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Popp im Interview

„Ich war kurz davor, mit dem Fußball aufzuhören“

Alexandra Popp hat eine ganze Menge gewonnen. Sie ist U17-Europameisterin, U20-Weltmeisterin, UEFA-Women’s-Cup-Siegerin und zweimalige DFB-Pokalsiegerin.


Zuletzt wurde sie auch noch als Nationalspielerin des Jahres ausgezeichnet. Das ist bemerkenswert, weil die Angreiferin des VfL Wolfsburg erst seit sieben Jahren Frauenfußball spielt. Ein Gespräch über Selbstbehauptung in Jungenmannschaften, ein fast verschwendetes Talent und das zweite Standbein als Tierpflegerin.

Alexandra Popp, mit Robert Lewandowski könnte ein Stürmer, der vergleichbare Erfolge wie Sie vorzuweisen hat, bei Manchester United in fünf Jahren 25 Millionen Euro verdienen. Sind Sie im falschen Körper geboren?

Früher habe ich das gedacht, ja. Die Relationen sind wirklich abgefahren. Ich habe mich damit abgefunden. Wir Frauen verdienen auch unser Geld. Wir können uns zwar nicht absichern wie die Männer, aber wir können vom Fußball leben. Ich muss mir keine Gedanken machen, ob ich mir eine neue Hose leisten kann. Das ist die Hauptsache.

Zur Person
Alexandra Popp
(* 6. April 1991 in Witten) absolvierte seit 2008 72 Bundesligaspiele (31 Tore) für den FCR Duisburg und den VfL Wolfsburg, für den sie seit 2012 spielt. Zudem kommt sie seit 2010 auf 31 A-Länderspiele (19 Tore). Ihre größten Erfolge bislang: U20-Weltmeisterin 2010, U17-Europameisterin 2008, UEFA-Women’s-Cup-Siegerin 2009, DFB-Pokalsiegerin 2009 und 2010, Goldener Ball und Goldener Schuh bei der U20-WM 2010, Newcomerin des Jahres beim Felix-Award 2010, Fritz-Walter-Medaille in Silber 2009.


Wie war es, jahrelang fast immer das einzige Mädchen Ihrer Mannschaft zu sein?

Mit den Jungs aus meinem Team war es sehr entspannt, weil wir uns schon aus dem Kindergarten kannten. Mit den Gegnern war das etwas anderes. Die haben meine Jungs ausgelacht, weil sie mit mir zusammengespielt haben. Aber nach dem Anstoß waren sie schnell wieder ruhig.

Mit 14 Jahren mussten Sie in die vereinseigene Mädchenmannschaft des FC Silschede wechseln.

Ich wollte das nicht und war kurz davor, mit dem Fußball aufzuhören. Ich war arrogant und dachte, dass kein Mädchen so gut spielen kann wie ich. Aber weder meine Eltern noch mein Trainer Horst Westermann haben das akzeptiert.

Was haben sie unternommen?

Ich wurde über einen Zeitraum von mehreren Monaten immer wieder in die Truppe reingesteckt, weil ich aufgrund der Verbandsstatuten nur bis zu einem gewissen Alter bei den Jungs spielen durfte. Leider wusste ich nicht, dass es Sondergenehmigungen für Westfalenauswahlspielerinnen gibt. Und irgendwann habe ich gesehen, dass auch die anderen Mädels kicken konnten. Damit war das Thema dann auch relativ schnell wieder durch.

Dennoch mussten Sie sich auch positionsmäßig umstellen.

In der letzten Saison bei den Jungs hatte ich 32 Tore geschossen. Bei den Mädchen musste ich aber als Libero spielen. Das hat mich ein bisschen genervt, war aber auch ganz lustig, weil wir zu dem Zeitpunkt noch in der Kreisliga gespielt haben. Ich konnte von ganz hinten einfach nach vorne durchlaufen. Mit der Zeit wurde das allerdings langweilig. Nach unserem Aufstieg in die Bezirksliga sah es aber schon wieder anders aus.

Nebenbei BVB-Fan
Alexandra Popp interessiert sich brennend für Männerfußball, allerdings weniger für den VfL Wolfsburg: Ihr Herz gehört Borussia Dortmund. „Wenn ich die Möglichkeit habe, schaue ich mir die Spiele an und fiebere natürlich auch mit. Glücklicherweise sind Alisa Vetterlein und Lena Gößling auch BVB-Fans. Wenn wir frei haben, fahren wir auch schon mal gemeinsam ins Stadion“, berichtet die Nationalspielerin.


Ab wann haben Sie geahnt, dass Sie im Fußball Karriere machen können?

Ziemlich spät, 2006 nämlich. Damals hat mir der Nationaltrainer Ralf Peter eine Standpauke gehalten und mir erklärt, was ich mit meinem Talent alles anstellen könnte. In der U15-Nationalmannschaft wäre ich fast rausgeflogen, weil ich vieles zu locker gesehen habe. Er hat mir ein paar Turniere wie die U17-WM 2008 in Neuseeland aufgezählt, von denen ich nie geträumt hätte. Das war der Knackpunkt. Im selben Jahr bin ich zum FCR Duisburg gewechselt und habe gemerkt: „Du kannst hoch spielen, wenn du nur willst.“

In Duisburg wurden Sie erneut von der Stürmerin zur Abwehrspielerin umgeschult.

Zunächst habe ich im linken Mittelfeld gespielt, weil Lira Bajramaj sich verletzt hatte. Im Winter musste ich nach ganz hinten, und dort blieb ich anderthalb Jahre lang. Am Anfang habe ich mich darüber geärgert. Aber ich habe gespielt, und das war die Hauptsache.

Wie sind Sie damit umgegangen, im Verein Abwehrspielerin zu sein und in der Nationalmannschaft Stürmerin?

Am Anfang fand ich es sehr anstrengend, so schnell umzuschalten. In der Nationalelf habe ich zunächst auch zu defensiv agiert. Andererseits weiß ich nun eher, wie sich eine Abwehrspielerin verhält. Davon habe ich schon ab und zu profitiert.


Auf Seite 2: "Ich war das Versuchskaninchen"

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