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Momentaufnahme
Quo vadis, Revier-Eishockey?

Eishockey: Quo vadis, Revier-Eishockey?

Der lange, regnerische, aber trotzdem eisfreie Sommer neigt sich dem Ende. Das Eis wird wieder aufbereitet und die ersten Testspiele sind bereits absolviert.

Die Kufen sind geschliffen: Während der Pause hat sich bei den Revierteams der Oberliga-West mitunter Grundlegendes verändert. Die Sorgenkinder aus Essen und Herne haben einmal mehr eine existenzbedrohende Krise hinter sich gebracht, während die „Macher“ in Dortmund und Duisburg bereits schlagkräftige Mannschaften rekrutiert haben. Wir werfen einen Blick auf den Stand der Dinge bei den Revier-Vereinen aus Dortmund, Duisburg, Essen und Herne.

EHC Dortmund Trainer und Manager Frank Gentges sprüht vor Engagement und Leidenschaft. Mit bedingungslosem Eifer ist auch seine Mannschaft zu Werke gegangen und hat so in den vergangenen beiden Jahren als die positive Überraschung der Oberliga West von sich reden gemacht. In diese Rolle würden die Westfalen-Elche auch in dieser Saison nur zu gerne wieder schlüpfen. Daher schiebt Gentges die Favoritenrolle weit von sich – in Richtung zweier Aufsteiger. Die Frankfurter Löwen und die Kassel Huskies, beide vor zwei Jahren noch in der höchsten deutschen Spielklasse aktiv, kommen als neue, große Attraktionen in die Liga. Beide hoffen auf einen Schnitt von 4000 Zuschauern bei den Heimspielen. Allein dies belegt deren Ausnahmestellung.

Auch die Roten Teufel Bad Nauheim wollen als dritter hessischer Vertreter möglichst schnell in die 2. Bundesliga. Dahinter blieben die Dortmunder nur als Außenseiter zurück, betont Gentges. Gleichwohl ist dem EHC auch in dieser Saison wieder einiges zuzutrauen. Dass der Coach ein Auge für passende Spieler hat, bewies er in den letzten Jahren zur Genüge. Einige der „Neuen“ dürften sich ohnehin schnell akklimatisieren.

Einen ganzen Block haben die Westfalen-Elche dem Ligarivalen aus Essen abgeworben. Mit Benjamin Finkenrath, Benedikt Kastner, Christoph Koziol, Vitali Stähle, Thomas Richter und Frank Petrozza kamen gleich sechs Leistungsträger der Moskitos an die Strobelallee. Das bürgt für Qualität, die Namen gehören zum Who-is-who in der Oberliga West. Das gilt auch für Torjäger Nils Liesegang, der vom Herner EV den Weg nach Dortmund gefunden hat. Ergänzt durch den US-Angreifer Ryan Martens sowie dem Slowaken Branislav Pohanka, die die Ausländerlizenzen erhalten, haben die Rot-Blauen veritable Eckpfeiler des neuen Teams eingeschlagen. Ziel: Das Erreichen der Aufstiegs-Play-offs. Maximal. Alles andere wäre Dreingabe.

EV Duisburg Getreu der Losung „Weniger ist mehr“ will sich der Fuchs gesundschrumpfen. Vorbei ist die Zeit überteuerter Lizenzspieler und aufgeblähter Kader. Mit wenigen, zudem deutschen Spielern, wollen die Wedauer in ihrer zweiten Oberliga-West-Saison die Zwischenrunde erreichen. Nachkäufe sind nicht ausgeschlossen. Mit Ralf Pape hat der Klub immerhin einen potenten und nicht als zögerlich bekannten Geldgeber im Hintergrund. Vorerst aber soll Trainer Andreas Lupzig ein Minikader reichen.

Profitieren wollen die Füchse von der Kooperation mit den DEL-Standorten Düsseldorf und vor allem Köln. Die Haie sollen regelmäßig Spieler aus ihren Reihen in die Dritte Liga herunterschicken, damit die dort Spielpraxis sammeln können. Es ist jedoch mehr als purer Pragmatismus in einer Liga, die vorerst den natürlichen Lebensraum der Füchse darstellt. Die Anreize, für den Angriff auf Liga zwei zu investieren, sind einfach zu gering. Gleichwohl hat sich der Ex-DEL-Verein mit dem Sparkurs auch ein Problem vergangener Tage vom Hals geschafft.

In puncto Fitness, Engagement und Trainingseifer, sagt Lupzig, sei die Mannschaft der als Topfavorit in die letzte Saison gestarteten Truppe bereits jetzt um einiges voraus. Das lässt zumindest darauf hoffen, dass in der Scania-Arena Eishockey zu sehen sein wird, mit dem sich auch die Fans wieder zunehemend identifizieren können. Mehr kann und will sich Pape derzeit wohl auch einfach nicht leisten.

Moskitos Essen Man ist des Zählens langsam überdrüssig. Die Chronistenpflicht gebietet uns jedoch die Feststellung: Es war die vierte Insolvenz eines Eishockey-Klubs am Essener Westbahnhof. Nachdem sich Präsident Joachim Herden zunächst mit Händen, Füßen und jeder Menge Schlamm gegen den Insolvenzantrag seiner Vorstandskollegen zur Wehr gesetzt hatte, musste auch der große Investor kapitulieren.

Zu tief und vor allem zu undurchsichtig stellten sich die Altlasten dar, mit denen sich der Verein noch immer herumplagen muss. Nun soll in einem Planinsolvenzverfahren für alle Zeiten mit der Vergangenheit aufgeräumt werden. Mal wieder. Die einzig gute Nachricht: Trotz des Bankrotts kann der Spielbetrieb in der Oberliga fortgesetzt werden. Jedoch natürlich unter ganz anderen Vorzeichen als noch im letzten Jahr, versteht sich.

Mit den Großen haben die Essener in diesem Jahr nichts zu tun. Konsolidierung und vorsichtige Schritte auf einem neuen Weg sind die bescheidenen, aber einzig möglichen Ziele. Helfen soll dabei Michael Rumrich als neuer Manager. Ein unbelasteter Name mit großer sportlicher Vergangenheit beim ESC. Jan Vondracek zeichnet sich als Trainer verantwortlich für die Mannschaft, die sich zum großen Teil aus Spielern des eigenen Nachwuchses zusammensetzt. Als Führungsfigur auf dem Eis soll André Grein fungieren. Der 38-Jährige kehrt nach einem Engagement am Herner Gysenberg zurück nach Essen und soll den Youngstern mit seiner Erfahrung zur Seite stehen.

Herner EV Den letzten bissen die Hunde, doch darüber sind die Herner heilfroh. Es sah schließlich lange danach aus, dass der Verein seine Pforten ein für alle Mal schließen müsste. Die Insolvenz der Betriebsgesellschaft der Eishalle am Gysenberg warf große Schatten auf den HEV. Lange blieb unklar, ob der Klub seine Heimspielstätte behalten könnte. Die Auflösung des Vereins wäre die bittere Konsequenz gewesen. Nach zähen Verhandlungen bekam der HEV aber endlich den Zuschlag.

Daran, dass sich die Fans des Traditionsklubs auf bescheidene Zeiten einstellen müssen, hat dies jedoch wenig geändert. Mit einer neu gegründeten GmbH kümmert sich der Verein nun um den Betrieb der Eishalle und um den Spielbetrieb beim HEV. Das Konzept ist natürlich nicht neu, eingedenk des schmalen Budgets werden aber auch die Herner Verantwortlichen auf ein junges Team mit Spielern aus der Region setzen. Das sportliche Ziel ist die Qualifikation für die Aufstiegsrunde. Ob mehr möglich ist, wird wohl auch von den Arbeiten im Hintergrund abhängen.

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