S04

Stambouli steht auf "asoziale Schalker"

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Nach anfänglichen Startschwierigkeiten ist Benjamin Stambouli mittlerweile endgültig angekommen beim FC Schalke 04. Das erkennt man auch daran, dass der Franzose unter der Dusche die Gesänge der Fans anstimmt.

"Ich genieße das, die Lieder der Kurve sind bei mir zu echten Ohrwürmern geworden. Ich singe sie den ganzen Tag, gerade unter der Dusche", verriet Stambouli in einem Interview mit dem Magazin "11 Freunde". Der Gesang "Wir sind Schalker, asoziale Schalker, schlafen unter Brücken oder in der Bahnhofsmission", habe es ihm besonders angetan.


Von Ralf Fährmann und Leon Goretzka habe er sich den Text übersetzen lassen. Gerade, dass der Gesang früher verächtlich von gegnerischen Fans angestimmt wurde, bevor die Schalker ihn selbst übernahmen, gefällt dem Franzosen: "Viele Leute haben nicht viel Geld, aber trotzdem sind sie stolz auf ihren Klub. Andere würden sich genieren, aber die Leute hier schreien raus: 'Ihr könnt uns alle mal. Auch wenn wir kein Geld haben, uns egal, wo wir schlafen - Hauptsache, wir fahren euch hinterher.' Ich liebe das."

Auch wenn Stambouli von der Direktheit der Menschen im Ruhrgebiet anfangs etwas überrascht war, gefällt ihm diese Art mittlerweile: "Das mag ungewöhnlich sein, aber es ist besser, wenn sie dir ihre Meinung direkt ins Gesicht sagen, als wenn sie dir auf die Schulter klopfen und dann lästern, wenn du weg bist."

"Hier können Leute zehn Bier trinken und sind nicht betrunken!"

Ziemlich beeindruckt waren auch Stamboulis Eltern, als sie zum ersten Mal ein Spiel ihres Sohnes auf Schalke besuchten - und zwar vom Alkoholkonsum der Leute: "Hier können Leute zehn Bier trinken und sind nicht betrunken! Und bei einem Tor, da werfen sie das Bier durch die Luft. Phantastisch!", berichtet Stambouli dem Magazin von der Erfahrung seiner Eltern.

Stambouli selbst bestritt am Mittwoch in Istanbul nach überstandener Syndesmose-Verletzung sein erstes Pflichtspiel in dieser Saison für Schalke und stand dabei gleich als Kapitän auf dem Platz. Eine Rolle, die er voller Stolz ausfüllte, wie er nach dem Spiel verriet. „Ich habe gefragt, ob ich die Kapitänsbinde behalten darf. Das ist eine tolle Erinnerung. Wenn du Kapitän eines Klubs bist, ist man es nicht nur für ein Spiel, sondern das bleibt man in einem Verein.“

Dass der Franzose in Istanbul Ralf Fährmann und den erfahrenen Naldo vertreten durfte, zeigt, welche Wertschätzung ihm Trainer und Mannschaft entgegenbringen. Seine Identifikation mit den Fans und der Region dürften ihm nun auch bei den Schalker Anhängern einige Pluspunkte einbringen. fn

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26.10.2018 - 20:33 - Libuda63

Wenn Stambouli fit ist, muss er spielen und auch Skrzybski hat die Chance verdient es nicht schlechter zu machen
als Embolo und Co.