Kreis Moers

Der Gewalt mit aller Macht entgegentreten

Uwe Zak
09. Juni 2017, 07:37 Uhr

Foto: Zak

Der Fußballkreises Moers will sich in keiner Liga und Altersklasse das Spiel kaputt machen lassen.

Der Vorstand des Fußballkreises Moers, dem die linksrheinischen Duisburger Vereine angehören, beobachten mit Argusaugen die Vergehen auf und neben den Plätzen. Auch außerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs. Sie wollen informiert sein und die Entwicklung möglicher Gewaltbereitschaft von Spielern und Zuschauern gegen Spieler und Zuschauer aber auch gegen Schiedsrichter ausloten. Denn sicher ist: Die Qualität der Gewalttaten – körperlich oder verbal – hat zugenommen. Und dabei ist keine Rede von einem Foul im Spiel.

Aggressionen bleiben nämlich nicht mehr auf dem Platz, sie werden mitgenommen und halten immer öfter auch Einzug ins Privatleben. Angefangen von der Kreisliga C, und auch im Jugendbereich gehören solche Arten der Eskalationen beinahe zum Spieltag dazu. „Die Zeit des Redens ist vorbei“, versichert Fußball-Obmann Wolfgang Jades in einem Gespräch, zu dem der Vorsitzende des Fußballkreises, Franz-Peter Mölders, geladen hatte. Auch Jades hat keine Lust mehr auf Wischiwaschi und auf Maßnahmen, die einfach verpuffen oder denen schlichtweg die Abschreckung fehlt. Er fordert härtere Strafen.

Bereits nach den beiden herausragenden Vorkommnissen Ende des vergangenen Jahres mit den Partien TuS Xanten gegen den TuS Asterlagen am 6. November in der Kreisliga A, und dem A-Jugend-Kreisklassenspiel zwischen Borussia Veen und MSV Moers am 18. November, hatte die Verantwortlichen einen Maßnahmenkatalog erarbeitet. Damit wollten sie sich aber erst einmal gegen das wappnen, was auf sie zukommen könnte, wobei nach der Veröffentlichung dieses Katalogs erste Erfolge sichtbar wurden.

„Nach 46 Verfahren vor der Winterpause kamen bis zum Saisonende nur noch 18 dazu“, sagt Geschäftsführer Michael Vorbeck. Das weiß auch der langjährige Spruchkammer-Vorsitzender Heinz Kremers, der in der Saison 2013/14 satte 80 Verfahren zu verhandeln hatte, 71 waren es in der darauffolgenden Spielzeit und noch 68 in der Saison 2015/16. Nun sieht es zumindest so aus, als seien die Maßnahmen aus der Winterpause auf fruchtbaren Boden gefallen.

„Schiedsrichter haben Angst“

Doch es gibt in der gesamten Entwicklung ein nicht zu verachtendes Problem. „Manche Schiedsrichter haben mittlerweile Angst, die richtigen Entscheidungen zu pfeifen und auch durchzusetzen“, wissen der Konfliktbeauftragte und langjährige Schiedsrichter Hans-Dieter Wichert sowie Schiedsrichter-Obmann Jakob Klos unisono.

„Wir müssen unsere Schiedsrichter schützen“, unterstreicht Klos dann auch die Marschrichtung des Moerser Kreisvorstandes. Der Unparteiische auf dem Platz muss unantastbar sein. Ein Umstand, der mittlerweile nicht einmal mehr in der Jugend selbstverständlich ist, wovon auch Jugend-Obmann Wolfgang Wischinski berichten kann: „Wir mussten noch nie so viele Sperren verhängen wie in der vergangenen Saison“, kennt er die Vorfälle im Nachwuchsbereich nur zu genau.

Doch damit soll nun Schluss sein. So wird es in der kommenden Saison definitiv einen Spieltag geben, an dem die Schiedsrichter in allen Spielklassen die Partie für fünf bis zehn Minuten verlassen werden. „Sie demonstrieren damit, wie Fußball ohne Schiedsrichter sein wird“, so Mölders. Das will sich zumindest im Punktspiel niemand vorstellen.

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