3:0

Dortmund besiegt Monaco

Sebastian Weßling
03. Oktober 2018, 22:55 Uhr

Foto: firo

Borussia Dortmund besiegte am Mittwochabend die AS Monaco mit. Bruun Larsen, Paco Alcacer und Marco Reus schossen die Tore für die Mannschaft von Trainer Lucien Favre.



Eben noch hatte sich Paco Alcácer fassungslos zu Boden sinken lassen, hatte gehadert mit sich und der Welt – und nun jubelte er ekstatisch vor der Südtribüne und die meisten der 66.099 Zuschauer jubelten mit ihm: Der Stürmer von Borussia Dortmund hatte erst per Elfmeter das entscheidende 2:0 gegen die AS Monaco vergeben, diesen Fehler aber nur drei Minuten später mit seinem Treffer aus dem Spiel wieder vergessen gemacht – und nicht nur deswegen wesentlich dazu beigetragen, dass der BVB sein zweites Champions-League-Gruppenspiel mit 2:0 (0:0) gewann.


Der Treffer war sein viertes Tor im dritten Spiel für Dortmund – dabei stand der Neuzugang vom FC Barcelona erstmals in der Startaufstellung. Denn Trainer Lucien Favre hatte seine Mannschaft wieder einmal umgebaut: Christian Pulisic musste wegen eines Muskelfaserrisses in der Wade pausieren, daneben fehlten Marcel Schmelzer (Kniebeschwerden) und Shinji Kagawa (Sprunggelenksbeschwerden) weiterhin verletzt. Jacob Bruun Larsen, Maximilian Philipp und Achraf Hakimi saßen erst einmal nur auf der Bank, dafür rückten Lukasz Piszczek, Marius Wolf, Jadon Sancho und eben Alcácer in die erste Elf. Und der Spanier präsentierte sich von Beginn an enorm einsatzfreudig, schon nach vier Minuten kam er im Strafraum an den Ball – seine Ablage nach Lukasz Piszczeks Flanke aber war weder für Mit- noch Gegenspieler zu erreichen.

Der BVB startete ordentlich in die Partie, hatte mehr vom Ball und vom Spiel – nur der letzte Pass in die Spitze wollte lange nicht klappen. Dafür wurde Monaco bei sporadischen Gegenstößen äußerst gefährlich: Der im Sommer von Bayer Leverkusen gekommene Linksverteidiger Benjamin Henrichs schoss aus 20 Metern über das Tor, dann hielt Roman Bürki zweimal gegen Youri Tielemans: einmal ohne Mühe, weil der Ball aus 25 Metern genau in seine Arme flog (17.), dann aber kratzte er die Kugel spektakulär aus dem Winkel (19.).

Es dauerte, bis der BVB zu Chancen kam – und wenn, war Alcácer beteiligt: Marco Reus eroberte den Ball, Marius Wolf zog an, spielte auf Thomas Delaney, der sofort querlegte auf Alcácer – und der Spanier verfehlte das Tor mit seinem Schlenzer von der Strafraumgrenze nur um Zentimeter (32.). Wenig später legte der Neuzugang einen Querschläger im Strafraum gedankenschnell ab auf Wolf, doch dessen Drehschuss hielt Diego Benaglio mit einer Glanztat (39.). Dabei aber verletzte sich der frühere Torhüter des VfL Wolfsburg und musste kurz vor der Halbzeitpause ausgewechselt werden. Es kam der kroatische WM-Finalist Danijel Subasic.

Und dessen erste Aufgabe bestand kurz danach daraus, den Ball aus dem Netz zu holen: Jadon Sancho steckte genau im richtigen Moment auf den eben erst eingewechselten Bruun Larsen durch und der behielt frei vor dem Tor die Nerven und schoss trocken zum 1:0 ein (51.). Alc#acer hätte neun Minuten später erhöhen können, als ihn Axel Witsel steil in Richtung Tor schickte, doch Djibril Sidibé war schneller und grätschte ihn kurz vorm Strafraum sauber ab. Und dann erstickte der Torschrei der 66.099 Zuschauer jäh, als Piszczek querlegte, Alcácer durchließ und Marco Reus vom Elfmeterpunkt hauchzart vorbei schoss (62.). Und Monaco? Die Gäste hatten einen harmlosen Kopfball durch Star-Stürmer Radamel Falcao (64.) – dann war wieder der BVB an der Reihe: Kamil Glick brachte Reus im Strafraum zu Fall, doch Alcácer hämmerte den fälligen Elfmeter an die Latte (69.). Der eingewechselte Julian Weigl spielte einen herrlichen Steilpass auf Jadon Sancho, der aben neben Torhüter Subasic auch das Tor überlupfte (70.).

Und dann sorgte Alcácer doch für die Entscheidung: Von Reus genau in den Raum zwischen den beiden Innenverteidigern geschickt, umkurvte er Subasic und schoss dann an den mitgelaufenen Abwehrspielern vorbei ins Netz (72.).

Die Partie war gelaufen. Monaco mühte sich noch, nach vorne zu kommen, konnte Bürkis Tor aber nicht mehr in Gefahr bringen. Der BVB beschränkte sich darauf, zu verteidigen, spielte seine Konter nicht mehr konsequent aus – bis in die Nachspielzeit: Da setzte sich Bruun Larsen auf der linken Seite noch einmal durch, gab den Ball scharf nach innen und Marco Reus schoss am zweiten Pfosten gegen die Laufrichtung von Subasic zum 3:0 ein. Und Dortmund hat nun mit zwei Siegen aus zwei Spielen und der Tabellenführung vor dem punktgleichen Konkurrenten Atletico Madrid gute Aussichten, die Gruppenphase der Champions League in diesem Jahr zu überstehen.

Autor: Sebastian Weßling

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