Beim letzten Spiel von Rot-Weiss Essen in der – damals noch zweigleisigen – 3. Liga war Michael Lorenz mit von der Partie. Bei der 0:1-Niederlage gegen den VfB Lübeck - mit dem heutigen Rödinghausen-Trainer Carsten Rump - war der Verteidiger 90 Minuten dabei und freut sich jetzt über die Rückkehr von RWE in die Drittklassigkeit. Im Gespräch blickt der 43-Jährige auf seine Zeit in Essen, seine Bindungen zum Verein und die Drittligasaison.
Sie haben fünf Jahre in Essen gespielt, wie sind Ihre Erinnerungen an den und Verbindungen zum Verein?
Michael Lorenz: Es waren kurzweilige, lehrreiche und intensive Jahre mit viel Emotionalität, sportlichen Höhen und Tiefen, sowie eine großartige Bindung und Nähe zum Umfeld innerhalb und außerhalb des Vereins. Wir leben als Familie insbesondere vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen sehr gern im Ruhrgebiet und verfolgen mit großem Interesse die Entwicklung des Vereins.
Wie haben Sie den Aufstieg und die Rückkehr von RWE nach fast 15 Jahren Drittliga-Abstinenz erlebt?
Wir haben die letzten Jahren mitgefiebert und gehofft, dass der langersehnte Aufstieg endlich gelingt. Unser 9-jähriger Sohn und ich standen nach dem letzten Saisonspiel beeindruckt auf dem Rasen und haben uns gemeinsam mit allen Anwesenden riesig gefreut und die Feierlichkeiten genossen. Sämtliche Bevölkerungsgruppen haben sich in den Armen gelegen und den Aufstieg ihres Vereins gefeiert. Diese Vielfalt und Begeisterungsfähigkeit stehen für das Ruhrgebiet und zeigen immer wieder, dass Fußball unfassbar verbindet. Ein großer Tag für RWE und unseren Sohn, der auf meinen Schultern dem Aufstiegsteam zu jubelte und die RWE-Lieder mitsang.
Wie bewerten Sie die Arbeit, die bei RWE aktuell geleistet wird?
Die aktuell Verantwortlichen verfügen über die notwendige Fachkompetenz und Leidenschaft. Sie schaffen es, klare Entscheidungen im Sinne des Vereins zu treffen und das Umfeld mitzunehmen. Brenzlige und kritische Situationen wurden am Ende sogar mit viel persönlichem Einsatz gelöst. Darüber zeigt man sich sehr lernfähig und versucht, die Rahmenbedingungen mit den vorhandenen Mittel stetig zu verbessern. Es ist auf und neben dem Platz ein Team, mit dem sich das Umfeld sehr gut und gern identifiziert.
Wagen wir einen Ausblick auf die neue Saison, wo wird der Verein am Saisonende stehen?
Man spürt die Euphorie und Vorfreude auf die Saison. Ich persönlich habe großes Vertrauen in die handelnden Personen. Daher wird man am Ende einer ausgeglichenen und engen dritten Liga seine sportlichen Ziele erreichen. Diese sollten realistisch sein und mit Haut und Haar gelebt werden. Ich bin mir sicher, dass die Hafenstraße dann immer gut besucht ist und brennen wird.
Am Samstag um 14 Uhr startet RWE gegen Elversberg, Ihr Tipp?
4:1 für RWE.