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DFB-Präsident tritt zurück - neue Doppelspitze

02. April 2019, 13:17 Uhr

Foto: firo

Reinhard Grindel wird offenbar noch am Dienstag seinen Rücktritt als DFB-Präsident verkünden. Das berichten mehrere Medien.

Am Ende war es wohl eine Uhr, die die Zeit von Reinhard Grindel als DFB-Präsident endgültig ablaufen ließ. Der DFB-Präsident soll nach Informationen dieser Redaktion noch am Dienstag zurücktreten. Dies hatten zunächst Bild und ZDF vermeldet.

Zusatzeinkünfte über 78.000 Euro


Grindel war seit Freitag stark unter Druck, nachdem der Spiegel berichtet hatte, dass der 57-Jährige als Aufsichtsrats-Vorsitzender einer DFB-Tochterfirme in 13 Monaten 78.000 Euro kassiert hatte – obwohl ihm der DFB pro Monat 7200 Euro Aufwandsentschädigung und dazu noch einmal 7200 Euro Verdienstausfall zahlte. Das war in den Augen der Kritiker einerseits instinktlos, andererseits wohl auch ein Satzungsverstoß: Das Geld für das Aufsichtsratsmandat hätte laut Satzung des Verbands mit dem Verdienstausfall verrechnet werden müssen.

Am Montagabend enthüllten dann Bild und Spiegel, dass sich Grindel vor anderthalb Jahren eine Luxus-Uhr hatte schenken lassen, die angeblich einen niedrigen fünfstelligen Wert hatte – und zwar von einem ukrainischen Fußball-Oligarchen.

Spätestens da war in den Augen der Kritiker klar, dass nicht viel übrig war vom Transparenzversprechen, mit dem Grindel 2016 nach der Affäre um dubiose Zahlungen im Rahmen der WM 2006 sein Amt angetreten hatte.

Unterstützer rücken von Grindel ab

Unter den Vertretern des Profi-Lagers hatte der ehemalige DFB-Schatzmeister und CDU-Bundestagsabgeordnete schon bei Amtsantritt wenig Rückhalt besessen, nun rückten auch im Lager der Amateure immer mehr einstige Unterstützer von ihm ab. Denn Grindels öffentliches und internes Ansehen hatte schon zuvor gelitten, durch seinen Schlingerkurs in der Özil-Affäre, die schleppende Aufarbeitung des WM-Desasters und zuletzt durch sein Verhalten rund um die Ausbootung der Weltmeister Thomas Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng: Erst kritisierte er, dass Löw seine Entscheidung öffentlich besser hätte erklären müssen, dann wollte er das gar nicht so gemeint haben.

Am Ende waren es dann einfach zu viele Fettnäpfchen. Ein Präsident soll planmäßig ohnehin am 27. September gewählt werden, bisher wollte Grindel für eine weitere Amtszeit antreten. Einen Nachfolgekandidaten gibt es noch nicht. Bis zu den Neuwahlen werden wohl die beiden DFB-Vizepräsidenten Reinhard Rauball und Rainer Koch den Verband kommissarisch führen. 

Nach dem Rücktritt von DFB-Präsident Reinhard Grindel übernehmen Ligapräsident Reinhard Rauball und Vizepräsident Rainer Koch vorerst die Geschäfte beim Deutschen Fußball-Bund. Dies gelte bis zum DFB-Bundestag im September, teilte der DFB am Dienstag mit.


Autor: Sebastian Weßling 



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02.04.2019 - 20:09 - watti09

Jetzt noch Löw und BIerhoff dann gelingt der NEUSTART

02.04.2019 - 17:24 - lapofgods

Kein Verlust. Ich befürchte aber, dass es da wo der her kam, noch mehr von der Sorte gibt.

02.04.2019 - 16:30 - Schalker67

Herr Grindel Sie werden unvergessen bleiben.... ne war ein Witz :)
Und wenn der Schnee schmilzt ... (Zitat eines wirklich wichtigen leider verstorbenen Menschen)
Langes Leben und viel Glück

Glück Auf

02.04.2019 - 15:31 - Meysegeyer

Dieser Kommentar wurde entfernt.

02.04.2019 - 15:18 - Hüller

Es sind ja bald Europawahlen. Da wird sich schon was finden......... für einen verdienten Funktionär der eine Ära prägte......

02.04.2019 - 14:47 - escapado

Guter Mann

02.04.2019 - 14:32 - Sch'tis

Grindel ist schon seit mehreren Minuten Geschichte !!!
Schon längst zurückgetreten ;-)

02.04.2019 - 14:02 - Lackschuh

Was war denn von einem EX-Politiker zu erwarten - ja, genau das nun ans Licht geratene Verhalten halt! Herr Grindel befindet sich da allerdings in bester Gesellschaft, wobei Korruption sowie fehlende Moral Anzug trägt!

Beitrag wurde gemeldet

02.04.2019 - 13:35 - Julius.Oppermann

Mit Grindel (CDU) als DFB-Präsident war zuviel Merkel einschl. deren Politik im DFB und in den Spielerkabinen, was auf Dauer nicht gut gehen konnte. Spätestens nach Merkels Abgang als Unions-Vorsitzende waren Grindels Tage gezählt.
Auch Boatengs Ausbootung, die sich Löw traute, ließ schon ahnen, dass sich eine Dämmerung ankündigte.

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