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Michael Ratajczak ist heiß auf die Bayern

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Foto: dpa

Drittligist SC Paderborn fordert heute im Pokal-Viertelfinale die Bayern heraus. Im Tor des Außenseiters steht Michael Ratajczak – ein Junge aus dem Ruhrpott.

Michael Ratajczak muss schmunzeln. „Das Knistern“, sagt der Torwart des Drittliga-Spitzenreiters SC Paderborn, „beginnt nicht erst heute.
Das ist schon seit Wochen in der ganzen Stadt spürbar. Alles fiebert dem Pokalspiel gegen Meister Bayern München entgegen.“ Mit der Ungestörtheit ist es längst für die Paderborner Profis vorbei. „Wenn es hoch kommt, verirrt sich mal ein Rentner auf dem Fahrrad zu uns an den Trainingsplatz. Jetzt hatten hier Kamerateams von RTL, Sky, Sat.1 und dem Bayerischen Rundfunk ihre Stative aufgestellt. Das kannten wir bisher so nicht“, so Ratajczak.

Binnen zwei Stunden war das Kontingent von 1664 Stehplatz-Tickets, das in den freien Verkauf ging, ausverkauft. Selbst Ratajczak, mit 35 Jahren der routinierteste Profi bei den Paderbornern, ist vor dem DFB-Pokal-Viertelfinale heute (18.30 Uhr/Sky) in der mit 15 000 Fans ausverkauften Benteler-Arena vom Fieber gepackt.

Und das sogar im doppelten Sinn. „Mich hatte ein Grippevirus richtig erwischt, so dass ich bei unserem Ligaspiel bei Sonnenhof Großaspach nicht dabei war. Ich sollte mich für den Pokal schonen“, sagt Ratajczak. Der Plan ging auf: Seit Wochenbeginn ist der gebürtige Herner wieder im Training. Ratajczak bestreitet absprachegemäß alle Paderborner Pokalspiele.

Ich tausche das Trikot mit dem Bayern-Spieler, dessen Elfmeter ich halte

Michael Ratajczak

In der Liga darf beim SCP Leopold Zingerle, ein früheres Talent des FC Bayern, ran. Auch ohne die Rotation hätte Ratajczak heute gespielt. Zingerle fällt wegen einer schmerzhaften Risswunde unterhalb des Knies aus.

Bei den bisherigen drei Pokal-Überraschungen gegen den FC St. Pauli (2:1), den VfL Bochum (2:0) und den FC Ingolstadt (1:0) spielte Ratajczak souverän, stand aber nicht unter Dauer-Beschuss.

Das dürfte sich gegen die Bayern ändern. „Es ist ein toller Erfolg für uns, dass wir so weit gekommen sind, aber wir haben natürlich auch das schwerste Los erwischt, was im Topf war. Die Bayern haben eine überragende Qualität. Wenn Torjäger Robert Lewandowski alleine vor mir steht, entscheidet bei mir nur der Instinkt - und dann hoffe ich, dass es gut geht“, sagt Ratajczak lächelnd.

Als Ruhrpott-Junge, der in den Nachwuchs-Mannschaften von Schalke und Borussia Dortmund ausgebildet wurde und vor seinem Wechsel nach Paderborn drei Jahre lang beim MSV Duisburg spielte, hat Ratajczak keinen Bezug zum Rekordmeister. „Ich war auch als Kind nie Bayern-Fan“, sagt er. Gewissenskonflikte gibt es keine.

„Es ist ein K.o.-Spiel. Wir wollen eine Runde weiter, auch wenn der Gegner FC Bayern heißt“, sagt Ratajczak. Eine Idee für den Trikottausch hat er auch schon. „Ich tausche das Trikot mit dem Bayern-Spieler, dessen Elfmeter ich halte“, sagt Ratajczak frech. Ob frech weiterkommt? Finanziellen Anreiz gibt es für die Paderborner auch. Für den Sprung ins Pokal-Halbfinale winken 2,55 Millionen Euro. Geld, das der Klub gut gebrauchen könnte.

Die Paderborner Klubführung rechnet bis zum Jahresende mit einem Minus von 6,3 Millionen Euro. Die finanzielle Situation bleibt beim ehemaligen Bundesligisten angespannt. Immerhin haben die Verantwortlichen sportlich den Umkehrschub eingeleitet.

Im Mai 2017 blieb Paderborn nur wegen des Rückzugs von 1860 München in der 3. Liga. Unter Trainer Steffen Baumgart und Sportchef Markus Krösche hat sich der Klub gefangen. Ratajczak: „Die beiden handelnden Personen geben uns Stabilität. Es gibt eine klare Struktur, wir Spieler harmonieren sehr gut. Ein Rad greift ins andere.“
Das sollen auch die Bayern zu spüren bekommen, auch wenn Ratajczak klarstellt: „Eine Rückkehr in die 2. Liga hätte für uns mehr Gewicht als eine Pokal-Sensation.“

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  • C-bra 06.02.2018 16:43 Uhr
    Rata Rata!!
  • Hamm78 07.02.2018 17:19 Uhr
    Hatte Reviersport nicht geschrieben das Paderborn Bayern kein tv spiel ist? Komisch ich konnte es im tv sehen
  • via Facebook: Annette Kaminski 06.02.2018 10:08 Uhr
    Rata, Rata, Rata viel erfolg aus Duisburg. Da wo du sogar dein eigenen Song hattest.
  • via Facebook: Daniel Treinies 06.02.2018 11:30 Uhr
    Der soll nen Taschenrechner mitbringen!

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