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Kevin Großkreutz - Der Abstieg eines Weltmeisters

(23) Kommentare
Foto: Firo

Der Ex-Dortmunder Kevin Großkreutz spielt künftig für den KFC Uerdingen. Mit dem BVB war er einst Meister. Danach begann sein Absturz auf Raten.

Am Donnerstagmittag traf Kevin Großkreutz in Hopfgarten ein. Die 5600-Einwohner-Gemeinde liegt in einem Tal inmitten der Kitzbüheler Alpen, der höchste Punkt des Ortes ist der Gipfel des Torhelms im Langen Grund, immerhin 2494 Meter hoch. Hier erlebt der 29-Jährige den bisherigen Tiefpunkt seiner Fußballer-Karriere.

Denn Großkreutz kam nicht zum Urlaub nach Tirol. Er schloss sich dem KFC Uerdingen an, der sich dort auf die Drittliga-Saison vorbereitet. Der Mann, der 2014 zum Kader der deutschen Nationalmannschaft gehörte und deswegen noch amtierender Weltmeister ist. Der mit Borussia Dortmund zwei Meisterschaften und den DFB-Pokal gewann. Der Champions-League-Spiele im Estadio Santiago Bernabeu von Real Madrid und im Emirates Stadium des FC Arsenal bestritt. Jener Mann läuft künftig in Spielstätten auf, die Frimo-Stadion oder Mechatronik Arena heißen, etwa 10 000 Zuschauer fassen und selten ausverkauft sind. In der Dritten Liga halt.

Die Qualität zählt

Dem KFC Uerdingen, eben erst aus der Regionalliga aufgestiegen, ist mit der Verpflichtung ein Coup geglückt. „Wir freuen uns sehr, dass uns dieser Transfer gelungen ist“, freute sich Geschäftsführer Nikolas Weinhart. „Für uns zählt weniger der Name als die spielerische Qualität, die Kevin Großkreutz mitbringt. Er wird die Mannschaft sicher noch einmal enorm verstärken können und bringt viel Erfahrung mit, von der wir profitieren werden.“

Ob auch Großkreutz sich freut? Der Wechsel zu einem Drittligisten markiert eine weitere Etappe des tiefen Absturzes des 29 Jahre alten Weltmeisters – und die wohl letzte Chance, die Karriere wieder in die richtigen Bahnen zu lenken.

Vor fünf Jahren noch war Großkreutz ganz oben, unter Trainer Jürgen Klopp war er beim BVB unumstrittener Stammspieler. Andere waren fußballerisch besser, schneller, schossen mehr Tore – aber Großkreutz spielte trotzdem fast immer. Und 2014, bei der WM, kam er zwar nicht zum Einsatz, kehrte aber doch als Weltmeister zurück – und ließ sich den Pokal auf die linke Schulter tätowieren, die schon die Meisterschale und der DFB-Pokal zierten.

Schon damals entstand beim BVB das Gefühl: Dieser Erfolg war vielleicht doch einer zu viel. Dass der Alleskönner im Mittelfeld ein paar Monate zuvor nach dem verlorenen Pokalfinale sturztrunken in eine Berliner Hotellobby urinierte, hatte ihn schon viel Kredit gekostet. Als er aus Brasilien zurückkehrte, war aus dem Klub zu hören, dass sich der Ur-Dortmunder etwas zu sehr als Weltmeister fühle und auch entsprechend auftrete. Die Fitnesswerte zum Trainingsstart seien katastrophal gewesen.

Katastrophal verlief auch die nächste Saison, für den BVB und für Großkreutz persönlich. Und als 2015 sein Förderer Klopp ging und Tuchel kam, war schnell klar: Eine Zukunft beim BVB gab es nicht mehr, Großkreutz wechselte nach Istanbul zu Galatasaray. Wegen eines Formfehlers konnte er dort ein halbes Jahr nicht spielen – er kehrte im Winter vor lauter Heimweh zurück nach Deutschland. Doch auch beim VfB Stuttgart wurde er nicht glücklich: Dem Abstieg im Sommer folgte der Rauswurf im Frühling, nachdem Großkreutz mit einigen VfB-Juniorenspielern spätnachts im Rotlichtviertel unterwegs gewesen und in eine Schlägerei verwickelt worden war.

Vor einem Jahr unternahm er schon einmal einen neuen Anlauf beim Zweitligisten Darmstadt 98. Dort aber wurde er zum Ende der Saison aussortiert – aus sportlichen Gründen, wie Trainer Dirk Schuster immer betonte.

Familiäre Gründe

Nun also KFC Uerdingen. Für den Wechsel an den Niederrhein sprechen einerseits familiäre Gründe. Mit seiner anderthalbjährigen Tochter Leonie und seiner Freundin Caro wohnt er nun deutlich näher an den Eltern in Dortmund.

Andererseits ist Uerdingen sportlich ambitioniert, der russische Präsident und Mehrheitseigner Mikhail Ponomarew hat schon andere frühere Erstligaprofis wie Maximilian Beister und Stefan Aigner nach Krefeld gelotst.

Hunger leiden müssen sie nicht: Alexander Baumjohann, den der KFC ebenfalls holen wollte, wurde nach Informationen dieser Zeitung ein Monatsgehalt von 30 000 Euro angeboten. Großkreutz dürfte kaum weniger verdienen.

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Kurz Notiert / Amateurfußballnews

KOMMENTARE

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  • Jünther, Jötz und Jürgen 06.07.2018 07:27 Uhr
    Respekt. Dann dürfte Herr Großkreutz sicherlich 40´000,-- - 50´000,-- im Monat kosten. Das in der 3. Liga - dann kommen Lohnnebenkosten und Berufsgenossenschaft - dann kostet ein Großkreutz in den nächsten drei Jahren - Vertrag bis 2021 in Uerdingen - ja mal richtig Geld. ( 2 Mio. ?!?!? )Hoffentlich bleibt der Ponomarev so lange.
  • westkurver 06.07.2018 09:11 Uhr
    Reisserische Schlagzeile.
    Abgestiegen ist der, der im Dschungelcamp Würmer frisst.
    Ich denke eher daß Kevin doch ein Glückskind ist.
    Zu BVB Zeiten hat er sicherlich den Grundstein gelegt niemals in materielle Not zu geraten.
    Der große Showman war er nicht, kein Redenschwinger, nein, nur 90 Minuten Kevin voran!
    Sicher hat er den schnellen Wechsel vom Weltmeister zum normalen Fußballprofi mit Mitte 20 nicht so leicht verknusert. Aber jeder ist anders.
    Und letzlich ist er jetzt ja auch Anfang Herbst der Karriere. Darf ihm da Abstieg, Neuanfang und sonstwas unterstellt werden? Ist es verwerflich, nicht der Beste, sondern nur glücklich sein zu wollen? Vielleicht ist es mehr so etwas wie ein Wechsel in der Lebensführung, weil sich persönliche Wertigkeiten verschoben haben.
    Kevin, hau rein, sei fröhlich, geniesse das Leben, und den Fußball!


    Zuletzt modifiziert von westkurver am 06.07.2018 - 09:20:17
  • Old Man 06.07.2018 09:34 Uhr
    @Westkurver: Toller Beitrag ..... und ich stimme Dir absolut zu.
    Kevin ist und bleibt auf jedenfall eine Bereicherung für die Liga,
    wünsche ihm sehr, dass er die Kurve bekommt...er ist nch einer aus der
    alten Garde der "nicht glattgebügelten" ;-)
  • das ailton 06.07.2018 09:35 Uhr
    was für eine frechheit der artikel. unterste schublade.
    manchmal im leben muss man zwei schritte zurück gehen um dann einen wieder nach vorne.
    wieviele profis ehemals aus der ersten Liga spielen in Liga 3???
    schreibt den artikel doch nochmal.
    sascha mölders ganz unten. werdet ihr wohl nicht. stimmt ist ja aus essen und sollte doch für rwe nochmal spielen?
    wurde ja schon gefeiert dafür von dieser Zeitung.
    typisch dieser spezielle Redakteur.
    bin gespannt wie schnell mein kommentar gelöscht ist.
  • Blatter 06.07.2018 10:48 Uhr
    Also mir fehlt in dem Artikel auch was. Das einer in der 3. Liga endet, ist ja so selten nicht.
    Aber der Verein, der Verein - das ist doch der eigentliche Abstieg...
    Und auch die finanzielle Rechnung hier ist nicht ganz korrekt. Schließlich müssen doch die Rubel-Euro Währungsumtauschgewinne mit eingerechnet werden
  • xxlfan 06.07.2018 10:49 Uhr
    „Kevin Großkreutz - Der Abstieg eines Weltmeisters“

    Ich finde die reißerische Schlagzeile schon etwas unterirdisch.
    Trotz “Abstieg“ gehört Kevin immer noch zu den Besser-Verdienenden.
    Muss man erst einmal schaffen. Als Redakteur schafft man das nicht.
  • Kicko 06.07.2018 11:32 Uhr
    Die Überschrift ist hart, keine Frage. Aber rein faktenorientiert ist der Artikel nicht falsch. Wie soll man es sonst bezeichnen wenn ein noch aktueller Weltmeister und ehemals gestandener Bundesligaspieler in die 3 Liga wechselt. Und hier geht es nicht darum die Karriere ausklingen zu lassen da KG noch im besten Fussballeralter ist.
  • Tschiskale 06.07.2018 11:45 Uhr
    Sportlich war er immer overhyped.. Jetzt ist er vielleicht etwas underrated, aber mit einem Abstieg bei >30.000 Euro Monatseinkommen könnte ich auch leben. Würde ich wahrscheinlich auch einem Zweitligaengagement zu gleichen oder schlechteren Konditionen vorziehen.
  • moselaner 06.07.2018 11:46 Uhr
    der heißt für mich nur noch, Doppelmoral großkreutz.redet über andere Vereine schlecht die von einem mäzen geführt werden und geht dann selber zu einem,nach dem motto,was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.
  • @Jane 06.07.2018 12:28 Uhr
    Klasse Kommentar, westkurver !!!
  • Fortschritt 05 06.07.2018 14:25 Uhr
    Typisch Dilettanten-Dorfblatt RS. Nicht nur, dass dieser "Artikel" wieder unterste Schublade, voller falscher Fakts und stilistisch völlig daneben ist - im Pamphlet vorher werden auch noch diese schreibenden Mülleimer aus dem Netz gezogen, damit´s am Ende richtig stinkt. Grottig und peinlich. Vielleicht schreibt ihr mal nen Artikel über euren journalistischen Absturz, es wäre an der Zeit, denn tiefer runter geht´s nicht mehr!
  • Frömberg6 06.07.2018 14:59 Uhr
    Mal sehen wie lange das gut geht!Kenne wirklich niemanden,der seinem Vornamen soviel Ehre erweist ,
    wie er.
  • BS 06.07.2018 15:57 Uhr
    Jawoll @moselaner
  • igor2000 06.07.2018 17:01 Uhr
    Unverschämte Schlagzeile. Richtig muss es heißen: "Weltclub verpflichtet Weltmeister"
  • superroberto 06.07.2018 23:25 Uhr
    lieber kfc als auf 8 millionenangebot aus mailand warten
  • das ailton 06.07.2018 23:52 Uhr
    @bs doppelmoral???
    wie hiess noch dieser weltverein der als erster überhaupt seine trikotbrust mit werbung zukleisterte??
    günther mast oder Jägermeister sagt dir das noch was?
    doppelmoral eben
  • Der Grotenburger 07.07.2018 07:14 Uhr
    ...was fuer ein arroganter Artikel bezueglich der 3.Liga und auch gegenueber KG, immer schoen drauf !
    Ja, manche Menschen haben halt Schwierigkeiten mit dem Erfolg umzugehen, vor allem in jungen Jahren.
    Ich wuensche Kevin G. viel Erfolg und einen guten Neuanfang beim KFC.
    Ich denke M.Beister hat es gezeigt wie es geht und wer weiss , vieleicht spielt er ja bald wieder erfolgreich in der 2. Liga mit den anderen Jungs !
    Denke er ist in einem tollem Team, guten Kumpeltrainer und nah bei der Familie, das erdet und hilft ! Viel Glueck !!!

    @westkurver 'Guter Beitrag' :-)

    Freue mich auf die 3.Liga !!!
  • Alles für Schalke 08.07.2018 00:57 Uhr
    Mal ehrlich: Sich Weltmeister zu nennen, ohne nur eine Minute gespielt zu haben, ist einfach irreführend. KG ist alles, aber kein Weltmeister. Sich dann den WM Pokal noch auf die Haut tättowieren zu lassen ist in diesem Fall an Peinlichkeit kaum zu überbieten. Aber ein jeder blamiert sich so gut er kann.

    Und an seinem Abstieg gibt es nur einen, da da die Hauptschuld trägt: Er selbst!

    Anzeigen wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung, Volksverhetzung (!), dazu mit Minderjährigen seines damaligen Arbeitgebers in den Puff gehen, saufen und sich dann noch von anderen 16 jährigen verprügeln lassen. Der Abstieg des KG ist weniger sportlich, sondern mehr charakterlich. Und ich bin sicher, da ist die Messe noch nicht gelesen, da kommen ganz sicher weitere Skandale ans Licht...... So gesehen kann man sich nur freuen, dass er wieder im Westen bei einem Verein ist.

    Und bei so einem gehässigen Menschen wie KG kann man seine Schadenfreude kaum zurück halten, haha.
  • Alles für Schalke 08.07.2018 01:09 Uhr
    @das ailton: Dass Eintracht Braunschweig mit Günter Mast als erstes mit Werbung auf dem Trikot auflief (Jägermeister), ist eine weitverbreitete Falschmeldung.

    Richtig ist, dass Wormatia Worms 1967 als erster deutscher Fußballverein mit Trikotwerbung auflief. Bemerkung am Rande: Damit habe ich schon etliche Biere gewonnen ;-) Daher nicht weitersagen, haha.

    Und klar ist das Doppelmoral von KG, wenn er andere Vereine kritisiert, die Mäzene haben, aber selbst nun für Krefeld aufläuft. Abgesehen davon war das aber auch schon vorher eine Doppelmoral, denn im Gegensatz zur Aktiengesellschaft BXB sind andere Mannschaften Vereine. WIe zum Beispiel der große FC Schalke. Und wer für eine Aktiengesellschaft spielt hat das Recht verwirkt, anderen Vereinen Kommerz vorzuwerfen.
  • dr.evel 08.07.2018 04:18 Uhr
    Kevin ist back !!!
    Dortmunder Jungs wir sind alllllleee Dortmunder Jungs .....
    Glückwunsch KFC (Bayer 05 ) also Uerdingen .
    Da habt ihr aber ein Schnapper gemacht .....
  • dr.evel 08.07.2018 04:24 Uhr
    Andere Frage ? Was kostet ein Spiel bei den Zebras .....
  • das ailton 09.07.2018 08:00 Uhr
    @ alles für schalke
    du hast recht mit wormatia worms.
    schriftzug cat für caterpilla.
    sind mit dem trikot anders als braunschweig aber nie in der bundesliga aufgelaufen.
    braunschweig ja auch nur legal weil sie keck den hirschkopf für Jägermeister ins vereinswappen übernommen haben.
    ich war damals braunschweig fan. bernd franke fand ich super
  • das ailton 09.07.2018 08:05 Uhr
    @ alles für schalke
    ja du hast auch recht das schalke keine ag werden soll. finde ich auch gut.
    aber was ist denn tönnies?
    unser Sonnengott heisst halt ponomarev.
    und ohne sonnengott eichberg wäre schalke schon den heldentot in den 80ern gestorben und dahin durchgereicht wo sich mein kfc befand.
    gönn mir mein kurzes glück.
    dir glück auf

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