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Wie sich Infantino an die Spitze setzte

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Gianni Infantino
Foto: dpa

Gianni Infantino wurde schon im zweiten Wahlgang zum neuen Fifa-Chef gewählt. "Ich will eine neue Ära", sagte der 45-Jährige in Zürich.

In den Geschichtsbüchern wird irgendwann genau der eine Satz stehen, der die Stimmung zu seinen Gunsten gekippt hat. „Das Geld der Fifa ist Ihr Geld“, hatte Gianni Infantino in seiner Vorstellungsrunde gesagt und damit spontanen Applaus provoziert, als hätte er hier in Zürich ein Heimspiel auf dem Außerordentlichen Kongress des Fußball-Weltverbandes. „Ich brauche Sie: Ich werde als Präsident jeden Tag und jede Nacht für Sie da sein.“ Fünf Stunden später war der Schweizer überraschend schnell von den 207 stimmberechtigten Fifa-Mitgliedern gewählt worden. In seinen Dankesworten gab er die Richtung vor: „Ich will eine neue Ära.“
Infantino knackte die absolute Mehrheit im zweiten Wahlgang

Sichtlich gerührt nahm der 45-Jährige auf der Bühne einen Blumenstrauß entgegen und klopfte sich symbolisch aufs Herz. Er, der als kalter Funktionär verschrien war, zeigt sich betont emotional. Mit einer emotionalen Rede hatte er sich an die Spitze des fünfköpfigen Kandidatenfelds gesetzt.

Schon im zweiten Wahlgang knackte der Vertrauensmann der gesperrten Fußball-Legende Michel Platini die absolute Mehrheit mit 115 Stimmen und besiegte seinen favorisierten Rivalen Scheich Salman bin Ebrahim al Khalifa aus Bahrain vorzeitig.

Offenbar hatte die Delegierten nicht nur der Vortrag überzeugt, als Infantino sie in sechs verschiedenen Sprachen angesprochen, sogar in Arabisch, und „Leben und Hoffnung“ für die Fifa versprochen hatte. Ihnen gefielen die Versprechen, die Infantino ihnen gegeben hatte.

Schon den ersten Wahlgang gewann der noch amtierende Generalsekretär des europäischen Fußballverbandes Uefa überraschend mit 88 zu 85 Stimmen gegen Scheich Salman. Den DFB hatte Infantino von Anfang an überzeugt. Die Stimme gab der designierte DFB-Präsident Grindel ab.

Infantino tritt die Nachfolge seines Schweizer Landsmanns Sepp Blatter an, der die Fifa 21 Jahre lang angeführt und in einem Sumpf von Korruption und Mauschelei hinterlassen hat. „Die Fifa-Präsidentschaft“, sagt Infantino, „war eine Reise, die ich nicht vorhatte. Aber in einer Krise kann man sich verstecken oder aufstehen – ich wollte handeln.“

Zur Unterstützung von 54 europäischen Delegierten kamen offenbar Stimmen aus Afrika. Infantino hatte von Ägypten bis Südafrika Wahlkampf betrieben und dazu rechtzeitig die Nord- und Mittelamerikaner überzeugt. Auf dem Kongress umschmeichelte er erfolgreich die Südamerikaner: „Im Fußball sind sie die Größten.“

Infantinos Fifa-Amtszeit dauert vier Jahre

Infantinos Amtszeit dauert vier Jahre und darf allenfalls auf zwölf Jahre verlängert werden. Zu seinen größten Herausforderungen wird nicht nur die Umsetzung der beschlossenen Reformen gehören, mit denen die Fifa Vertrauen bei den Fußballfans weltweit und bei den Behörden zurückgewinnen will. Er muss jetzt auch den Graben zur Salman-Fraktion im asiatischen Raum schließen.

Scheich Salman wollte die Fifa Richtung Osten öffnen. Infantino ist eher ein Vertreter der traditionsreichen Fußballnationen in Europa und Südamerika. Im Wahlkampf hatte er angekündigt, das WM-Teilnehmerfeld von 32 auf 40 aufzustocken und die Fördergelder für die Entwicklungsländer dramatisch anzuheben. Beide Maßnahmen werden ihm Stimmen gesichert haben und nehmen ihn jetzt in die Pflicht.

Vollmundig sagte der neue Fifa-Präsident: „Ich frage Sie alle: Wenn die Fifa fünf Milliarden einnimmt, können wir dann nicht 1,2 Milliarden reinvestieren? Das Geld der Fifa muss der Entwicklung des Fußballs dienen.“ Das klang schon fast wieder wie einst Blatter.

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