DFB

Regionalliga-Reform - 3. Liga bald zweigleisig?

27. November 2018, 17:56 Uhr

Foto: firo

Der für die Amateure zuständige DFB-Vizepräsident Rainer Koch hat im Dauerstreit um eine Regionalliga-Reform als Kompromissvorschlag die Aufteilung der 3. Liga in zwei Staffeln ins Gespräch gebracht. 

"Wäre die 3. Liga zweigleisig, hätten wir eine echte pyramidale Ligenstruktur und mit der Bildung der dann fünf oder sogar sechs Regionalligen überhaupt keine Probleme", sagte Koch der Sport Bild (Mittwochsausgabe).

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte am Montag mitgeteilt, dass eine vom Verband eingesetzte Arbeitsgruppe dem Präsidium zeitnah einen Vorschlag vorlegen wird, der "als vorrangiges Ziel weiterhin die Reduzierung der Regionalliga von fünf auf vier Staffeln" vorsehe.

Das erarbeitete Modell beinhaltet die Aufteilung des "Flächenbereichs des DFB" in zwei Gebiete, aus denen heraus jeweils zwei Ligen gebildet und jeweils zwei Aufsteiger ermittelt werden. Wer zu welcher Liga gehört, sollen die jeweiligen Regional- und Landesverbände in Zusammenarbeit mit den Drittliga- und Regionalligavereinen entscheiden. Geplant ist, dass die Neuregelung des Aufstiegs zur 3. Liga beim DFB-Bundestag 2019 (26./27. September) verabschiedet werden soll.


Bekommt die Weststaffel einen festen Aufsteiger?

Am Montag hatte der "Kicker" berichtet, dass eine Arbeitsgruppe aufgelöst wurde, die eine Reform erarbeiten sollte, durch die eine Reduzierung der Regionalligen von fünf auf vier möglich gemacht werden sollte. Der Plan scheiterte offenbar, daher soll laut "Kicker" die Staffel West und die aus dem Südwesten ab der Spielzeit 2010/2021 einen festen Aufsteiger erhalten. Die weiteren beiden Aufsteiger müssten in einer gesonderten Spielrunde der Meister aus dem Nord, dem Nordosten und Bayern ermittelt werden.

Nun der neue Vorschlag von Koch. Klar ist nur, das Thema muss zu einer Lösung kommen, denn ein Viertligabetrieb, der so weiter geht wie bisher, wird immer weitere Unruhen und Proteste hervorbringen. Hajo Sommers, Präsident von Rot-Weiß Oberhausen, kennt die neuen Entwicklungen allerdings noch nicht: "Uns wurde nichts mitgeteilt, daher kann ich hier nur im Konjunktiv reden. Wenn das so kommen sollte und der Westen klatschen könnte, wäre das trotzdem weiter eine Unverschämtheit. Wir spielen alle in der Regionalliga, daher gilt auch das gleiche Recht für alle. Daher könnte ich mit so einer Lösung wenig anfangen." 

Marcus Uhlig, erster Vorsitzender von Rot-Weiss Essen, ergänzt: "Wir bewegen uns in einem noch spekulativen Bereich. Ich möchte mich noch nicht konkret äußern zu etwas, was sich erst anbahnt, sondern erst zu Fakten. An unserer Grundhaltung hat sich jedoch nichts geändert: Das System Regionalliga ist überarbeitungswürdig und -bedürftig. Wir haben die Erwartung, dass sich ein Szenario ergibt, was unter allen Punkten fair und ausgewogen ist und eine elementare Forderung erfüllt: nämlich, dass der Meister aufsteigt." sid / cb

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28.11.2018 - 16:55 - Hotteköln

2 x Dritte Liga plus Aufsteiger liest sich auf jeden Fall besser als die anderen Alternativen

28.11.2018 - 15:43 - franzwirtz

@ruhrpott-loewe

„Also mir gefällt die Idee der ZWEI-gleisigen Dritten Liga sehr gut!
Was spricht überhaupt dagegen?“ (...)

Wenn mich mein Eindruck nicht täuscht, entscheidet der DFB grundsätzlich immer „von oben nach unten“, sprich zugunsten der höheren Ligen. Spätestens wenn die 3. Liga Gelegenheit hat, sich diesbezüglich zu äußern, ist Schicht im Schacht mit dieser Endlos-Diskussion. Das vorangegangene Geschwafel einzelner DFB-Koryphäen entpuppt sich im gleichen Moment als vollkommen wertlos.
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28.11.2018 - 12:30 - ruhrpott-loewe

Also mir gefällt die Idee der ZWEI-gleisigen Dritten Liga sehr gut !

Was spricht überhaupt dagegen ?

Okay, die Fernsehgelder müßten dann nicht mehr durch 20, sondern durch 36 Vereine geteilt werden.

Aber. Man hätte weitaus mehr Derbys, also vermutlich auch mehr Zsuchauer. Außerdem wären deutlich geringere Reisekosten und eine größere Nähe zu Fans und Wirtschaft/Sponsoren gegeben.

Die Regionalliga kann ruhig in fünf Regionalbereichen verbleiben, sehe ich als vierte Halb-Profiliga, quasi als Schnittstelle zwischen Profi.Fussball und Amateurfussball. Da wird es immer noch genügend Spannung geben.

Wichtig: Meister steigen auf ! Auch wichtig, finanziell verliert kaum jemand.

Und zur Not könnten 1. und 2. Liga jeweils ein Prozent Solidaritäts-Abgaben in eine 3./4.Liga-Fonds zahlen, wegen der leicht geringeren TV-Gelder in der dritten Liga.

Vielleicht landet der eine oder andere (Zweit-)Bundesligist ja mal selbst in der 3. oder 4. Liga, kann ja sein :-))

Dritte Liga Nord und Süd - das ist ein sportlicher Königsweg und auch finanziell die bestmögliche Lösung.

28.11.2018 - 11:08 - Bahnschranke

Ich würde gerne mal lesen, wie die 3. Liga eine Aufteilung sieht. Ich höre immer nur, das in der dritten Liga kein Geld zu verdienen ist und das man sie nur als Durchgangsstation sehe, weil sie nicht zu finanzieren sei.
Wenn es daran liegt, dass kleinere Vereine von Flensburg nach Bayreuth reisen müssen, kann ich mir sogar gut vorstellen, dass man hier ne Menge Geld sparen kann. Nähe bedeutet ja auch mehr Zuschauer ...

28.11.2018 - 10:08 - Gutessen

Vier Regionalligen reichen! Da haben doch wieder irgendwelche DFB-Fuzzis, aus eigeninteresse ihre Finger im Spiel.

28.11.2018 - 10:07 - Gregor

Das ist der erste vernünftige Vorschlag, den ich seit Jahren zu diesem Thema lese. Die eingleisige 3.Liga einzuführen, war damals ein Fehler. Diese ist schon immer unattraktiv gewesen und wird es auch bleiben. Wen interessieren schon Paarungen wie z.B. Lotte gegen Unterhaching? Davon gibt es jeden Spieltag mindestens 3 oder 4. Mit einer zweigleisigen 3.Liga wird man deutlich weniger solcher uninteressanten Spiele haben. Weiterhin ist dann gewährleistet, dass die Meister der Regionalligen direkt aufsteigen können. Also worauf wartet man noch? Schnellsten handeln und umsetzen.

28.11.2018 - 09:29 - Gutessen

Zu Uhligs Kommentar: Mit vielen Worten wenig gesagt, bzw. das was man schon kennt. Gähn!

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28.11.2018 - 06:50 - ruhrpott-loewe

Na bitte - geht doch :-)

Jetzt sollte dieses Projekt, also ZWEI-gleisige dritte Liga plus fünf weiterhin existente Regionalligen, von allen Kritikern, Nörglern und Besserwissern, auch nach allen Kräften gepusht werden.

Auch im Interesse vieler Vereine dürfte diese "Salomonische Lösung" sein, von mir aus auch "Gordischer Knoten" oder wie auch immer.

Dass die Spielstärke der dritten Liga verwässert wird, glaube ich absolut nicht, denn es würden die 18 besten Clubs aus den fün Regionalligen dazu stossen, so dass man dann 36 Vereine in 3. Liga Nord und 3. Liga Süd beisammen hätte.

Also aus jedeer Regionalliga die besten vier, über´n Daumen gerechnet, die sind sicher kaum schwächer als Großaspach, Meppen oder Zwickau oder Lotte.

Von daher: Zweigleisige Dritte Liga und weiterhin !!!!! Fünf Regionalligen, das wäre perfekt.

Jetzt sollten auch die Vereine nach dieser echten Chance greifen, sonst steigen Meister nie mehr direkt auf.

28.11.2018 - 01:09 - Jawattenn

Ich möchte nicht falsch verstanden werden, aber das ist exakt das Modell, dass ich vor Monaten bereits Herrn Koch persönlich als auch dem Westdeutschen Fußball - und Leichtathletikverband vorgeschlagen hatte:

eine zweigleisige 3. Liga tut niemandem weh, im Gegenteil... 18 bis 20 Mannschaften steigen auf, alle Meister der Regionalligen(5) steigen automatisch auf. Die Drittletzten der beiden dritten Ligen spielen im KO- System den 5. Absteiger aus.

Man muss es nur wollen.
Welcher 3.Ligist würde sich nicht freuen, wenn Mannschaften wie RWE, RWO, Alemannia Aachen, Waldhof Mannheim, Kickers Offenbach usw. da spielen würden, wo sie mindestens (allein wegen des respektablen Zuschauerpoternzials) hingehören.

27.11.2018 - 18:36 - Bahnschranke

Und täglich grüßt das Murmeltier ... aber zumindest Koch scheint kapiert zu haben, dass "Meister aufsteigen müssen".