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Rudi Bommer mit klarer Ansage Richtung Idrissou
"Reißverschluss zu, mehr marschieren"

Rudi Bommer mit klarer Ansage Richtung Idrissou

Nach vier Niederlagen in Folge ist der MSV Duisburg mehr denn je gefordert: Am Montag Abend (20.15 Uhr, live im DSF) besteht die Chance, einem Millionen-Publikum zu beweisen, dass mit Zebras weiterhin zu rechnen ist. Rudi Bommer, Chef-Trainer des aktuellen Tabellendritten: "Wir können den Beweis abliefern, dass wir voll da sind. Auf uns warten nur noch Spitzenspiele. Im Endspurt kommt es darauf an, welche Mannschaft die stärksten Nerven hat." RevierSport unterhielt sich vor dem Kracher auf dem "Betze" mit dem Fußball-Lehrer.

Rudi Bommer, wie bewerten Sie die Meisterschafts-Unterbrechung: Eher ein Fluch oder ein Segen?

Nach den vier Niederlagen in Folge war die Pause schon eher ein Segen, weil wir so Zeit haben, viele Dinge besser zu machen oder neu zu organisieren. Die Ruhe ist wieder ins Team zurückgekehrt. Gegen Gladbach hat man beim 0:2 im Test auch gesehen, dass es im Kollektiv wieder passt. Wir müssen einfach die Lehren aus den letzten Begegnungen, die sicher nicht alle komplett schlecht, aber eben nicht erfolgreich waren, ziehen. Vielleicht kommt diese Phase sogar zum richtigen Zeitpunkt. Welche Eindrücke haben Sie im Training gewonnen?

MSV-Coach Rudi Bommer (Foto: firo).

Die Ansätze zur Leistungssteigerung sind da. Wir haben oft genug gezeigt, dass wir es können. Die Jungs haben gut trainiert, gestern haben wir etwas weniger gemacht, heute wird das Programm wieder angezogen und gepowert. In den vergangenen Einheiten wurden beispielsweise die Laufwege neu einstudiert, es wurde auf System trainiert und darauf geachtet, kompakt zu stehen. Das hat uns in der Vorrunde ausgezeichnet. Insgesamt ist das Team gut drauf, ich bin zuversichtlich. Der MSV muss im Fritz-Walter-Stadion nicht auf Teufel-komm-raus stürmen, oder?

Nein. Wir haben da schon Vorteile, denn Lautern muss kommen, die müssen sich bewegen. Es ist wichtig, nicht blind anzurennen, so wie es uns gegen Fürth oder Burghausen passiert ist. Wir müssen ruhig auftreten, unser Spiel abspulen. Die Statistik sagt ganz klar, dass wir in vielen Fällen ein frühes Tor vorgelegt haben. Wenn so etwas aber nicht klappt, dann muss man geduldig weitermachen, darf nicht hektisch werden. Wir wissen, dass der FCK brandgefährlich in der Luft ist, dass sieben sieben Leute in ihren Reihen haben, die entsprechende Stärken bei hohen Bällen einbringen. An welchem Punkt steht Ihre Truppe auf der Zielgeraden?

Wir müssen nun einfach einen Neuanfang machen, alles Schlechte wegklemmen, da wir noch alles selbst in der Hand haben. Es sind noch acht Spiele, da heißt es für alle nur noch: Powern und Gas geben, um den Aufstieg zu erreichen. Sie waren ziemlich erbost über Aussagen von Mo Idrissou, der mangelnden Teamgeist bemängelte und davon sprach, dass seit dem Portugal-Trainingslager alles anders ist in Duisburg. Ich habe Mo, nachdem er von seinem Länderspiel-Einsatz aus Kamerun zurückkam, die Leviten gelesen. Man kann sich nicht einfach vor die Kamera stellen und nach einer Niederlage sagen: Wir machen gar nichts mehr zusammen. Wenn alles so schlecht wäre, hätten wir unmittelbar nach der Winterpause wohl kaum elf von 15 möglichen Punkten geholt.

Darf Idrissou jetzt gegenüber den Medien gar nichts mehr äußern?

Natürlich, er hat von mir keinen Maulkorb bekommen, er soll nur nicht mehr so viel babbeln. Weniger reden, Mund halten, Reißverschluss zu, mehr marschieren, dann sind wir auf dem richtigen Weg. Und wenn er ein Tor gemacht hat, dann kann er gerne erläutern, wie es zustande gekommen ist. Spielen Sie damit auf seine Quoten-Vorgabe an?

Ja, Mo hat ja irgendetwas von 25 Treffern erzählt, dann soll er die auch machen und sich daran entsprechend messen lassen. In der Rückrunde kommt von ihm bisher nicht sonderlich viel, er hat Querschläger drin, agiert längst nicht so effektiv, wie man das aus der Hinserie kannte. Umso wichtiger, dass sich das wieder ändert.

Wann erwarten Sie den anderen Nationalspieler Klemen Lavric aus Slowenien zurück? Ich denke, dass er heute wieder zu uns stößt, gestern Abend stand ja noch das Länderspiel gegen Holland auf dem Programm. Ich werde mit Klemen auch ein Gespräch führen, er lässt sich auch leicht von negativen Dingen anstecken. Die Aussage nach dem Braunschweig-Spiel...

...genau. Da meinte er, so wird es nichts mit dem Aufstieg. Ich habe diesen Spruch nach wie vor bei mir in der Kabine.

Sagen Sie doch Mal Ihre Meinung zum Aufstiegs-Kampf und die MSV-Chancen.

Bei uns waren nach den letzten Niederlagen alle deprimiert. Von mir bis zum Team. Aber wir werden trotzdem nicht nervös, ich glaube an die Mannschaft. Freiburg und Fürth, die zuletzt aufgeholt haben, werden sich auch noch einige Gedanken machen, da gibt es Partien, wo sich die Mitkonkurrenten gegenseitig Punkte abjagen. Die Anzahl der Spiele nimmt immer mehr ab, ab jetzt wird das Ganze zum reinen Nervenspiel. Wer dabei ruhig bleibt, der packt es am Ende. Sie machen sich noch Sorgen um Regisseur Youssef Mokhtari, der Probleme mit der Leiste hat. Reicht es bis Montag? Mokhi ist gestern eingestiegen, Mal abwarten, wie es heute in den Einheiten aussieht. Wie sieht die Variante ohne Mokhtari aus? Die hatten wir ja schon in Aue, wo Markus Kurth hinter den Spitzen agiert und seine Sache gut gemacht und getroffen hat. Da sehe ich nicht das ganz große Problem. Wo denn?

Es ist wichtig, dass du jederzeit nachlegen kannst. Das war zuletzt nicht immer möglich, es gab Sperren, Verletzungen. Wenn dir immer wieder Eckpfeiler wegbrechen, dann wird es schwierig. Das hatten wir im ersten Halbjahr nicht. Wie weit ist Markus Daun?

Er hat eine Spritze gegen seine Schmerzen bekommen, aber seit 14 Tagen nicht richtig mit der Mannschaft trainiert. Mittwoch ist er zum ersten Mal wieder gelaufen. Ich denke nicht, dass es bis zum Kaiserslautern-Spiel etwas wird. Am Freitag starten Sie mit Ihren Akteuren nach Stromberg, halten dort ein Trainings-Camp vor dem Spitzenspiel ab. Was versprechen Sie sich davon?

Ich erwarte, dass geballte Konzentration entsteht. Wir werden konzentriert arbeiten, sicher auch Einzelgespräche führen. Alles muss weggehalten werden, was störend wirken könnte. Die Jungs müssen sich ab Freitag Morgen um nichts mehr kümmern. Am Sonntag starten wir dann ins zweite Trainings-Quartier, etwa 25 Kilometer vor Kaiserslautern, damit kein Lagerkoller aufkommt. Samstag wollen wir uns gemeinsam das Spiel zwischen Mainz und Leverkusen ansehen.

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