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Wattenscheid freut sich auf Wuppertal

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Christopher Kramer, Christopher Kramer
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Der finanziell angeschlagene WSV empfängt nach zwei Siegen am Mittwochabend die SG Wattenscheid im Stadion am Zoo. Beide Trainer pokern bei der Aufstellung.

Der Wuppertaler SV hat ein Problem – findet Benjamin Sawer. Er ist Mitglied des Traditionsvereins und hat eine durchaus unübliche Spendenaktion für die Rot-Blauen ins Leben gerufen. Jeder Fan kann den Betrag geben, den er für richtig hält. Damit möchte er dazu beitragen, das in dieser Saison drohende finanzielle Defizit von mehr als 150. 000 Euro zu beheben. Bis zum 34. Spieltag sollen die Fans spenden.

Die Gastgeber werden rotieren

Die SG Wattenscheid würde sich vermutlich gern mit derlei finanziellen Bedingungen auseinandersetzen, wie es der WSV tun darf. Während die Nullneuner in dieser Saison rund 550 000 Euro für die erste Mannschaft ausgeben durften, betrug der Regionalliga-Etat der Bergischen gut 300 000 Euro mehr. Und dennoch ist die Begegnung der beiden Klubs (Mittwoch, 18. April, 19 Uhr) im Stadion am Zoo ein sportliches Duell auf Augenhöhe: Der Vorsprung des WSV beträgt lediglich vier Punkte. Allerdings hat Wuppertal noch zwei Nachholspiele zu absolvieren.

„Wir wissen natürlich, dass Wuppertal einen breiten Kader hat“, sagt Wattenscheids Trainer Farat Toku. Das mache die präzise Vorbereitung auf das Spiel schwieriger. „Sie können rotieren, und das werden sie wohl auch tun.“ Hinzu kommt: Der Tabellensechste (42 Punkte) reitet derzeit eine kleine Welle der Euphorie. Dem 3:1-Sieg im Prestige-Duell gegen Rot-Weiss Essen folgte ein 3:1-Erfolg im kleinen Derby bei Fortuna Düsseldorf II. Die Stimmung in der traditionsreichen Spielstätte dürfte also bestens sein.

„Das ist richtige Stadionatmosphäre“, freut sich Farat Toku, „nicht nur ein kleiner Sportplatz.“ Wie schon beim 1:1 in Verl hofft er auf viele Mitreisende: „Die Unterstützung unserer Fans hat uns sehr geholfen und das wäre auch in Wuppertal sicher so.“

Christian Britscho, der Stefan Vollmerhausen nach dessen Flirt mit Viktoria Köln als WSV-Trainer ablöste, wird wohl die Rotationsmaschine anwerfen, um den dritten Erfolg in Serie unter Dach und Fach zu bringen. Tokus Antwort? Der A-Lizenzinhaber lässt sich nicht in die Karten schauen. Wählte er zu Beginn des Jahres noch eine Dreierkette, ließ er in Verl ein 4-1-4-1 spielen.

„Wir sind flexibel in unserer taktischen Ausrichtung und in der Aufstellung.“ Vor einigen Wochen hatte der 37-Jährige bereits angemerkt, dass er je nach Gegner und Matchplan die Startelf bestimmen wolle. Das bekamen zuletzt die Stammkräfte Manuel Glowacz und Jonas Erwig-Drüppel sowie Torhüter Edin Sancaktar zu spüren. „Das kann jeden treffen. Aber den Spielern tut das gut“, erklärt Toku, „sie spielen schon so lange für uns auf hohem Niveau – da haben sie sich auch mal Pausen verdient.“

Ein Fan sammelt Spenden

Dem geheimnisvollen WSV hält der SG-Trainer also eine ebenso geheimnisvolle Ansage entgegen. Er selbst wolle sich kurzfristig entscheiden: „Wir setzen die Spieler ein, die uns im Training überzeugen.“

Am Dienstag, als die Wattenscheider für die letzte Einheit vor dem Auswärtsspiel auf den Rasen liefen, schaute WSV-Mitglied Benjamin Sawer noch einmal auf den Zähler. 37 Spender. Der Stand: 1103,62 Euro.

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