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TSG Hoffenheim

Vukcevics Kampf zurück ins Leben

Nach seinem schweren Verkehrsunfall geht es Boris Vukcevic immer besser, doch der Profi von 1899 Hoffenheim braucht auch im kommenden Jahr vor allem Geduld.


Die Stimmen seiner Teamkollegen kann sich Boris Vukcevic während der Reha auf eigens besprochenen Tonbändern anhören. Ob der Profi des Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim seine Mitspieler im kommenden Jahr endlich auch wieder persönlich sprechen kann, ist aber nach wie vor ungewiss. Zum Reha-Programm des 22-Jährigen, der seinen schweren Autounfall vor drei Monaten nur knapp überlebte, gehört es vor allem, sich in Geduld zu üben.

"Ich möchte allen Anhängern und dem Verein für den Rückhalt in dieser schweren Zeit danken. Ich möchte alle grüßen und sie gleichzeitig bitten, mir die nötige Zeit und Ruhe zu geben, um wieder in mein Leben zurückzufinden", ließ der im kroatischen Osijek geborene Offensivspieler Mitte Dezember in seiner bisher einzigen Stellungnahme nach dem Unfall über seine Eltern Sonja und Dragan verbreiten.

Die Klubverantwortlichen und Spieler respektieren selbstverständlich die Wünsche des Deutsch-Kroaten, der nach langen Jahren in Stuttgart die Schwaben-Metropole mittlerweile als seine Heimat bezeichnet. Ein Besuch der Profis mit Manager Andreas Müller und Ex-Trainer Markus Babbel ist geplant, aber weiterhin nicht terminiert. "Der Junge benötigt nach wie vor sehr viel Ruhe. Jede kleine Aufregung kann für ihn nachteilig sein. Deshalb respektieren wir die Absprache, die wir mit den Eltern haben, zu 100 Prozent", sagt Müller.

Immerhin kann sich der abstiegsgefährdete Klub seit Mitte Dezember in erster Linie wieder auf den Sport konzentrieren. Damals wurde bekannt, dass sich der Gesundheitszustand Vukcevics soweit verbessert hat, dass er sich wieder verbal verständigen kann. Derzeit kämpft Vukcevic zusammen mit seinen Therapeuten täglich um die Verbesserung seiner Beweglichkeit.

An diese Fortschritte war in den ersten Tagen nach dem Unfall in Folge einer Unterzuckerung des Diabetikers am 28. September auf der B45 bei Bammental nicht zu denken gewesen. Vukcevic rang in der Heidelberger Uniklinik mit dem Tod. Nach zwei Kopfoperationen lag der U21-Nationalspieler insgesamt sieben Wochen im Koma.

Das Drama um Vukcevic hatte den 6. Bundesliga-Spieltag überschattet und für emotionale Szenen gesorgt. Nach dem 0:0 gegen den FC Augsburg standen die Hoffenheimer Profis mit Tränen in den Augen vor der Fankurve und sangen mit den Anhängern den Namen ihres Teamkollegen. Erst am 16. November kam die Nachricht, die ganz Fußball-Deutschland herbeigesehnt hatte. Sechs Wörter einer Mitteilung des Klubs sorgten für Erleichterung: "Boris Vukcevic aus dem Koma aufgewacht."

Die guten Nachrichten der vergangenen Wochen drängten für kurze Zeit sogar die prekäre Lage des Klubs in den Hintergrund. "Das freut uns sehr und stellt vieles andere in den Schatten. Es war vor Wochen kaum zu erwarten, dass Boris‘ Genesung sich derart positiv entwickelt", sagte Manager Müller: "Wir sind sehr glücklich darüber und werden ihm auch weiterhin jede Unterstützung gewähren, die er benötigt."

Dass Vukcevic weitere Unterstützung braucht, um zurück ins Leben zu finden, ist sicher. Hoffnung macht die Homepage des bekennenden Musical-Liebhabers, auf der unter der Rubrik "Mein schönster Moment als Fußballer" nach wie vor zu lesen ist: "Kommt noch."
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