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VfL Bochum

Heilsbringer Mirkan Aydin

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Derzeit hakt es beim VfL vor allem im Angriff. Die Stürmer schießen einfach keine Tore. Ganz Bochum hofft jetzt auf das Comeback von Mirkan Aydin.


Am 30. Januar, kurz vor dem Start der Restrunde in Aalen, wirkte Karsten Neitzel, was seine Offensive angeht, total euphorisch. „Wir haben an Qualität und Quantität im Angriff zugelegt.“ Sieben Spieltage später macht ganz Fußballbochum die Erfolgslosigkeit der letzten Wochen an der Angriffsmisere fest. Unterlag der Trainer damals einer Sinnestäuschung? Nein. Denn kein Coach der Welt kann voraussehen, dass sich seine beiden besten Stürmer innerhalb von nur 24 Stunden so schwer verletzen, dass sie in den nächsten Wochen keine Rolle mehr spielen.

Neitzels Einschätzung im Januar war durchaus fundiert und an Zahlen belegbar. Seit Anfang Dezember stürmten Zlatko Dedic und Mirkan Aydin endlich wieder gemeinsam. Beim 1:2 gegen Union Berlin traf Dedic und ein korrekter Treffer von Aydin wurde nicht anerkannt. In den Spielen darauf – gegen Dresden (3:0), Paderborn (4:0) und im Pokal gegen 1860 München (3:0) – trafen abwechselnd beide Angreifer.


Wen überrascht es da, dass der Trainer mit den beiden Stürmern und dem talentierten Kevin Scheidhauer in der Hinterhand optimistisch in die Zukunft blickte. Dass Aydin in allen bisherigen sieben Spielen des Kalenderjahres und Dedic in fünf Begegnungen nicht einmal im Kader standen, traf den Zweitligisten bis ins Mark. Und dass nun mit der möglichen Rückkehr von Aydin große Hoffnungen verknüpft sind, ergibt sich aus seiner bemerkenswerten Torquote. In fünf spielen traf er drei Mal. Zum Vergleich: Dedic benötigte für seine vier Treffer nicht weniger als 22 Pflichtspiele.

Und so sieht sich nicht nur Aydin im Abstiegskampf als mögliches Zünglein an der Waage. Sportvorstand Jens Todt: „Hätten wir ihn in den letzten vier Partien auf dem Platz gehabt, wären wir jetzt schon aller Abstiegssorgen ledig.“
Die Rückkehr tut Not, denn auch vor seiner Verletzung traf Dedic nicht so, wie noch in der abgelaufenen Spielzeit in Dresden. Damals erzielte er in 27 Spielen immerhin 13 Tore. Eine Szene mit Symbolcharakter war im Spiel gegen Braunschweig zu sehen, als der erfahrene slowenische Nationalspieler eine unfassbar große Kopfballchance gerade zu kläglich vergab. Auch Trainer Neitzel war verzweifelt: „Den muss er aus vier Metern einfach machen.“

Kein Stürmer kann die Lücke schließen

Während Dedics Abschlussversagen vergleichbar mit seinen Fähigkeiten unerklärbar erscheint, sind die Formschwankungen von Scheidhauer zumindest noch einigermaßen verständlich. Schließlich absolviert der 21-Jährige sein erstes Profijahr. Eigentlich sollte der gebürtige Bayer kontinuierlich aufgebaut werden doch quasi über Nacht wurde er zwischenzeitlich zur einzig verbliebenen Sturmspitze. Diesem Druck wurde er insbesondere bei der 1:2-Niederlage gegen Ingolstadt, als er drei klare Möglichkeiten vergab, nicht gerecht.

Als vierte echte Spitze im Kader ist dann noch Nika Gelashvili zu nennen, der seit seinem Wechsel im Januar 2012 beim VfL nie richtig in Tritt kam und trotz guter Ansätze nie in die Rolle einer echten Alternative schlüpfen konnte.

Aydin ist in dieser Woche wieder ins Lauftraining eingestiegen, hat seine Waden-OP überstanden und steckt momentan den ein oder anderen Schmerz noch weg. Sein Ziel ist es, in zwei Wochen beim Auswärtsspiel gegen Hertha BSC vielleicht schon wieder zum 18er-Kader zu gehören – auf jeden Fall aber will er in einem der vielleicht wichtigsten Spiele der Saison, daheim gegen Erzgebirge Aue, wieder dabei sein. „Ich steigere die Belastung von Tag zu Tag und ich weiß, dass ich in diesem wichtigen Spiel der Mannschaft helfen kann. Dann spielen auch Schmerzen keine Rolle mehr.“

Alle Hoffnugen liegen auf Mirkan Aydin

Mit Aydins Rückkehr dürfte sich zwangsläufig auch eine Leistungssteigerung bei Dedic einstellen, denn am torgefährlichsten war das Duo immer dann, wenn es gemeinsam auf dem Platz stand. Aydin: „Es war grausam am Samstag auf der Tribüne zu sitzen und so eine Niederlage mitzuerleben. Aber Fußball ist in erster Linie eben ein Ergebnissport.“

Nachdem vor vier Wochen seine Platte aus dem rechten Wadenbein operiert wurde, will er jetzt die Ergebnisse der letzten Wochen entscheidend beeinflussen. Neitzel: „Mirkans Rückkehr wird uns wahnsinnig helfen und nochmal einen Schub geben. Er hat im Dezember bewiesen, wie schnell er nach langer Verletzung wieder auf Touren kommt. Ich hoffe, dass es diesmal nicht anders ist.“

Bemerkenswert bei Betrachten des Bochumer Angriffs ist die Tatsache, dass sich die bisher knapp 30 erzielten Saisontore auf nicht weniger als 13 verschiedene Schützen verteilen. Doch zuletzt trafen Goreztka (4), Rzatkowski (3) und Tasaka (2) nur Aluminium oder vergaben aussichtsreich. Und so steht für die zweite Saisonhälfte fest, dass sich der VfL im Angriff deutlich steigern muss.

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