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BVB: Weidenfeller
"Auf dem Platz brauche ich keine Tempos"

Eigentlich ist es inzwischen kaum noch vorstellbar, dass ein anderer Schlussmann als Roman Weidenfeller das Tor der Dortmunder Borussia hüten könnte.

Schließlich ist der gebürtige Rheinland-Pfälzer schon seit 2003 der Stammkeeper des BVB. Über seinen schon sprichwörtlichen Ehrgeiz und die Generation Play-Station sprach RevierSport kurz vor dem Abflug aus dem Trainingslager in Jerez mit dem 30-Jährigen.

Roman Weidenfeller, am Freitag beginnt die Rückrunde für den BVB mit dem wegweisenden Spiel bei Bayer Leverkusen. Somit bietet sich Ihnen und Ihrer Mannschaft die Gelegenheit, in der Bundesliga für klare Verhältnisse zu sorgen. Ein Sieg wäre auf jeden Fall eine klare Ansage an die Konkurrenz.

Das wäre eine Ansage. Deshalb werden wir auch extrem engagiert in diese Partie gehen - so wie in jedes Spiel. Denn wir wollen in der Rückrunde zeigen, dass wir in der Hinrunde nicht durch Glück gewonnen haben, sondern durch unsere Qualität. Und in Leverkusen wollen wir damit beginnen.

Sollte dort tatsächlich ein Sieg gelingen, würde es immer schwieriger, mit dem der Borussia eigenen Understatement in die restlichen Spiele zu gehen, weil jeder von Ihnen die Deutsche Meisterschaft erwartet. Wäre vor diesem Hintergrund Rang vier eine Enttäuschung?

Warum sollte das eine Enttäuschung sein? In der nächste Saison international zu spielen, wäre auf keinen Fall eine Enttäuschung. Warum, frage ich mich, sollte das ein Rückschritt sein oder ein verfehltes Ziel? Wir waren letzte Saison Fünfter. Wir sollten nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen.

Vorbereitet haben Sie sich auf die Rückrunde in Jerez. Wie fällt Ihr Fazit der Tage in Spanien aus?

Sehr gut. Wir haben optimale Bedingungen vorgefunden und haben hart gearbeitet. Wir sind gerüstet für eine Rückrunde, die brutal schwer für uns wird.

Ihr Zimmer haben Sie sich dort mit Sebastian Kehl geteilt. Wie darf man sich den Tagesablauf dort vorstellen?

Ach, eben haben wir zum Beispiel ein kleines Pläuschchen gehalten. Wir sind ja nicht so die ‚Generation Playstation’. Wir beschäftigen uns schon noch ein bisschen anders als die jungen Kollegen.

An der Spielkonsole konnte man Sie also nicht beobachten?

Richtig. Ich hätte gar keine Chance gegen die Jungs. Bevor ich mich blamiere, lasse ich es lieber ganz sein. Aber das Gute ist: Trotzdem weiß man immer, wer gewinnt, weil der Verlierer nebenan die Wand einschlägt oder die Tür eintritt.

Dinge, die man Ihnen wegen Ihres Ehrgeizes auch zutrauen würde.

Verlieren konnte ich noch nie. Weder beim Fußball, noch als Kind beim Memory. Das geht so weit, dass ich früher kurz vor dem verlorenen Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel noch mal kurz den Tisch umgeschmissen habe.

Wie ist es heute bei Gegentoren im Training oder im Spiel?

Da kriege ich natürlich einen Hals. Früher, als kleiner Junge, sind dann auch gerne mal die ersten Tränen geflossen. Mittlerweile hat es sich ein bisschen gebessert (lacht). Auf dem Feld brauche ich jedenfalls keine Tempos mehr.

Auch weil Sie die beste Hinrunde Ihrer Karriere gespielt haben?

Das weiß ich nicht. Wir alle werden jetzt natürlich ganz anders wahrgenommen. Ich habe auch früher schon viele Bälle gehalten und war zwei Jahre lang in allen Rankings vorne. Leider vergessen die Leute das bei mir immer. Warum, weiß ich nicht.

Vergessen sind auch die Zeiten, in denen Sie in jedem Spiel vollbeschäftigt waren. Inzwischen dringen immer weniger Angriffe bis zu Ihnen durch. Macht das die Sache schwerer?

Natürlich, manchmal bekommst du nur zwei Schüsse aufs Tor und musst zusehen, dass du die Mannschaft im Spiel hältst. Das ist etwas anderes, als bei einer abstiegsbedrohten Mannschaft zu spielen, wo du alle fünf Minuten einen Schuss auf die Kiste bekommst. So eine Phase gab es ja auch schon einmal, als wir gegen den Abstieg gespielt haben. Und da konnte ich natürlich mehr glänzen.

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