viel zu erzählen, sondern wichtig ist, dort etwas einzufordern, wo das Manko liegt. Die Truppe verfügt über mehr Potenzial, als gezeigt wurde.

Wie kommt das wieder auf den Platz?

Es ist keine Frage der Einzelgespräche. Ich habe deutlich gemacht, es würde zu wenig kommuniziert. Wenn einer etwas formuliert, wird relativ schnell gesagt: Was willst Du denn? Da müssen wir ansetzen. Es sind genügend Alternativen da, es geht darum, den richtigen zu ziehen. Es ging erst einmal nur um das Match gegen Cloppenburg und das folgende Donnerstags-Training.

Kennen Sie die vierte Klasse?

Sicherlich ist es notwendig, sich zu orientieren, wie die anderen Klubs aufgestellt sind. Aber es geht für uns in erster Linie darum, die eigenen Stärken anzusprechen. Außerdem hat der aktuelle Trainerstab die Matches alle im Blick. Wir haben genügend Material und Kenntnisse.

Wie wird die Zusammenarbeit mit dem Trainerstab, so mit Co Ralf Außem, weiter gehen?

Ich habe keine Probleme, aktuell gemeinsam in die Arbeit zu gehen. Dann werden wir erkennen, ob es geht, vielleicht sagt Ralf ja: Mensch, dein Gesicht kann ich nicht sehen. Im Moment geht es darum, sich dem Miteinander zu stellen und Kenntnisse professionell zu nutzen. Ich denke jetzt auch nicht daran, den einen oder anderen unterzubringen. Die Auswahl ist da, das Trainerteam auch, ich komme dazu.

Und was haben Sie sofort auf den Tisch gebracht?

Ich habe Vorstellungen, die für Defensive und Offensive formuliert werden, erst einmal ging es jedoch darum, 18 Akteure zu benennen, dann die erste Elf für Cloppenburg. Es muss die Bereitschaft da sein, sich korrigieren zu lassen und selbst auf dem Feld zu korrigieren.

Sie gelten als Reizfigur, bleibt das so?

Ich habe mich in den letzten 15 Jahren nicht geändert, das werde ich auch jetzt nicht machen. Es geht darum, dass wir alle für den Klub tätig sind. Die Truppe hat das aufgenommen. Wenn ich deutlich agiere, dann hat das mit der Sache zu tun, man will niemanden wegknüppeln. Wenn einer vielleicht einmal schlecht gelaunt ist, dann kann ich das auch nicht ändern. Ich warte nicht, wenn ich einen Eindruck bekomme, sondern vermittle diesen. Wenn ich falsch liege, dann können wir anschließend diskutieren, aber wenn ich das Gefühl habe, etwas ansagen zu müssen, dann mache ich das.

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Peter Bosz, Peter Bosz

Kurz Notiert / Amateurfußballnews

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