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Bayern - Frankfurt
DFB verzichtet diesmal auf Showeinlage

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Helene Fischer, DFB-Pokal-Finale.
Foto: firo

Der Verband reagiert auf die Pfiffe gegen Helene Fischer aus dem letzten Jahr. Die Kommerz-Debatte geht weiter.

Diesmal geht der DFB auf Nummer sicher. Die Gefahr, dass Paul Breitner und Charly Körbel beim Finale in Berlin am Samstag in knappen Kleidern auftauchen und einen Schlager zum Besten geben, ist gering. Die Klublegenden werden den Pokal ins Berliner Stadion tragen. Pfiffe? Möglich. Aber aus anderen Gründen.

Präsident Reinhard Grindel hat angekündigt, dass der DFB nach der Kritik an Helene Fischers Halbzeit-Auftritt diesmal auf eine Show verzichten wird. „Wir werden ausschließlich den Fußball in den Mittelpunkt stellen.“
Für Claus Vogt ist das zumindest ein Teilerfolg. „Die Fans haben etwas durch den Protest erreicht. Das ist schön“, sagt der Vorsitzende des Vereins „FC PlayFair!“ dieser Zeitung. „Ob das jetzt immer so sein wird, das muss man abwarten.“ Die Diskussion um den zunehmenden Kommerz im Fußball sei längst nicht zu Ende. „Sie fängt gerade erst an.“

Es war nicht Helene Fischer oder ihr je nach Geschmack atemloser Hit, der die Fans zum Pfeifen brachte. „Die Proteste waren unabhängig davon, wer aufgetreten ist“, sagt der 48-Jährige. „In der Vorwoche musste der Anpfiff von Bayern gegen Freiburg wegen einer Showeinlage verschoben werden. Dann wurde das Ganze wiederholt.“ Ein Bogen, der längst knarzte, war überspannt.

Die Einführung der Montagsspiele, die Langeweile in der Bundesliga, die geplanten Gastspiele von Chinas U20 und der unkon­trollierbare Transfermarkt wurden als Belege dafür gewertet, dass es im Fußball längst nicht mehr um den Ball geht, sondern um das, was er einbringen kann: Geld.

„Heute sind die Zahlen höher“

Anders als beispielsweise in den USA, sagt Vogt, haben Fans in Deutschland eine traditionellere Verbindung zu ihrem Verein. „Sie haben ein Störgefühl, wenn der Kommerz über dem Sport steht.“ Der Playfair-Vorsitzende kann das gestörte Gefühl mit einer Studie untermauern. 2017 befragte sein Verein in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Sportmarketing und dem Kicker mehr als 17 000 Fußballfans. 83 Prozent warnten den Profifußball davor, sich nicht noch weiter von den Fans zu entfernen. Und heute, ein Jahr nach dem Fischer-Eklat? „Ich glaube, dass die Zahlen noch viel höher wären“, sagt Vogt. Der Verband habe sich sicherlich bewegt, mache aber „gute Medienarbeit“. „Der Amateurfußball wird immer noch vernachlässigt. Für das Spiel Schalke gegen Dortmund mussten hunderte Spiele verlegt werden. Der Amateurfußball hat sich durch den Profifußball ein Stückweit kannibalisiert“, kritisiert Vogt.

Aber es gibt nach Ansicht des Frankfurters positive Veränderungen. „Durch die Medien wird darüber viel stärker diskutiert. Kurzfristig hat sich nichts an den Montagsspielen oder an Transfersummen geändert. Aber die Wahrnehmung ist doch eine ganz andere.“

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