Wuppertal

Große Trauer um verstorbenen Schiedsrichter

Foto: RevierSport

Der Vorsitzende des Schiedsrichterausschusses in Wuppertal starb Sonntag auf dem Platz. Unter den Fußballern herrscht Bestürzung. Es bleiben viele gute Erinnerungen.

Die Nachricht vom plötzlichen Tod von Wolfgang Vaak hat im Fußballkreis Wuppertal-Niederberg und über dessen Grenzen hinaus für Bestürzung gesorgt. Der 55-Jährige starb Sonntag auf dem Fußballplatz in Ronsdorf, bei der Leitung des Spiels TSV Ronsdorf II gegen SV Heckinghausen. Wiederbelebungsversuche und Erste-Hilfe-Maßnahmen waren vergeblich, nachdem Vaak nach der Pause zusammengebrochen war. Das nachfolgend angesetzte Bezirksliga-Spiel wurde abgesagt, genauso wie auch die Partie der Fußballerinnen der SSVg Velbert gegen SuS Niederbonsfeld.

 
„Der Schiedsrichter bei unserem Spiel sagte, er sei ein langjähriger Freund von Wolfgang Vaak und fühlte sich nicht in der Lage, zu pfeifen. Dafür haben wir natürlich vollstes Verständnis“, sagte SSVg-Trainer Christian Reinhardt.

Der Unparteiische war bei Weitem nicht der einzige, der geschockt war. SSVg-Schiedsrichter Florian Kötter erfuhr davon im Urlaub. „Ich habe auf Facebook die Nachricht gesehen, aber ohne Namen. Ich habe nachgeguckt, wer das Spiel pfeifen sollte – mir ist fast das Handy aus der Hand gefallen, als ich den Namen gelesen habe.“

Er habe Vaak seit 28 Jahren gekannt, „wir waren langjährige Schiedsrichter-Weggefährten und Freunde“, so Kötter. „Wolfgang war sehr lebensfroh. Ich kann nicht fassen, dass er so plötzlich aus dem Leben gerissen wurde.“
Auch beim SC Velbert ist man schockiert. „Das macht mich sehr betroffen, das macht alle bei uns im Verein sehr betroffen“, sagt Klaus Hemsing, der Leiter der Schiedsrichter beim SC. „Es ist eine harte Nachricht und überraschend – er war immer topfit. Wir werden Wolfgang in guter Erinnerung halten.“

Vaak hat sich jahrelang als Chef des Kreisschiedsrichter-Ausschusses engagiert und stand auch immer selbst auf dem Platz. Er war auch für die Spielansetzungen der Schiedsrichter zuständig. Ein besondere Anliegen, das er in Interviews auch mit der WAZ äußerte, war, junge Menschen für das Schiedsrichterwesen zu begeistern. Umso schärfer kritisierte er die, die mit Drohungen und Gewalt Schiedsrichtern den Spaß am Ehrenamt nahmen. Sein Tod rief emotionale Reaktionen hervor.

„Diese Nachricht ist unfassbar“

FVN-Präsident Peter Frymuth: „Die Nachricht hat bei mir große Betroffenheit ausgelöst. Sie ist unfassbar. Wolfgang Vaak war nicht nur leidenschaftlicher Schiedsrichter, er engagierte sich zudem auch als Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses in hohem Maße für seine Schiedsrichter-Kollegen. Den Angehörigen gilt die große Anteilnahme der gesamten Fußballfamilie am Niederrhein.“ 

Vom SV Heckinghausen, dessen erste Mannschaft das letzte Team war, dessen Partie Wolfgang Vaak leitete, heißt es: „Wir mussten es mit ansehen und uns fehlen die Worte. Herzliches Beileid an Familie Vaak und Angehörige.“ Viele Vereine aus dem Kreis, von Türkgücü bis Stella Azzurra, aber auch darüber hinaus, drückten in Mitteilungen und in den sozialen Medien ihre Trauer und ihr Beileid aus.

Auf der Facebook-Seite der Schiedsrichter im Fußballkreis stehen seit Sonntagabend diese Worte: „Wolfgang wurde bei der Ausübung unseres Hobbys viel zu früh aus dem Leben gerissen. Mit Wolfgang verliert unsere Vereinigung nicht nur einen sehr geschätzten Obmann, der sich unermüdlich für unsere Anliegen eingesetzt hat, sondern insbesondere einen guten Freund. Die gesamte Schiedsrichtervereinigung ist sehr traurig und unser tiefstes Mitgefühl gilt seiner Familie. Wir werden dich sehr vermissen, Wolfgang. Ruhe in Frieden.“

Autor: Philipp Ziser

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