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Schalke zeigt bei 2:2 zwei Gesichter

Foto: firo

Der mutige Offensiv-Auftritt der Schalker wird beim 2:2 (2:2) in Berlin nur teilweise belohnt, weil es in der neongrünen Defensive zu wackelig zugeht.

Schalke 04 kann es auch spannend. Die Königsblauen, die in der Hinrunde der Fußball-Bundesliga sechsmal ohne eigenes Tor blieben, haben im neuen Jahr offenbar die Lust an der Offensive entdeckt. Nach dem 2:1 zum Rückrundenstart gegen Wolfsburg traten die Schalker beim Auswärtsspiel gegen Hertha BSC mutig auf und holten ein 2:2 (2:2)-Unentschieden. Ohne Unkonzentriertheiten in der Defensive wäre bei zweimaliger Führung sogar noch mehr drin gewesen.

Die Partie begann vor 43.027 Zuschauern im Olympiastadion vielversprechend für den amtierenden Vizemeister. Schon nach handgestoppten 17 Sekunden zog Steven Skrzybski von der Strafraumgrenze ab, fand aber in Hertha-Torwart Rune Jarstein seinen Meister. Skrzybski war die besondere Motivation anzumerken. Vor seinem Wechsel zu Schalke trug er 18 Jahre das Trikot von Union Berlin.

Skrzybski jubelte zwar nicht über einen eigenen Treffer, dafür aber mit seinen Teamkollegen. Yevhen Konoplyanka, nach seiner Mandelentzündung wieder bei Kräften, nahm einen Opass von Benjamin Stambouli auf, startete ein Dribbling durch die Berliner Abwehr und zog aus 18 Metern ab. Der Ball schlug unhaltbar für Jarstein zum 1:0 ein (17.).

Schalkes Trainer Domenico Tedesco hielt es vor Begeisterung nicht mehr in seiner Coaching Zone. Der 33-Jährige setzte zu einem Jubelsprint auf das Spielfeld an, ballte dabei immer wieder beide Fäuste. “Wir müssen punkten”, hatte Tedesco seinen Spielern mit auf den Weg gegeben. Seine Marschrichtung schien aufzugehen.

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Doch anstatt gegen eine harmlose Hertha, die keine Linie in ihr Offensivspiel brachte und sich immer wieder an Schalkes Deckungsverband festrannte, nachzulegen, passierte genau das Gegenteil. Schalke fing sich einen Konter, den Berlins Arne Maier mit einem Lauf durch das Mittelfeld einleitete, dann auf Torjäger Ondrej Duda spielte. Der Slowake legte den Ball mit einem Weltklasse-Hackentrick genau in den Lauf des freistehenden Marko Grujic, der Torwart Alexander Nübel keine Chance ließ – 1:1 (39.). Schalke protestierte heftig gegen die Anerkennung des Treffers. Vor der Ausführung des Anstoßes kam es zu einem Disput zwischen Sebastian Rudy und Davie Selke. Nach anschließender Rudelbildung sahen beide Streithähne die gelbe Karte.

[spm_gallery]{"gallery_id":"7391","matchday":"1","relay":"","src":"836540","season":"8"}[/spm_gallery] Nachdem sich die Gemüter abgekühlt hatten, wurde es noch zweimal heiß in den Strafräumen. Bastian Oczipka setzte Mark Uth im Berliner Strafraum in Szene. Der Nationalspieler traf mit einem satten Schuss zum 2:1 für neongrünen Schalker (44.). Auch dieser Treffer löste einen Jubel-Lauf von Trainer Tedesco aus, bei dem die komplette Anspannung einer schwierigen Vorrunde abzufallen schien. Doch Tedescos Freude wurde schnell unterbunden. Nach einer Hereingabe von Selke sah S04-Verteidiger Salif Sané schlecht aus, so dass den Hausherren in der vierten Minute der Nachspielzeit das 2:2 gelang. Noch bevor der Anstoß ausgeführt wurde, war Tedesco bereits alleine auf dem Weg Richtung Kabine.

In der zweiten Hälfte wirkte Schalke wieder wacher und hatte die erste gute Gelegenheit durch Suat Serdar. Sein Versuch landete jedoch am Außennetz (52.). Nach 59 Minuten stockte den über 5000 mitgereisten Schalke-Fans der Atem. Ein Heber von Marvin Plattenhardt landete bei Karim Rekik, dessen Schuss allerdings von Sebastian Rudy gerade noch abgeblockt werden konnte. Aus Sicht der Hertha-Anhänger wirkte die Szene elfmeterverdächtig, da Rudy angeblich seinen Arm zur Abwehr benutzt haben soll. Schiedsrichter Felix Brych sah das anders. Nur 120 Sekunden später musste Alexander Nübel Kopf und Kragen riskieren, um den Schuss von Selke abzuwehren. Auch Schalke drängte phasenweise auf das dritte Tor. Hertha-Torwart Jarstein behielt aber gegen Serdar (70.) und Skrzybski (73.) die Oberhand, so dass es bei der Punkteteilung blieb.

Autor: Thomas Tartemann

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