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1.FC Köln: Kommentar

Probleme so groß wie der Kölner Dom

Der 1.FC Köln im September 2012: Das ist ein Klub, bei dem es so sicher wie das Amen in der Kirche ist, dass Nachrichten über den Klub negativ behaftet sind.


Das ist ein Klub, dessen Probleme sich so hoch türmen wie der Kölner Dom. Doch nicht die knapp 30 Millionen Euro Verbindlichkeiten sind die größte Sorge des Vereins. Die sind mit einem strammen Sparpaket über Kurz oder Lang und mit verantwortungsbewusstem Handeln in den Griff zu bekommen, das haben schon andere Klubs unter Beweis gestellt. Auch die sportliche Misere ist nicht das Problem Nummer eins. Trotz des Abstiegs und der anhaltenden Pleitenserie in Liga zwei.

Vielmehr ist die größte Baustelle im eigenen Fanlager zu suchen. Ausgerechnet das Pfund, mit dem der FC in der Öffentlichkeit immer wucherte und auch in Zukunft wuchern will, leistet sich in immer kürzer werdenden Zyklen eine Peinlichkeit nach der anderen. Nach einem Fahnenklau, Fäkalien-Angriffen, Ausrastern auf der Autobahn und einer Rauchbombenaktion gegen die Bayern, die eine Teilsperre zum Zweitliga-Auftakt gegen Sandhausen nach sich zog, hat das Fehlverhalten einiger Kölner nun einen neuen Höhepunkt erreicht.

Pezzoni hatte Angst vor den eigenen Fans

Denn am Freitag wurde der Vertrag mit Kevin Pezzoni aufgelöst. Und zwar nur, weil der Angst hatte, weiter für den FC zu spielen. Das muss man sich mal vorstellen: Es gab offenbar so viele Bedrohungen, die zum Schluss dazu führten, dass ein Spieler nicht nur Angst haben muss, dass ein Fehler ein Gegentor bedeutet. Wo sind wir denn hingekommen, wenn Profis nach einem Patzer schon befürchten müssen, dass vor der eigenen Haustür eine Horde Idioten wartet, um den Fehler mit Prügeln zu bestrafen?

Wobei Pezzoni schon in den dollen Kölner Tagen Opfer einer Attacke wurde: Erst der Nasenbeinbruch in der Karnevalszeit, der allerdings private Gründe gehabt haben soll, nun die ständigen Bedrohungen gegen den Defensivmann. Es wurde sogar eine facebook-Seite eingerichtet, wo dazu aufgerufen wurde, Pezzoni beim Training zu belästigen.

Dem FC scheint nur ein Exorzist zu helfen

Natürlich sind das immer nur einige Unverbesserliche, die den Ruf eines ganzen Klubs in den Dreck ziehen. Doch der FC schafft es scheinbar nicht, diese Deppen in den Griff zu bekommen. Derzeit stellt sich nur die Frage, was die Chaoten als nächstes veranstalten, um dem Verein einen weiteren Bärendienst zu erweisen. Es scheint, als könnte dem FC aktuell nur ein Exorzist helfen, um das Negative und Böse aus dem Verein zu bekommen. Wenn das nicht schnell gelingt, dann haben die Verantwortlichen in der nächsten Zeit wirklich kein Argument mehr, das für einen Wechsel in die Domstadt spricht.

Die sportliche Perspektive ist fragwürdig, das Geld nicht da und Spieler müssen Angst vor den eigenen Fans haben. Der FC ist im September 2012 an einem neuen historischen Tiefpunkt angelangt…
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