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So arbeitet der neue Trainer Peter Stöger

(19) Kommentare
Peter Stöger, Peter Stöger
Foto: firo

Peter Stöger ist ein glänzender Motivator. Die Fähigkeit braucht der neue Trainer von Borussia Dortmund schon am Dienstag beim Spiel in Mainz.

Neven Subotic war unter seinen Mitspielern bei Borussia Dortmund ein besonders gefragter Gesprächspartner vor dem Bundesligaspiel bei Mainz 05 am Dienstag (20.30 Uhr/live in unserem Ticker). Das hatte allerdings nichts damit zu tun, dass der Innenverteidiger mal bei den Rheinhessen spielte und den Gegner deswegen besonders gut kennt. Subotic sollte Auskunft geben über den neuen Trainer Peter Stöger, der seit Sonntag als Nachfolger des beurlaubten Peter Bosz feststeht. Und Subotic war in der vergangenen Saison an den 1. FC Köln ausgeliehen, kennt Stöger also aus nächster Nähe.

Über seinen neuen alten Trainer wusste der Serbe vor allem Positives zu berichten, er hat eine hohe Meinung von Stöger – wie viele aktuelle und frühere Wegbegleiter des Österreichers. Toni Polster etwa, der wie Stöger aus Wien kommt und ihn seit vielen Jahren kennt – sie spielten gemeinsam in der österreichischen Nationalmannschaft. „Er kann eine Gruppe führen und die Mannschaft folgt ihm bedingungslos, wenn sie von ihm und seiner Arbeit überzeugt ist“, sagt Polster. „Das schafft er immer wieder, deswegen hat er Erfolg.“

Zu aktuellen und ehemaligen Spielern pflegt der 51-jährige Trainer einen engen Draht: Daniel Halfar schrieb er nach dessen Abgang eine SMS, in der er sich entschuldigte, dass er nicht mehr aus ihm gemacht hatte. Und selbst der eher komplizierte Charakter Anthony Modeste, der Köln in Unfrieden verlassen hatte, hielt den telefonischen Kontakt. „Peter nimmt sich nicht zu wichtig und ordnet alles dem Erfolg unter“, erklärt Polster. „Und er bezieht immer wieder Spieler ein bezüglich Spielsystem, Ordnung, Disziplin. So überzeugt er sie, deswegen folgen sie ihn.“

Bei Modeste gelang dies mit einer Mischung aus Fördern und Fordern – das Kreisspiel im Training etwa beendete Stöger frühestens dann, wenn der Stürmer in der Mitte war. Ein klassischer Schleifer aber ist der Österreicher nicht, im Gegenteil: Vor wenigen Wochen überwarf er sich mit Fitnesstrainer Benjamin Kugel, der etwas zu laut moniert haben soll, dass das Training in der Sommervorbereitung lasch gewesen sei und die Spieler nicht ausreichend fit seien.

Lange Leine lässt Stöger auch sonst: In Köln verzichtete er darauf, die Mannschaft am Abend vor Spielen im Hotel zusammenzuziehen, und wer an einem solchen Abend eine der vielen Kneipen der Stadt betrat, konnte dort durchaus auf den Kölner Trainer treffen – oft in Begleitung seiner Lebensgefährtin, der Schauspielerin Ulrike Kriegler, und gerne im Gespräch mit anderen Gästen.

Auf die Stadt ließ er sich mit Haut und Haaren ein, feierte begeistert Karneval und gab sich auch ansonsten volksnah: Während ihn in Dortmund am Montag ein Chauffeur durch das Schneegestöber zum Abschlusstraining fuhr, hatte er den Weg zwischen seiner Arbeitsstätte und seiner Wohnung im nahegelegenen Junkersdorf oft zu Fuß zurückgelegt – Gespräche mit Spaziergängern inklusive.

Es sind vor allem seine Fähigkeiten als Kommunikator, die nun beim BVB gefragt sind. Man habe Stöger gewählt, „weil er über hohe empathische Fähigkeiten verfügt und gezeigt hat, dass er eine Mannschaft zusammenfügen kann, wenn Risse da sind“, erklärt Sportdirektor Michael Zorc. Denn durch die Mannschaft zieht sich ein Riss, dessen Ursprung sie im Klub in der Amtszeit von Thomas Tuchel sehen: Der gewährte Spielern wie Pierre-Emerick Aubameyang, Ousmane Dembélé und Raphael Guerreiro Privilegien, was beim Rest der Mannschaft nicht gut ankam. Bosz scheiterte unter anderem auch daran, weil er es nicht vermochte, diese Gräben zuzuschütten.

„In dieser Phase geht es darum, mit den Jungs zu sprechen, Problemzonen herauszufinden“, sagt Stöger selbst.

Zeit zum Training war vor dem ersten Spiel gegen Mainz ohnehin kaum. Dennoch ist die klare Erwartung, dass Stöger die Mannschaft auch auf dem Platz stabilisiert – wie es ihm in Köln jahrelang gelang. Beim BVB erinnern sie sich mit Grausen daran, dass sie bis zur laufenden Saison sechsmal gegen Stöger spielten und keine einzige Partie gewannen.

Die Skepsis, dass Stöger-Fußball mit der offensivstarken Dortmunder Mannschaft nicht funktioniert, kontern sie mit dem Verweis auf die Vergangenheit: In der Saison 2012/13 führte Stöger Austria Wien zum Meistertitel, mit Punkterekord und erfrischendem Fußball.

„Man muss mit Dortmund natürlich etwas anders spielen als mit dem FC“, sagt Polster. „Aber das kriegt er hin, davon bin ich felsenfest überzeugt.“

(19) Kommentare

1. Fußball Bundesliga

Pl. Mannschaft Sp g u v Tore Diff Pkt.
1 FC Bayern München 31 25 3 3 84:22 62 78
2 FC Schalke 04 31 16 8 7 49:35 14 56
3 Borussia Dortmund 31 15 9 7 61:41 20 54
4 Bayer 04 Leverkusen 31 14 9 8 55:41 14 51
5 TSG 1899 Hoffenheim 31 13 10 8 60:44 16 49
Pl. Mannschaft Sp g u v Tore Diff Pkt.
1 FC Bayern München 15 13 2 0 51:10 41 41
2 Borussia Dortmund 16 9 4 3 39:19 20 31
3 TSG 1899 Hoffenheim 15 9 4 2 32:14 18 31
4 FC Schalke 04 15 9 4 2 25:14 11 31
Pl. Mannschaft Sp g u v Tore Diff Pkt.
2 Bayer 04 Leverkusen 16 7 4 5 29:25 4 25
3 FC Schalke 04 16 7 4 5 24:21 3 25
4 Borussia Dortmund 15 6 5 4 22:22 0 23
5 Hertha BSC Berlin 16 5 6 5 19:16 3 21
6 Eintracht Frankfurt 15 6 3 6 18:21 -3 21

Transfers

Borussia Dortmund

01/2018
01/2018
Adrian Ramos

Sturm

Borussia Dortmund

war ausgeliehen

07/2017
Neven Subotic

Abwehr

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07/2017
01/2018
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Sturm

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war ausgeliehen

07/2017
Neven Subotic

Abwehr

Borussia Dortmund

war ausgeliehen

07/2017

Borussia Dortmund

31 H
Bayer 04 Leverkusen
Samstag, 21.04.2018 18:30 Uhr
4:0 (1:0)
32 A
Werder Bremen
Sonntag, 29.04.2018 18:00 Uhr
-:- (-:-)
33 H
FSV Mainz 05
Samstag, 05.05.2018 15:30 Uhr
-:- (-:-)
31 H
Bayer 04 Leverkusen
Samstag, 21.04.2018 18:30 Uhr
4:0 (1:0)
33 H
FSV Mainz 05
Samstag, 05.05.2018 15:30 Uhr
-:- (-:-)
32 A
Werder Bremen
Sonntag, 29.04.2018 18:00 Uhr
-:- (-:-)

Torjäger

Borussia Dortmund

# Name Tore Min./Tore Tore/Sp.
1 13 109 0,8
2
Maximilian Philipp

Mittelfeld

8 130 0,4
# Name Tore Min./Tore Tore/Sp.
1 11 72 1,2
2
Maximilian Philipp

Mittelfeld

6 92 0,8
# Name Tore Min./Tore Tore/Sp.
1 4 152 0,4
2
Andrey Yarmolenko

Mittelfeld

3 163 0,4
1
2
3
4
5
1
2
3
4
5
1
2
3
4
5

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  • Webcam 11.12.2017 22:03 Uhr
    Falls jemand mal eine ordentliche Analyse lesen will, statt diesen primitiven Boulevard:

    "Die Dortmunder schienen in der Rückrunde so besessen von ihrem Saisonziel zu sein - nämlich Tuchel loszuwerden -, dass sie darüber eines offenbar vergessen haben: dass es nicht so schlecht wäre, für diesen immerhin versierten Mann einen Nachfolger zu haben.

    ... Unter Druck hat der BVB auf einem leeren Trainermarkt halt noch diesen freundlichen Peter Bosz mit seiner eindimensionalen Spielidee gefunden - zwar haben die eingeborenen BVBler, die Aki Allstars um Schmelzer und Sahin, den Trainer bis zuletzt öffentlich gestützt, aber sie hatten ja auch keine Wahl. Den alten Coach wollten sie nicht mehr, also mussten sie versuchen, den neuen zu wollen.

    Der BVB und Peter Stöger sind gemeinsam so geschrumpft im vergangenen halben Jahr, dass sie nun doch wieder zusammenpassen. "

    sueddeutsche.de/sport/borussia-dortmund- der-bvb-ist-in-die-eigene-falle-getappt- 1.3786107
  • lappes 11.12.2017 22:40 Uhr
    Ordentliche Analyse !? Lachen

    Selten so einen dermaßenden Käse gelesen !
  • NetFlexx 11.12.2017 22:45 Uhr
    ...mir geht diese ganze Lobhudelei ja auch auf den Keks - aber das sind eben die Medien. Die klare Meinung wird sich dort ebensowenig finden wie bei uns Hobbytrainern und Besserwissern.
    Ich denke: lasst ihn mal machen, zum Teufel jagen kann man ihn immer noch. Nagelsmann wird es dann schon richten und allet wird jut.
    Schlecht finde ich die Wahl nicht - aus den im Artikel genannten Gründen und, weil seit Klopp die Messlatte eben wirklich extrem hoch hängt. Klopp hat es in England auch nicht einfach, aber es ist eben der Mix, der so unendlich viel ausmachen kann. Das Ruhrgebiet braucht echte Typen, Stöger ist im Gegensatz zu Tuchel und Bosz wieder einer. Lenkt Euren Blick mal ein paar Kilometer Richtung Blau-Weiss. Auch ein Typ, ebenfalls ein Motivator - wie wir schmerzhaft erleben durften.
  • NetFlexx 11.12.2017 22:56 Uhr
    ...und: man kann froh sein, dass der Scholl Mehmet nur ein guter Kicker war - sonst könnten wir alle diese Diskussion nun rückwärts furzen.
  • Hasucas 12.12.2017 19:25 Uhr
    Wenn man mal seriösen und neutralen Journalismus lesen möchte, verweise ich auf den von Webcam zitierten Artikel in der Süddeutschen Zeitung. Dort wird auch mal die Rolle von Herrn Watzke, und den Herren Sahin, Weidenfeller und ganz besonders von Marcel Schmelzer hinterfragt, die sich immer dann melden, wenn sie von ihren mehr als dürftigen Leistungen ablenken wollen. Man sieht auch jetzt, warum Neven Subotic, Verdienste hin oder her, Marcel Schmelzer, Roman Weidenfeller und auch Nuri Sahin unter Tuchel nicht gespielt haben. Ihnen fehlen meines Erachtens gundsätzliche fußballerische Möglichkeiten. Ich habe bereits nach der Entlassung von Thomas Tuchel phrophezeit, das Herr Watke bei Mißerfolg des neuen Trainers, in Erklärungsnot kommt. Aber alle sogenannten Journalisten des Reviersports schreiben lieber irgendwelchen Blödsinn, als auch mal die Rollen von Watzke und Teilen der Mannschaft kritisch zu hinterfragen. Aber so ist das beim Reviersport. Immer schön den Mund halten und Schwachsinn und schlecht recherchierte Behauptungen aufstellen. Erbärmlich.
  • lappes 12.12.2017 19:34 Uhr
    H.J. Watzke ist der beste Mann für den BVB !!!

    Ich hoffe,noch sehr lange.
  • via Facebook: Toni Pizzicata 11.12.2017 20:02 Uhr
  • via Facebook: Christian Stegmann 11.12.2017 20:10 Uhr
  • via Facebook: Michael von Bergh 11.12.2017 20:16 Uhr
    Der bvb wird gewinnen !
  • via Facebook: Uwe Prengel 11.12.2017 20:49 Uhr
  • via Facebook: Chris Krohn 11.12.2017 21:17 Uhr
    2:2 geht es aus
  • via Facebook: Paul Odendahl 11.12.2017 21:17 Uhr
    Haben Fußballtrainer kein Geld für anständige Zähne? Grausam..
  • via Facebook: Burak Tan 11.12.2017 23:07 Uhr
    Die Mainzer sind zu stark 😂
  • via Facebook: Koh Phangan 12.12.2017 06:24 Uhr
    1:4
  • via Facebook: Ralf Lindenberg 12.12.2017 06:42 Uhr
    Schade das der BVB mich nicht verpflichtet hat, 3 Punkte hätte ich auch geschafft in Köln😉😂Verrückt der Fußball
  • via Facebook: Dennis Jäger 12.12.2017 08:54 Uhr
    Vorausgesetzt die Spieler haben nicht zu krassen Muskelkater jetzt wo sie mal mehr als 3-4 mal die Woche trainieren müssen ☝️😅
  • via Facebook: Günter Wimplinger 12.12.2017 17:32 Uhr
    Bin gespannt was in Mainz rauskommt.Stöger ist kein schlechter Trainer.
  • via Facebook: Thomas Biege 12.12.2017 19:25 Uhr
  • via Facebook: Klaus Verhoeven 13.12.2017 17:29 Uhr
    Ja 2:0 Sieg !

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