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ETB: Imorts Abrechnung
"Kuhmichel und von Wicke fehlt Bindung"

Die Schwarz-Weißen stehen kurz vor dem finanziellen Aus, doch die Klubverantwortlichen beziehen keine Stellung (RS berichtete). Ein unzumutbarer Zustand.

Doch ein Mann besitzt Courage. Klaus Imort. Der 69-Jährige hat gerade sein Amt im Aufsichtsrat niedergelegt, weil hinter den Kulissen das blanke Chaos herrsche. Dabei ist Imort kampferprobt. Von 1983 bis 1993 führte er den STV Horst-Emscher, trainierte als B-Lizenzinhaber unter anderem Olaf Thon und Peter Neururer. 1999 kam er zum „Uhlenkrug“, war bis 2002 zweiter Vorsitzender. Nach einer dreijährigen Pause packte ihn erneut das Fieber und Imort arbeitete bis 2009 im Aufsichtsrat.

Danach stand er in den neugegründeten Arbeitskreisen mit Rat und Tat zur Verfügung, ehe er sich wieder im Aufsichtsrat engagierte, weil der Vorsitzende Georg von Wick ihm sagte, dass alles besser werde und er einen Großsponsor hätte.

Warum der A-Lizenzinhaber des Vereinsmanagerscheins trotzdem die Brocken hingeworfen, wer in seinen Augen Schuld an der Misere hat und weshalb er nicht glaubt, dass die drohende Insolvenz abgewendet werden kann, erklärt Imort pünktlich vor der Jahreshauptversammlung am Mittwoch, 19. Dezember, im RS-Interview.

Klaus Imort, warum haben Sie aufgehört?

Die Leute an der Vereinsspitze sind keine Essener, die eine Bindung zum Verein haben. Wenn ich aber ein solches Amt übernehme, muss ich mich mit dem Klub identifizieren. Deshalb interessiert sie auch nicht, was gerade passiert. Sie wollen nur ein Amt bekleiden und das kann ich nicht tolerieren.

Wann begann das Chaos?

Als Manfred Kuhmichel vor rund zehn Jahren erster Vorsitzender wurde. Den Titel Vorstandsvorsitzender darf man nicht nur mit sich herumtragen, sondern man muss ihn mit Leben füllen. Er hat sich aber nicht so gekümmert, wie man es von einem Vorsitzender erwarten kann und muss. Seit dem auch noch Heinz Hofer und Toni Pointinger aus dem Verein gemobbt wurden, ist der Absturz des ETB vorgegeben. Die Sponsoren, die auf die beiden fixiert waren, haben sich zurückgezogen. Seither werden rote Zahlen geschrieben, weil die Neuen keinen Ersatz gefunden haben.

Wen meinen Sie genau?

Ich meine neben Kuhmichel den Aufsichtsratsvorsitzenden Georg von Wick. Er hat nur auswärtige Freunde um sich geschart, die nicht kritisch nachfragen, sondern alles durchwinken. So auch den von Herrn von Wick nicht ordnungsgemäßen Haushaltsplan. Als er uns im Februar die Zahlen für diese Saison gezeigt hat, habe ich sofort dagegen gewettert, weil sie utopisch und viel zu hoch waren. Normalerweise ist der Plan zu 90 Prozent sicher und zehn Prozent sind Planzahlen. Bei ihm war es genau umgekehrt. Das schlägt sich jetzt nieder, denn die wirklich generierte Kohle ist schon nach drei Monaten weg. Wenn PR-Mann Thomas Ebeling dann aber sagt, dass es Altlasten seien, ist es falsch. Es sind Junglasten, die die genannten Personen zu vertreten haben.

Also ist der ETB zahlungsunfähig?

Jetzt besinnen sich Kuhmichel und von Wick auf die sogenannten alten ETB’ler, damit sie dem Verein wieder helfen. Das haben die beiden zuvor aber nie getan, im Gegenteil: Sie haben alle Essener eliminiert. Deshalb bin ich mir sicher, dass kein ETB’ler unter diesen Leuten helfen wird. Und deshalb fehlt mir der Glaube, dass der ETB nicht in die Insolvenz geht.

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Kurz Notiert / Amateurfußballnews

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