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Was der aktuelle Transfermarkt zeigt

(7) Kommentare
Kommentar: Was der aktuelle Transfermarkt zeigt
Foto: firo

In Deutschland ist das Transferfenster seit Dienstag (18 Uhr) geschlossen. Eins wurde klar: Wer in der der Vergangenheit über seine Verhältnisse lebte und wer nicht.

Die Corona-Pandemie hat auch im Fußball vielen Vereinen vor Augen geführt, wer in der Vergangenheit maßlos über seine Verhältnisse gelebt hat.

Getroffen hat die Pandemie alle Vereine. Prozentual auf den Umsatz gesehen mussten alle Teams große Hürden überwinden. Allerdings wurde mehr als deutlich, wer in der Vergangenheit jedes Maß verloren hatte.

Denn der Transfermarkt gab einen entlarvenden Blick in das Innenleben der Klubs. Hier Traditionsvereine wie Schalke 04, der 1. FC Köln oder Werder Bremen, die auf Teufel komm raus Spieler verkaufen mussten. Und selbst nach etlichen Abgängen war der Spielraum mehr als überschaubar.

Union Berlin und Bielefeld als positive Beispiele

Bei Schalke und Bremen war es nach dem Abstieg zu erwarten, der 1. FC Köln ist in der Bundesliga wohl das beste Beispiel, wie überteuert der Kader in den letzten Jahren war - verglichen mit dem, was am Ende rauskam. Die Summe aus überzogenen Ablösen, völlig verkehrt geplanten Verträgen und Fehlkäufen führte dazu, dass selbst bei Verkäufen von über 20 Millionen Euro kein Geld für Zugänge vorhanden war.

Auf der anderen Seite gibt es die positiven Beispiele. Vereine, die vernünftig geplant haben, die dadurch selbst in der Krise, die so niemand kommen sah, das Heft des Handelns in der Hand hatten. Die nicht abhängig von Verkäufen waren. Zwei Beispiele: Union Berlin und Arminia Bielefeld haben über vier Millionen (Bielefeld, ohne Einnahmen auf dem Transfermarkt erzielt zu haben) und knapp elf Millionen (Union Berlin, bei Einnahmen von 6,5 Millionen Euro) mehr ausgeben können als eingenommen wurde.

Ein Mehr an Ausgaben, das in Bezug auf den Etat der beiden Klubs in Verbindung mit den Problemen aufgrund der Corona-Pandemie beachtlich ist.

Diese krassen Unterschiede sollten für die Zukunft Warnung und Ansporn zugleich sein, die eigene Politik zu überdenken. Was sie beim FC Schalke oder in Köln machen - in diesem Sommer gab es keine maßlosen Dinge, beide Vereine haben sich einen Jugendstil auf die Fahne verschrieben, der aufgrund der tollen Nachwuchsarbeit beider Klubs auch mehr als vernünftig ist. Man wünschte sich nur, dass diese Einsicht nicht aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage entstanden ist, sondern auch der tiefsten Überzeugung, dass dieser Weg nachhaltiger ist.

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yayabinx 2021-09-01 10:00:37 Uhr
Ich hoffe der Grattler und die Konsorten lesen das auch was hier geschrieben steht. Damit sie vielleicht doch noch begreifen was in der Tönnies Zeit völlig falsch gelaufen ist.
Zwangsbier 2021-09-01 10:19:01 Uhr
Mit Ihrer Ausbildung sollte so ein Kommentar entweder eher oder gar nicht kommen. (Ist nicht böse gemeint, sondern aus Ihrer Ausbildungssicht heraus.)
In Sachen Nachhaltigkeit, sprich der Jugendarbeit, war in Westdeutschland nach der Wende klar, welche Unterschiede vorhanden sind. Man konnte eine komplette Einsicht in die DDR Jugendausbildung erhalten. Wie haben sie ihre Förderung organisiert? Für den Mitläufer- oder weniger ausgebildeten Fan, wurde das logische Ausmaß bei der EM 2000 sichtbar. Obwohl jeder Fan lieber Spieler aus der eigenen Jugend sah. (Herrschaftsausnutzung in den Vereinen durch gewählte Vertreter. Hypothese: Vorlauf des Populismusses?)

Allerdings ist dies ein normaler Vorgang, wenn man sein Profisystem so organisiert, dass andere die Ausbildung leisten und man selbst kauft sich als mächtiger Marktteilnehmer seine Fachkräfte einfach ein. Wozu selber Fachkräfte ausbilden, wenn die Grenzen/Möglichkeiten offen sind? Zwinker Ähnliches erleben wir beim Übergang zwischen Bildungs- und Arbeitsmarkt. Viele Firmen wollen einfach fertige Fachkräfte, statt junge Menschen fördern. Diese Firmenchefs besetzen oftmals Aufsichtsräte, Vorstandsposten oder Beiräte.

Weiterhin ist die Vernunft ein fehlkonstruierter Wunsch. Er unterliegt haltlosen Annahmen. In der Neoklassik wäre dies ein rationaler "hom oeconomicus" und im humboldtschen Neuhumanismus die falsch verstandene allgemeine Bildung. Wir reden im Fußball über einen Cashflow bzw Liquiditätsansatz. Solche Märkte sind extrem risikoreich und kennen nur eine Richtung. Die gesamte Organisation des Marktes, lässt den Marktteilnehmern keine Chance. Selbst die Positivbeispiele können darüber nicht hinwegtäuschen.

Die Einsicht, einen Markt nur mit starken und korruptionsfreien Institutionen zu organisieren, bleibt auf der Strecke. Das Individuum mag im Ideal die oben aufgeführten Forderungen erfüllen, kommt das reale Leben hinzu (erlernbar über die Spezialbildung,wenn wir bei Humboldt bleiben), kollabiert die Idee. Kurz: Man muss sich auch mal an Regeln/Grenzen (zulasten seines persönlichen Vorteils) halten und kontrollieren lassen, um einen funktionierenden nachhaltigen Wettbewerb zu organisieren. Die Forschung über externe Effekte kann ein guter Ansatz sein.

Was mir aus Mediensicht zu kurz kommt, ist Ihre Rolle. Wer vom Fach ist, hat die Missstände schon lange vor Corona gesehen. (War auch für den interessierten Amateur leicht aufzuschlüsseln.) Einer Ihrer Aufgaben ist die Informationsweitergabe. Deshalb stellen sich folgende Fragen:
Wie oft wird nachgefragt oder geforscht, welcher Verein gesund wirtschaftet? Wie kann sich ein Verein, der über Einnahmeausfälle jammert, teure Profis leisten? Wieso wird nicht wirklich auf den Nachwuchsspieler, selbst in einer großen Rezession, zurückgegriffen? Wieso dürfen Vereinsvertreter Ihre Reporter gnadenlos belügen? Wird der nachhaltige/kritische oder populistische Journalist gefördert?

Auch im Sport sind SIE die vierte Instanz. Sollte ein kritischer Journalismus im Fußball nicht möglich bzw wirtschaftlich sein, braucht man sie bei den Vereinen nicht fordern.
Anton Leopold 2021-09-01 10:49:27 Uhr
Zwangsbier
Wie viel Journalisten können eine Bilanz lesen? Wie viele die es können, fragen nach, wie Werte im Anlagevermögen gebildet und eingestellt wurden?
Das ist doch das Hauptproblem. Auf dem Papier sieht es oft gut aus, aber bei näherem Hinsehen......

Der Gersemann-Artikel in der Welt über die Romantik mit dem falsch geschriebenen Rot-Weiss Essen zeigt die Richtung an, in die viele denken.
Hüller 2021-09-01 11:37:48 Uhr
Na ja, mit den Talenten bei uns Schalkern.., wurden ja viele abgegeben. Der FC macht es besser, evtl mit mehr Geld. Tja, nicht nur der Fussball, lebt über seine Verhältnisse in Deutschland.... Der englische Fussball kann noch weiterhin aus den vollen schöpfen, was auch gut ist für manchen deutschen Verein, siehe Dortmund. Den englischen Fussball sieht man auch am liebsten in Asien und Nordamerika. Das sind sehr gute Einnahmequellen.
Zwangsbier 2021-09-01 12:29:47 Uhr
Gute Frage Anton. Im Sinne des Idealbildes aus dem Artikel, wäre solch ein Wissen relativ schnell über Fortbildungen zu erlangen. Wobei Bilanzkenntnisse zwingend zum Journalistenstudium gehören sollten. Oder wie will sich ein Journalist den realen Überblick verschaffen?

Der Artikel aus der Welt war wirklich traurig und witzig zu gleich. Der Typ scheint keine Ahnung zu haben. (Er wird ein Grund für das Verschwinden der FTD gewesen sein.) Seine Maßnahmen würden dafür sorgen, dass jeder Verein in die Hände eines Investors fallen kann. Somit auch unser RWE. Nach seiner Logik spielt man international mit Investoren vorne mit. Somit auch der RWE. :P
Witzigerweise kennt er unsere Geschichte nicht. Mit dem heiligen Melches im Vorsit, waren wir der erste Teilnehmer am Pokal der Landesmeister, modernste Tribüne Europas, Flutlichtstadion, Meister, Pokalsieger usw... Lachen Damals konnten Persönlichkeiten ohne Anteile die Macht über ihre Person sichern. Heute brauchen viele Kapitalgeber Kapitalgesellschaften, weil sie selber zu wenig Know How mitbringen und fähige Personen einstellen müssen.

Aktuell beneiden uns wieder Vereine oder ehemalige Vereine. In Essen muss man eine fähige Persönlichkeit sein. Der Sascha bringt ebenfalls Know How und Persönlichkeit mit. Er akzeptiert den Rahmen und überzeugt mit Klasse. Wir müssen nicht für Durchschnitt Anteile verkaufen. :P

Was uns weiterhin einzigartig macht, ist die Namensschreibweise. Wir enttarnen jeden Populisten und jeden Eventfan. Wie soll man sich fähig über etwas unterhalten, dessen Namen man nicht richtig kennt? :P
Dr. Acula 2021-09-01 12:39:29 Uhr
@AV
BWL Vorlesung beendet :-)
Kalle K 2021-09-01 14:01:25 Uhr
Besten Dank für den Hinweis mit dem Weltartikel.
Der Inhalt ist totaler Müll und zeigt auf, wie unterschiedlich die Sichtweise auf Fußball seien kann.
Mir zum Beispiel sind Spieler (also Angestellte) egal. Heißt, dass ich keine Identifikation mit einzelnen Spielern aufbaue. Mich interessiert der Verein. Ich bin Fan von einem Verein.
Mich interessiert kein "fortwährender Glanz", "Megastars" und "Weltmarken". Ich trinke auch Coca-Cola, weil Sie mir schmeckt und nicht, weil es eine Weltmarke ist.

Auch verstehe ich die Geilheit nach Investoren nicht. Mir ist kein Beispiel bekannt, bei dem ein Verein durch Investoren wieder in die Spitzengruppe zurückgekehrt ist. 1860 München und Uerdingen sind eher Beispiele, dass Investoren Vereinen schaden. Ob Hertha Berlin und Lars Windhorst nachhaltigen Erfolg haben muss sich auch erst noch zeigen. Der Typ in Hannover (komme grad nicht auf den Namen) und 96 haben, auf die letzten 20 Jahre gesehen, keinen Schritt nach vorne gemacht.
Auch in England läuft nicht jedes Investment positiv für den Club ab: ich meine, dass Bolton Wanderers fast vor dem endgültigen Ende standen.

Ob man jetzt RWE Respekt zollen muss weiß ich nicht. Aber der Weg ist allemal nachhaltiger als der, sich blind an Investoren zu hängen. Und was soll (laut Autor) der langfristige Erfolg sein? Dass sich chinesische, indische ,amerikanische Jungs und Mädels an RWE hängen. Vielleicht bin ich mit meinen 36 Jahren zu altmodisch, aber es juckt mich nicht, ob sich die Kids in Fernost am Ende für ManCity oder ManUnited entscheiden.
Hier mus sauch die Frage erlaubt sein, ob diese Märkte nicht langfristig Ihre eigenen Produkte stellen: Guangzhou Evergrande gegen Neu-Dheli in der AFC Champions League und dort juckt keinen mehr, was im Abendland passiert.

Langfristig wird sich der Fußball (zumindest meiner Meinung nach) aufteilen: die Eventis rennen zur Superliga mit "fortwährendem Glanz", "Megastars" und "Weltmarken", die anderen bleiben in den bisherigen Strukturen. Dritte nehmen beides mit.

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