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Ausgerechnet beim „Erdogan-Klub“
Özil sucht das späte Glück

Ausgerechnet beim „Erdogan-Klub“: Özil sucht das späte Glück
Foto: firo

Der frühere Fußball-Nationalspieler Mesut Özil wechselt von Fenerbahce Istanbul zum „Erdogan-Klub“ Basaksehir. Seit der Foto-Affäre wurde der Weltmeister von 2014 sportlich nicht mehr glücklich.

Mit seinen Abschiedsgrüßen stand Mesut Özil fast schon an der Schwelle zur Poesie. „Eine Sache, die das Leben ausmacht, ist die Vielzahl von Unsicherheiten“, schrieb der Fußball-Weltmeister von 2014 an seine Fans in den sozialen Netzwerken: „Pläne, Sehnsüchte und Wünsche gehen nicht immer in die Richtung, in denen du es möchtest.“

Tatsächlich läuft es für den 92-maligen deutschen Nationalspieler schon lange nicht mehr so, wie es der mittlerweile 33-Jährige gerne hätte. Das vorzeitige Aus bei seinem Herzensklub Fenerbahce Istanbul schließt eine Entwicklung ab, die mit der Foto-Affäre rund um die völlig verkorkste WM 2018 begann - und die Kritiker als sportlichen Niedergang bezeichnen.

Seit Özil mit dem als Autokraten kritisierten türkischen Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan posierte, scheint der gebürtige Gelsenkirchener zumindest auf dem Platz nicht mehr glücklich zu werden. Nach dem Rücktritt aus der Nationalmannschaft und dem schlagzeilenträchtigen Bruch mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) inklusive Rassismusvorwürfen ging es für den eigentlich so begnadeten Spielmacher stetig bergab.

Özil wurde beim FC Arsenal aussortiert und erlebt durch den Wechsel aus der englischen Premier League in das Land seiner Eltern im Januar des vergangenen Jahres endgültig einen Karriereknick. Doch auch in Istanbul wurde es für Özil, der mit einer früheren Miss Türkei verheiratet und Vater einer zweijährigen Tochter ist, trotz des riesigen Rummels bei seiner Ankunft nicht besser.

Özil wurde im März nach einer angeblichen Auseinandersetzung mit dem damaligen Trainer Ismail Kartal suspendiert, absolvierte seither kein Spiel und blieb auch unter dem neuen Coach Jorge Jesus außen vor. „Mesut Özil ist ein sehr guter Fußballer, aber die Entscheidung des Klubs bleibt bestehen“, sagte Jesus zuletzt: „Hier zählt nicht Özil, Jesus oder irgendein anderer Spieler - sondern Fenerbahce.“

Obwohl Özil zuletzt noch stets beteuert hatte, bei „Fener“ bleiben und seine Karriere „bei keinem anderen Team“ als dem des türkischen Rekordmeisters beenden zu wollen, wurde der bis 2024 laufende Vertrag am Mittwoch aufgelöst. Dass Özil diesen Schritt eigentlich nicht gehen wollte, lässt sein Blick zurück erahnen. „Ich wollte mehr Chancen, um im Trikot von Fenerbahce aufzulaufen und erfolgreich zu sein - was immer mein Kindheitstraum war“, schrieb er bei Facebook und Instagram: „Ich danke der Fenerbahce-Gemeinschaft und den Fans für die großartige Unterstützung.“

Nun schließt sich Özil, der nach den Bundesliga-Stationen Schalke 04 und Werder Bremen seine besten Zeiten beim spanischen Rekordmeister Real Madrid (2010 bis 2013) erlebt hatte, ablösefrei dem Lokalrivalen Basaksehir an.

Ab der kommenden Saison sucht Özil das späte Glück im Herbst seiner Karriere also ausgerechnet bei dem Klub, der von seinem Trauzeugen Erdogan politisch gefördert wird. Beim Blick auf die bewegte Vita Özils schließt sich damit ein Kreis.

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