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Chaos in Wehofen
Handgreiflichkeiten, Lügen und Erpressung

Viktoria Wehofen: Handgreiflichkeiten und Erpressung

Nach 40 Jahren hat Viktoria Wehofen wieder den Aufstieg in die Bezirksliga geschafft. Doch im Moment des großen Erfolgs geht es im Verein drunter und drüber.

Was sich in den letzten Wochen beim frischgebackenen Bezirksliga-Aufsteiger Viktoria Wehofen abspielte, bietet genügend Stoff für ein Theaterstück. Das Genre ist allerdings noch unklar. Irgendwo zwischen Krimi, Drama, Tragödie, Possenspiel, Thriller und Seifenoper regieren gegenseitige Anschuldigungen und verletzter Stolz.

Die Handlung sieht grob umrissen folgendermaßen aus: Eine erfolgreiche Mannschaft fühlt sich vom Vorstand schlecht behandelt. Der wird sogar handgreiflich, als der Aufstieg plötzlich in Gefahr gerät. Das quittiert das Team mit einem Trainings-Boykott, woraufhin der Klubboss seinen Rücktritt erklärt. Die Mannschaft schafft in einem dramatischen Saisonfinale doch noch den Aufstieg und plötzlich ist der eigentlich abgetretene Vorsitzende wieder im Amt. Die Spieler fühlen sich veräppelt und drohen, sich geschlossen abzumelden. Das hält der Funktionär für Erpressung, lehnt es ab und stellt lieber eine neue Mannschaft zusammen.

1. Akt: 2:2 gegen DJK Vierlinden (28. Spieltag)

Obwohl Wehofen zweimal einen Rückstand per Elfmeter ausgleichen konnte, stand Schiedsrichter Detlev Grohnert im Zentrum der Kritik. Einen dritten Elfmeter habe er nicht gegeben und auch zu früh abgepfiffen. Im Anschluss redeten einige Spieler vehement auf den Unparteiischen ein, woraufhin die Situation eskalierte und Klubchef Josef Wiedenau gegen den eigenen Spieler Sadat Lusnjani handgreiflich wurde. „Er hat ihn am Hals gepackt und die Wand hochgedrückt“, schildert Mittelfeldspieler Cemil Vural die Geschehnisse. „Dann haben wir als Team beschlossen, dass wir ein solches Verhalten nicht akzeptieren können und haben das folgende Training boykottiert. Außerdem wurde bei der Polizei Anzeige gegen Herrn Wiedenau erstattet“

Wiedenau begründet sein Verhalten folgendermaßen. „Ich habe für Ordnung gesorgt, weil einige Spieler ausgeflippt sind. Ich muss aber zugeben, dass ich über das Ziel hinausgeschossen bin. Ich bin dann aus taktischen Gründen zurückgetreten, damit sich alles wieder beruhigt.“

2. Akt: Aufstieg in die Bezirksliga

Es war ein echter Krimi. Im Entscheidungsspiel um den Bezirksliga-Aufstieg musste ein Elfmeterschießen herhalten, in dem Wehofen die besseren Nerven hatte. Doch die Freude währte nur kurz. „Als wir Dienstag zum Platz kamen und über eine Aufstiegsfeier sprechen wollte, stand Wiedenau vor uns und hat gesagt, dass er wieder im Amt ist und es keine Feier gibt. Außerdem hat er uns nicht die versprochene Prämie gegeben. Statt 120 Euro pro Person gab es 300 für die ganze Mannschaft“, berichtet Vural.

Damit ging die Chose wieder von vorne los. „Wir haben uns zusammengesetzt und erneut beschlossen, dass wir unter diesem Vorstand nicht mehr spielen werden. Wenn wir Mist bauen, werden wir dafür bestraft, aber Herr Wiedenau darf machen was er will. Das geht doch nicht.“ Der Vorsitzende erklärt seinen Rücktritt vom Rücktritt damit, dass kein anderer den Posten übernehmen wollte und die Geschäfte brach lagen.

3. Akt: Die Entscheidung

Und was heißt das alles nun? Bricht die Mannschaft, die binnen zwei Jahren von der B- in die Bezirksliga marschiert ist, auseinander? Die Spieler hoffen noch, dass sich Wiedenau zurückzieht. „Wir würden auf Geld verzichten, weil keiner gehen will und es uns auch weh tut. Aber wenn Herr Wiedenau bleibt, dann gehen wir“, bekräftigt Vural stellvertretend für seine Mitspieler.

Nun erneut sein Amt niederzulegen, lehnt dieser jedoch strikt ab. „Im Leben nicht! Wir machen uns doch nicht lächerlich. Es gibt keinen Verein, der sich von seinen Spielern erpressen lässt. Von meiner Warte aus betrachtet, sind es nur zwei Rädelsführer, die alle anderen verrückt machen. Aber wenn es so sein soll, dann stellen wir eben eine neue Mannschaft auf.“

Nimmt das Possenspiel also nicht noch eine unerwartete Wendung, wird der größte Erfolg der letzten 40 Jahre in einer grotesken Niederlage enden. Gewinner wird es dabei nicht geben. Egal, wer seinen Willen durchsetzt.

Auf Seite 2: Trainer Ahmet Tutal greift seine Spieler an

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