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Kray - Gladbach II 3:1

"In der Winterpause kann ich aufhören"

Sensations-Aufsteiger FC Kray hat ein weiteres Ausrufezeichen gesetzt. Die Essener setzten sich gegen Borussia Mönchengladbach II hochverdient mit 3:1 durch.


Langsam wird es wirklich unheimlich. Mönchengladbachs Trainer Sven Demandt war nach der Begegnung beim Aufsteiger FC Kray heilfroh, dass am Ende nur eine 1:3-Niederlage zu Buche stand. „Hätte unser Torhüter Kevin Birk in einigen Situationen nicht hervorragend pariert, wären wir richtig unter die Räder gekommen“, stellte Demandt fest.


Der Linienchef der Borussen hatte keinesfalls Unrecht. Sein Team, das durch den Bundesliga-Profi Peniel Mlapa verstärkt wurde, hatte dem sensationellen Tempofußball des Außenseiters überhaupt nichts entgegen zu setzen. Die Krayer belohnten sich für ihren überragenden Auftritt mit dem ersten Heimsieg und dem dritten Erfolg im fünften Spiel. „Wir sind endgültig in dieser Liga angekommen“, befand FCK-Coach Dirk Wißel, dessen Mannschaft sich völlig unbeeindruckt von der zuletzt unendlichen Stadiondiskussion zeigte. „Wir befassen uns mit diesem Thema nicht. Die Jungs sollen sich einzig auf den Fußball konzentrieren. Am Freitag in Bochum können wir auch auf dem Parkplatz spielen. Ändern können wir es eh nicht.“

Auch der frühe Rückstand durch Amin Younes (5.) brachte die Essener nicht aus dem Konzept. Nur zwei Minuten später ließ Maskenmann Georgios Ketsatis, der 14 Tage nach seinem Nasenbeinbruch gegen die Kölner Viktoria wieder auflaufen konnte, den Ausgleich folgen. Von diesem Zeitpunkt an dominierte das Sensationsteam der Liga den letztjährigen Tabellenvierten nach Belieben und ging in der 25. Minute durch den zweiten Treffer von Ketsatis in Führung. Der Linksverteidiger verwandelte einen Strafstoß nach einem Foul von Gladbachs Torhüter Birk an Kevin Barra. Für die Vorentscheidung zeichnete nur drei Minuten nach der Halbzeitpause Kevin Kehrmann verantwortlich, der eine Vorarbeit des bärenstarken Koreaners Mun Jong Hyun verwertete. „Bis auf das Gegentor zum 0:1 hätte ich diese Partie im Vorfeld so auf dem Reißbrett gemalt. Die Jungs haben einen ganz tollen Job gemacht. Wir hatten ein großes Chancenplus und haben absolut verdient gewonnen“, schwärmte Wißel.

Der ehemalige Speldorfer kommt aus dem Schwärmen derzeit nicht heraus. Anders als zu Landes- und Verbandsligazeiten, als er auch nach überzeugenden Auftritten dafür bekannt war, das Haar in der Suppe zu suchen, singt er ein Loblied nach dem anderen auf seine Truppe. „Wenn wir noch einige Male so auftreten wie gegen Gladbach, kann ich in der Winterpause aufhören“, schmunzelte Wißel.

Der nicht enden wollende Lauf des einstigen Essener Amateurteams sorgt allerorts für Staunen. Zuspruch erhielt Wißel auch von seinem Gladbacher Trainerkollegen. Demandt: „Davor ziehe ich den Hut. Diese Mannschaft spielt richtig tollen Fußball.“

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