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Meister am Sonntag?
In Erndtebrück herrscht pure Gelassenheit

WL 2: Erndtebrück kann es schon am Sonntag packen

Ob man schon T-Shirts beim Trip nach Ennepetal dabei habe? Michael Müller muss lachen. „Ach, das weiß ich noch gar nicht. Bis jetzt ist noch nichts geplant.“

Dabei hat der TuS Erndtebrück am 30. Spieltag schon die Chance, den Aufstieg in die NRW-Liga klarzumachen. Der Kapitän des Spitzenreiters schlägt jedoch ähnlich verhaltene Töne an, wie sie man sie von den Wittgensteinern schon seit Wochen zu hören bekommt. „Jetzt sind es zehn Punkte, das ist schon ein gutes Polster. Aber man muss auch bedenken, dass wir zwar jetzt dreimal in Folge gewonnen haben, aber die Spiele gegen Hassel, Sprockhövel und jetzt gegen Hombruch waren sehr, sehr eng und ein hartes Stück Arbeit.“

Am Ostermontag gegen kurz vor 18 Uhr, als der 1:0-Sieg gegen Hombruch unter Dach und Fach war, wussten die Blau-Weißen schon um die Ergebnisse der Konkurrenz. „Wir hatten schon gehofft, dass für Dröschede gegen Ennepetal was geht, das ist ja immer schwer da.“ Die Partie zwischen den Borussen und dem Verfolger endete 2:2 und am Erndtebrücker Pulverwald herrschte „riesengroße Freude.“

Gibt es dieses Mal Schützenhilfe vom DSC?

Kaan-Marienborn gegen Wanne-Eickel - auch dieses Spiel entscheidet (RS-Foto: Redemann).

Nun könnte ausgerechnet der DSC Wanne-Eickel Schützenhilfe leisten – das Team von Klaus Berge spuckte dem TuS im letzten Jahr noch in die Suppe und machte mit zwei Remis im Saison-Endspurt die SpVgg. Erkenschwick zum Meister. Am Sonntag (15 Uhr, Sportplatz Breitenbachtal) ist der DSC nun beim 1. FC Kaan-Marienborn zu Gast und bei einem Wanner Sieg gegen den Aufsteiger, ein Erndtebrücker Erfolg in Ennepetal vorausgesetzt, stünde der Meister bereits vier Wochen vor dem Kehraus fest. Müller jedoch erinnert sich an das Credo, dass da heißt: „Wir gucken nur auf uns.“ Auch wenn der 31-Jährige Wanne-Eickel die Daumen drückt. Man gehe den Sonntag ganz entspannt an, schließlich habe man ja nur das eigene Ergebnis in der Hand und außerdem wäre der Aufstieg vor eigenem Publikum ja noch schöner.

Eine gewisse Euphorie scheint in der Kleinstadt angesichts des bevorstehenden Aufstiegs jedoch schon Einzug zu halten. Beim Spiel gegen Hombruch war die Kulisse mit 300 Zuschauern schon etwas besser als sonst, zwei Fanbusse werden die Mannschaft am Sonntag mit zum Bremenstadion begleiten. Auch wenn es noch „Zukunftsmusik“ ist, fiebert die Fangemeinde aber natürlich der NRW-Liga entgegen – und besonders dem großen Nachbarn. „Das Pokalspiel gegen die Sportfreunde Siegen vor 1400 Zuschauern war schon eine riesen Sache. Aber in der Meisterschaft wäre das natürlich noch mal was anderes“, weiß der Defensivmann, der am 3. Juni 32 Jahre alt wird.

Müller ist seit 18. März auch Sportlicher Leiter

Erndtebrücker Stärken Das Team sei kampfstark und trete sehr kompakt auf, ist die Antwort des Spielführers auf die Frage nach dem Erndtebrücker Erfolgsrezept. Müller ergänzt aber: „Wir haben auch spielerische Qualität.“ Sowie einen „großen und guten Kader“, und mit Bakary Sinaba und Markus Waldrich zwei „Top-Stürmer“. Die jedoch beide mit Verletzungen zu kämpfen hatten beziehungsweise haben. Doch just als Sinaba ausfiel, kehrte Waldrich zurück – und traf in den letzten Partien wie am Schnürchen.

Seine Fußballschuhe wird der Blondschopf dann aber nur noch in Ausnahmefällen anziehen. „Ich werde nächste Saison noch mittrainieren, aber wohl kaum noch zum Einsatz kommen“, erklärt der zweifache Familienvater. Denn die aktive Karriere soll mit dem Ende dieser Spielzeit auch ausklingen – von einer Rolle als Stand-by-Spieler einmal abgesehen.

Der Angestellte ist seit der Jahreshauptversammlung am 18. März nämlich Vorstandsmitglied des TuS und hat den Sportlichen Leiter Volker Klein beerbt. „Er steht mir noch mit Rat und Tat zu Seite, ich bin aber schon voll in die Kaderplanung miteinbezogen.“ Dass auch Rolf Müller, der 1. Vorsitzende der Fußballabteilung, nach 20 Jahren abdankte, ging ebenfalls fast geräuschlos über die Bühne – ein Zeichen für die besonnene Vereinsarbeit. „Das geht hier sehr familiär zu“, weiß Müller, „der Kontakt zwischen Spielern und Vorstand ist sehr eng, und alle, die etwas im Verein machen, tun das ehrenamtlich.“

Das gilt dann wohl auch für den Druck von Aufstiegs-T-Shirts. Aber wer sollte das übernehmen, wenn nicht der Kapitän und Sportliche Leiter in Personalunion?

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