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Stambouli: "Das Wichtigste ist Schalke"

Foto: firo

Wenn Frankreich auf Deutschland trifft, hält Benjamin Stambouli zu seinem Land. Für sein Land zu spielen: Ein Traum. Schalke ist aber wichtiger.

Weltmeister? Benjamin Stambouli lacht. Er ist sehr stolz darauf, dass seine Landsleute den WM-Titel errungen haben. An diesem Dienstag spielt Frankreich gegen Deutschland, im DFB-Kader stehen mit Mark Uth und Sebastian Rudy auch zwei Schalker. Vor dem Spiel analysiert Stambouli im exklusiven Interview die Lage beider Länder und spricht auch über sein Comeback auf Schalke, für das er sich bereit fühlt.

Herr Stambouli, haben Sie Ihre Mitspieler Mark Uth und Sebastian Rudy schon vor der nächsten Niederlage mit der deutschen Nationalmannschaft gewarnt? Benjamin Stambouli: Nein, das nicht (lacht). Aber ich freue mich für beide, dass sie nominiert wurden und jetzt gegen Frankreich spielen. Ich hoffe natürlich, dass Frankreich gewinnt, das ist mein Land. Ich werde mir das Spiel auch anschauen und danach eine Analyse machen.

Wenn wir vorher schon analysieren: Warum ist Frankreich im Moment so viel besser als Deutschland? Stambouli: Wir haben viele junge Spieler, die aber schon sehr viel Erfahrung gesammelt haben – auch dadurch, dass sie bei Top-Klubs spielen: Raphael Varane etwa bei Real Madrid oder Samuel Umtiti beim FC Barcelona. Diese Jungs haben auch nach dem Gewinn des WM-Titels einen kühlen Kopf behalten – das ist sehr wichtig, denn manchmal kann man nach einem solchen Erfolg auch etwas arrogant oder überheblich werden.

Frankreich ist bei der WM 2010 ebenso in der Vorrunde ausgeschieden wie Deutschland jetzt – was hat man danach gemacht, dass der französische Fußball wieder besser wurde? Stambouli: Ich weiß gar nicht, ob man da den einen entscheidenden Grund nennen kann. Im Fußball gibt es Wellentäler, es geht immer auf und ab. In Frankreich hatten wir früher die Platini-Generation und erst nach einer Weile kam dann eine neue erfolgreiche Generation um Zinedine Zidane. Danach ging es wieder bergab, und wir mussten wieder auf eine neue starke Generation warten – jetzt haben wir diese gefunden mit solchen Spielern wie Mbappe und Pogba. Wir haben so viele Talente. Wenn diese Jungs ruhig im Kopf bleiben, sind sie die besten der Welt.

Liegt das an der Ausbildung der Talente? Stambouli: Vielleicht, aber ich weiß es nicht genau. Sicher ist, dass wir Frankreich gute Akademien haben und die Arbeit dort sehr wichtig ist für die Entwicklung der Talente. Aber in Deutschland gilt das auch: Gerade auf Schalke haben wir auch eine gute Akademie.

Es fällt aber auf, dass viele Bundesliga-Vereine in den vergangenen Jahren junge Spieler aus Frankreich geholt haben: Schalke zum Beispiel Amine Harit oder Borussia Mönchengladbach jetzt Alassane Plea. Manche Experten glauben, dass es solche Spieler in Deutschland im Moment nicht gibt. Stambouli: Es gibt in der Tat derzeit viele französische Spieler in der Bundesliga. Warum das so ist, kann ich schwer beurteilen, aber eines möchte ich sagen: Die jungen Spieler bei uns sind sehr offen, sie hören Musik, geben vieles für die Fans, sie leben nicht versteckt. Ich glaube, auch so etwas ist sehr wichtig: Man darf keine Mauer um sich herum aufbauen.

Wie sehen Sie das Niveau der Bundesliga im Vergleich zur französischen Liga? Stambouli: Ich glaube, die Bundesliga hat immer noch ein sehr hohes Niveau – auch höher als in Frankreich. In Deutschland gibt es mehr Intensität, mehr Tempo. In Frankreich wird ein bisschen langsamer gespielt und mehr taktisch, die Mannschaften warten mehr ab.

In Frankreich dominiert Paris St. Germain, dort spielen mit Thilo Kehrer und Julian Draxler zwei frühere Schalker. Wie werden die beiden in Frankreich gesehen? Stambouli: Beide haben einen guten Ruf. Thilo Kehrer hat eine super Qualität und super Mentalität – ich glaube, das ist ein guter Spieler für Paris. Auch Julian ist ein hochveranlagter Fußballer, aber die Konkurrenz ist sehr groß für ihn. Gegen Cavani, Di Maria, Neymar, Mbappe ist es nicht einfach, aber für seine Erfahrung ist das wichtig.

Sie haben früher für Frankreichs U21-Nationalmannschaft gespielt. Gibt es den Traum, auch einmal für die A-Nationalmannschaft zu spielen? Stambouli: Ja – das ist eigentlich für jeden französischen Spieler ein Traum. Aber ich denke gar nicht so viel daran: Wenn es passiert, dann passiert es – das wäre gut. Aber das Wichtigste für mich ist Schalke.

Wann werden wir Sie nach Ihrer Verletzung denn wieder auf dem Platz sehen? Stambouli: Wenn es nach mir geht, wäre heute okay. Ich bin bereit, habe viel gearbeitet, jetzt warte ich darauf, dass der Trainer mir Grünes Licht gibt.

Sie haben sich in der Vorbereitung im Training nach einem Zusammenprall mit Breel Embolo verletzt. War das ein Schock so kurz vor dem Start? Stambouli: Ja, natürlich. Ich habe in der Vorbereitung so viel getan, bin in Mittersill so viel gelaufen, war bereit für den Start, und dann sagt mir der Arzt: Benji, wir wissen es nicht genau, aber du fällst vielleicht sogar für zehn Wochen aus. Ich habe ihm entgegnet: Nein, das ist nicht möglich – drei Tage sind okay, mehr nicht. Aber es war eine schwere Verletzung, das war nicht einfach für den Kopf.

Ralf Fährmann sagt: Sie sind der intelligenteste Spieler, mit dem er jemals zusammen gespielt hat... Stambouli: … das ist sehr nett (lacht).

Dann können Sie bestimmt erklären: Warum war der Start in diese Saison für Schalke so schwierig? Stambouli: Wir hatten ein bisschen einen negativen Lauf, und es wurde gefragt: Wer hat einen Fehler gemacht? Das ist aber nicht die Lösung. Wenn du in einer solchen Situation bist, musst du Solidarität untereinander zeigen, dich an das erinnern, was gut klappt und so zurück zur Basis kommen. Dann kannst du wieder nach vorne blicken.

Das Zurück zur Basis hat der Trainer dann ja auch gemacht, indem er gesagt hat: Wir spielen wieder das, was uns stark gemacht hat. Stambouli: Er hat einen guten Weg gefunden und gute Worte: Er ist immer positiv geblieben. Er ist ein Top-Trainer, aber das wusste ich auch schon vor dieser Krise.

Geht es jetzt wieder aufwärts mit Schalke? Am Samstag kommt Werder Bremen. Stambouli: Ja, das glaube ich schon. Manchmal machen dafür nur kleine Dinge den Unterschied aus. So waren zum Beispiel auch die Spiele gegen Porto und in Freiburg gut, obwohl wir sie nicht gewonnen haben.

Ist nach den fünf Niederlagen zum Start das Erreichen der Champions League in dieser Siason noch realistisch? Stambouli: Auf jeden Fall. Ich habe im Fußball so viele Dinge gesehen, die möglich sind. Du kannst als Tabellenzweiter in eine negative Phase geraten, aber du kannst auch dann wieder durchstarten und viele Siege hintereinander landen – du weißt nie im Fußball.

Autor: Manfred Hendriock

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