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50-Meter-Kracher! ETB verspielt Sieg in der 90.

Foto: Herbert Höltgen

Die Partie zwischen dem VfB Speldorf und dem ETB SW Essen endete 3:3 (2:1). Speldorfs
Hotoglu rettet sein Team mit einem Traumtor. Doch VfB-Trainer Christian Mikolajczak war nicht
zufrieden.

Ein kollektives Kopfschütteln zuckte durch die Anlage an der Saarner Straße. Es war keinesfalls ein Zeichen der Ablehnung - eher der Fassungslosigkeit. Gerade hatte Deniz Hotoglu den Ball aus 50 Metern über ETB-Torwart Martin Hauffe in die Maschen befördert. Ein Traumtor - keine Frage. Es war die Krönung einer Partie, die erst in der Schlussphase ihren dramaturgischen Höhepunkte erreichte. Dabei begann es gemächlich. Am Mittag trudelten die Zuschauer langsam ein. Die Wolken grau, die Luft kalt. Erst als der Geruch von Bratwurst und Pils die Luft belagerte, füllte sich die Tribüne. Etwa 100 Zuschauer kamen und sahen zunächst ein Fehlstart der Speldorfer.

Speldorf dreht frühe ETB-Führung

Schon in der 11. Minute sorgte Sebastian Michalksy für der ersten sehenswerten Treffer des Tages. Er zimmerte einen Freistoß, mit dem die Speldorfer keinesfalls einverstanden waren, ins linke Eck. Doch die Antwort des VfB ließ nicht lange warten. 60 Sekunden später glich Esad Morina aus - und in der 38. Minute kippte die Partie vollends. Andre Trienenjost traf nach Vorarbeit des eingewechselten Janis Timm zum 2:1. Die Speldorfer Führung war verdient, auch weil der ETB seine eigenen Chancen nicht nutzte.

Speldorfs Hotoglu: "Der Frust hat sich entladen"

Die zweite Hälfte brachte die Trendwende. Das Team von Trainer Mikolajczak zog sich zurück und überließ den Essenern das Spiel. Doch erst in der 85. Minute traf Malek Fakhro aus spitzem Winkel zum 2:2-Ausgleich. Kurz darauf dezimierte sich der VfB selbst: Araman Corovic musste wegen eines taktischen Fouls den Platz mit Gelb-Rot verlassen. Wie es das Drama wollte, traf noch Athanasios Tsourakis zum 3:2 (89.) für den ETB - aber dann kam Hotoglu.

„Der Frust hat sich ein bisschen entladen - da bin ich ehrlich. Ich nehme den Ball genau in den Lauf mit und schieße per Dropkick, weil ich keine andere Lösung parat hatte,“ sagte er über seinen Treffer. Sein Trainer Mikolajczak war zwar froh über den späten Ausgleich, aber nicht über das Endergebnis: „Wir müssen das Spiel eher dicht machen. Deshalb bin ich mit dem Ergebnis auch nicht zufrieden. In der ersten Halbzeit hatten wir es in der Hand, wir haben genug Chancen gehabt - wir müssen da den Todesdolch setzen.“ Manfred Wölpper, Trainer des ETB, konnte sich auch nicht wirklich mit dem Unentschieden anfreunden. „Das war ein richtig dummer Fehler. Da mache ich dem Torwart noch nicht einmal einen Vorwurf, weil er muss ja mitspielen. Aber dass die überhaupt nochmal an den Ball kommen, darf nicht mehr passieren,“ sagte Wölpper über den späten Ausgleich. Dafür hat sich das Kommen gelohnt - an diesem kalten, grauen Mittag.

Autor: Jonas Hüster

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