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RS-NR-Pokal
Als die SSVg die Hafenstraße stürmte

Foto: Michael Gohl

Nostalgie vor dem Pokalschlager zwischen Velbert und RW Essen. 2006 schafften die Blauen mit einem 3:0 beim hohen Favoriten Rot-Weiss die Sensation.

In Velbert steigt die Pokalstimmung, am kommenden Sonntag freut sich die SSVg auf hohen Besuch: Um 15 Uhr empfängt der Oberligist den Regionalligisten und früheren Bundesligisten Rot-Weiss Essen in der Christopeit-Sport-Arena zum Schlager des Achtelfinales im Niederrheinpokal.

Eine Partie, die auch Nostalgiker auf den Plan ruft. Nicht nur, weil der Name Rot-Weiss Essen mit nationaler Fußball-Historie verbunden ist: Deutscher Meister, Deutscher Pokalsieger, drei Aufstiege in die Bundesliga, viele Jahre 2. Bundesliga, Helmut Rahn und Hafenstraße, Kultstatus, Fan-Begeisterung etc.

4000 in der Christopeit-Arena

Sondern auch, weil in der SSVg-Historie zwei besondere Pokalspiele zwischen Velbert und Essen verzeichnet sind – eines im inzwischen abgerissenen Georg-Melches-Stadion, eines in der Christopeit Arena. Hier stieg 2011 das Niederrhein-Endspiel: Vor fast 4000 Zuschauern unterlag die SSVg den Rot-Weissen mit 0:1, das Tor erzielte Timo Brauer, der auch zum aktuellen Kader der Rot-Weissen zählt. Wir widmen uns an dieser Stelle aber dem anderen historischen Pokalspiel etwas ausführlicher, es ist länger als ein Jahrzehnt her: Im Mai 2006 sorgte die SSVg für eine Sensation.

Damals stand das Halbfinale der Niederrheinpokals auf dem Plan. Die SSVg reiste als Oberligist und krasser Außenseiter zu den Essener Rot-Weissen. Die führten nämlich die Tabelle der Regionalliga (damals die dritthöchste deutsche Klasse) mit beträchtlichem Vorsprung an und standen dicht vor dem Aufstieg in die 2. Bundesliga — den sie ein paar Wochen später auch schafften. Doch die Velberter stürmten das Stadion an der Hafenstraße und gewannen mit 3:0. Das Team von Trainer Hans-Günter Bruns zog damit triumphal ins Endspiel ein. Hier überlistete die SSVg in Gestalt des Wuppertaler SV gleich noch den nächsten Favoriten und erreichte mit dem 1:0-Erfolg in die DFB-Pokal-Hauptrunde.

Das goldene Tor gegen den WSV schoss Tino Reucher — der quirlige Mittelfeldspieler hatte auch an der Hafenstraße das 1:0 erzielt und so den Coup eingeleitet. Ales Kohout und Musa Celik erhöhten dann sogar noch auf 3:0 – welch ein Erfolg für die SSVg, welch eine Pleite für den Fast-Zweitligisten RWE. Dessen Trainer Uwe Neuhaus hatte zwar einige Asse mit Blick auf den Liga-Endspurt geschont, aber immer noch eine erstklassige Profi-besetzung aufgestellt. Deshalb haute er kräftig drauf: „ Alle, die ich aufgeboten habe, erheben den Anspruch, in der 2. Bundesliga zu spielen. Aber das war Feierabend-Fußball“, schimpfte er. Angesprochen waren somit Leute wie Ali Bilgin, wie der frühere Deutsche Meister von Werder Bremen, Holger Wehlage oder wie der spätere Bundesliga-Spieler Moritz Stoppelkamp — aber auch zwei Spieler, die später bei der SSVg landeten: Abwehrmann Dimitrios Pappas und Mittelfeld-Spieler Stephan Nachtigall.

Sie alle hatten gegen eine starke SSVg-Auswahl kein Rezept. Hier war auf Torwart Marcel Grote sowie auf die Achse um Routinier Michael Bestler, Kapitän Markus Kaya und Mittelfeld-Wirbler Tino Reucher Verlass. „Meine Spieler haben gebrannt“, lobte Coach Hans-Günter Bruns. Das honorierten sogar die RWE-Fans: Sie feierten nach dem Abpfiff den wackeren Außenseiter.

Niederrheinpokal Halbfinale 2006: RW Essen: Langerbein, Ristau, Pappas, Nikol, Nachtigall (56. Bilgin), Gorschlüter, Stoppelkamp (78. Wehlage), Oezbek, Younga-Mouhani, Calik (67. Boskovic), Löbe. SSVg: Grote, Schlieter, Bestler, Ballout, Weiß, Kurtz, Reichert, Kaya, Reucher (90. Seiter), Finnern (71. Salvador), Kohout. Tore: 0:1 Reucher (41.), 0:2 Kohout (54.), 0:3 Celik (90. + 2.).

Autor: Ulrich Tröster

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