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WM-Geschichte
Die größten Skandale

WM-Geschichte: Die größten Skandale

Der Biss von Luis Suarez in die Schulter von Giorgio Chiellini brachte der Endrunde in Brasilien ihren ersten großen Skandal ein.

In der Geschichte der Fußball-WM gab es davon schon einige. Der SID gibt einen Überblick:

DIE SCHLACHT VON SANTIAGO (2. Juni 1962) WM in Chile, zweiter Vorrundenspieltag, Italien gegen Chile. Das Spiel geht als Schlacht von Santiago in die Annalen ein. Weil sich italienische Medien zuvor abfällig über das Gastgeberland äußerten ("von Armut geplagte Müllkippe voller leichter Mädchen"), ist die Atmosphäre vergiftet. Das Spiel artet völlig aus, brutale Fouls und mehrere Tätlichkeiten ziehen zum Teil schwere Verletzungen nach sich. "Ich habe kein Fußball-Spiel geleitet, sondern in einem militärischen Manöver geschlichtet", sagte der englische Schiedsrichter Ken Ashton später.

DAS WEMBLEY-TOR (30. Juni 1966) WM in England, Finale England gegen Deutschland in London. Der WM-Titel der Gastgeber hat einen faden Beigeschmack. Das vorentscheidende 3:2 im Finale gegen Deutschland durch Geoff Hurst in der Verlängerung geht als Wembley-Tor in die Fußball-Geschichte ein. Am Ende gewinnt England 4:2. Nur ein paar Briten glauben heute noch, dass der Ball drin war.

ARGENTINISCHE TORFLUT (21. Juni 1978) WM in Argentinien. In der zweiten Finalrunde kommt es zum überraschenden 6:0-Kantersieg von Argentinien gegen Peru. Der Gastgeber sichert sich dadurch den ersten Rang und den Einzug in das WM-Endspiel gegen die Niederlande. Leidtragender ist der argentinische Erzrivale Brasilien, der sich mit dem Spiel um den dritten Platz zufrieden geben muss. Die Peruaner ergeben sich fast kampflos den WM-Gastgebern, die am Ende auch Weltmeister werden. Das argentinische Militär-Regime lässt sich im Licht des ersten WM-Triumphes feiern. Bis heute halten sich die Gerüchte, Argentiniens Junta-Chef Jorge Videla habe höchstpersönlich die Anweisung gegeben, das gewünschte Spielergebnis mittels Bestechung zu ermöglichen.

DER SCHEICH UND DER SCHIEDSRICHTER (21. Juni 1982) WM 1982 in Spanien, zweites Gruppenspiel Frankreich gegen Kuwait. Nach dem Treffer zum 4:1 durch Alain Giresse stürmt Scheich Fahid al-Ahmad al-Sabah aufs Feld und fordert den ukrainischen Schiedsrichter Miroslav Stupar auf, den Treffer zurückzunehmen, weil seine Mannschaft wegen eines Zuschauerpfiffes zuvor irritiert worden sei und deshalb das Spielen eingestellt habe. Stupar knickt ein und nimmt das Tor zurück - und wird tags darauf suspendiert. Frankreich gewann das Spiel nach einem weiteren Treffer trotzdem 4:1.

DIE SCHANDE VON GIJON (25. Juni 1982) WM 1982 in Spanien. Deutschland und Österreich verständigen sich im letzten Gruppenspiel nach dem frühen 1:0 durch Horst Hrubesch (10.) auf einen Nichtangriffspakt. Algerien, das zuvor das deutsche Team noch beim 1:2 bis auf die Knochen blamiert hatte, scheidet tatenlos aus und fühlt sich wohl zu Recht noch heute betrogen. Das spanische Publikum pfeift sich während des unwürdigen Spektakels die Seele aus dem Leib und wedelt mit Taschentüchern, algerische Zuschauer halten Geldscheine in die Kameras.

TONI SCHUMACHER VS: PATRICK BATTISTON (8. Juli 1982) WM in Spanien, Halbfinale Deutschland gegen Frankreich in Sevilla: In der 57. Minute rammt der deutsche Torwart Toni Schumacher mit der Wucht einer Abrissbirne den gerade eingewechselten Patrick Battiston um. Der Franzose erleidet eine Gehirnerschütterung und einen angebrochenen Halswirbel. Deutschland gewinnt im Elfmeterschießen. Schumacher sorgt auch mit seiner Antwort auf die Anmerkung eines Journalisten, Battiston habe bei der Aktion ein paar Zähne verloren, weltweit für Empörung: "Dann zahle ich ihm seine Jacketkronen." Die Wellen schlagen derart hoch, dass der französische Präsident Francois Mitterrand und Bundeskanzler Helmut Schmidt sich genötigt sehen, eine gemeinsame Presseerklärung herauszugeben.

DIE HAND GOTTES (22. Juni 1986) WM in Mexiko, Viertelfinale Argentinien gegen England in Mexiko Stadt. Steve Hodge misslingt ein Klärungsversuch (51.): Er schlägt den Ball hoch in die Luft. Torhüter Peter Shilton kommt aus dem Tor und will den Ball fangen. Auch Diego Maradona, 20 Zentimeter kleiner als Shilton, springt hoch - den körperlichen Nachteil macht er wett, indem er die linke Hand benutzt. Der Ball fliegt ins Tor - 1:0. Maradona, der auch noch das "Jahrhunderttor" zum 2:1-Endstand erzielte, sagt später in die TV-Kameras: "Es war ein bisschen die Hand Gottes und ein bisschen Maradonas Kopf." Erst im Jahr 2005 gibt Maradona zu, den Ball nur mit der Hand gespielt zu haben.

LAMA RIJKAARD VS. RUDI VÖLLER (24. Juni 1990) WM in Italien, Achtelfinale Deutschland gegen die Niederlande in Mailand: Schon nach gut 20 Minuten rastet Oranje-Star Frank Rijkaard aus, spuckt Rudi Völler in die Locken und zieht ihm wenig später am Ohr. Schiedsrichter Juan Loustau (Argentinien) zeigt Rijkaard die Rote Karte - aber auch Völler. Beim Verlassen des Platzes bespuckt der Niederländer "Tante Käthe" erneut. Die DFB-Elf gewinnt 2:1 und wird später Weltmeister.

DIEGO MARADONA (30. Juni 1994) WM in den USA. Nach zwei großartigen Vorstellungen gegen Griechenland (4:0) und Nigeria (2:1) wird Diego Maradona, damals schon 33 Jahre alt, des Dopings überführt. Der argentinische Weltstar war vollgepumpt mit einem Ephedrin-Cocktail. Es ist der Anfang vom Ende einer großartigen Karriere und der bislang letzte Dopingfall bei einer WM.

EQUIPE TRICOLORE VS: RAYMOND DOMENECH (20. Juni 2010) WM 2010 in Südafrika. Frankreichs Trainer Raymond Domenech gerät nach dem Spiel gegen Mexiko (0:2) mit Stürmer Nicolas Anelka aneinander. Der Streit über taktische Disziplin eskaliert. Zwei Tage vor dem entscheidenden letzten Gruppenspiel gegen Südafrika verweigert die Mannschaft Domenech die Gefolgschaft und boykottiert das Training. Gegen Südafrika verliert Frankreich 1:2 und fährt als Gruppenletzter nach Hause. Mit der Aktion befassten sich danach sogar höchste politische Kreise, der französische Verband sperrte hinterher einige der Stars.

DER KOPFSTOSS DES GROSSEN ZIDANE (9. Juli 2006) WM in Deutschland, Finale Italien gegen Frankreich in Berlin. Es ist das bittere Ende einer Weltkarriere. Frankreichs Idol Zinedine Zidane streckt Marco Materazzi in der Verlängerung mit einem Kopfstoß gegen die Brust nieder und sieht die Rote Karte. Der Italiener soll seine Schwester beleidigt haben. Die Equipe Tricolore verliert im Elfmeterschießen. Zidane spielt nie wieder Fußball.

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