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Schalke verliert dramatische Partie in Wolfsburg

Foto: Firo

Eine Niederlage in der Nachspielzeit, eine Rote Karte gegen Matija Nastasic und Riesen-Ärger um den Video-Beweis: Bei Schalkes 1:2-Niederlage zum Saisonstart in Wolfsburg ging so ziemlich alles schief. 

Daniel Ginczek erzielte in der 94. Minute den glücklichen Siegtreffer für die Wolfsburger - Schalke lag geschlagen am Boden.

Der nur eingewechselte Nabil Bentaleb hatte in der 85. Minute mit einem verwandelten Elfmeter für Schalke ausgeglichen, nachdem Wolfsburg ab der 33. Minute durch Brooks mit 1:0 geführt hatte. Schalke musste nach einer Roten Karte gegen Matija Nastasic ab der 66. Minute mit zehn Mann spielen.

Zur Mitte der zweiten Halbzeit geriet das Spiel aus den Fugen, und das lag - wieder einmal - am Videobeweis und dessen Umsetzung durch Schiedsrichter Patrick Ittrich aus Hamburg. Was war geschehen? Erst zeigte Ittrich dem Schalker Matija Nastasic in der 66. Minute nach einem Foul an Wout Weghorst die Gelbe Karte und korrigierte seine Entscheidung nach Intervention durch den Video-Assistenten auf Rot - Schalke kochte vor Wut.

Video-Assistent nimmt Wolfsburg-Rot zurück

Und eine Minute später schlugen die Emotionen erneut hoch: Weghorst lieferte sich ein Gerangel mit Guido Burgstaller, das Ittrich nach Rücksprache mit seinem Assistenten Norbert Grudzinski sofort als Tätlichkeit von Weghorst auslegte - er zeigte dem Wolfsburger Stürmer Rot. Doch wieder griff der Video-Assistent ein, Ittrich sah sich die Szene auf dem Monitor am Spielfeldrand an und nahm die Rote Karte gegen Weghorst zurück - wieder kochte Schalke. Bemerkenswert: Die Fans beider Vereine hatten die Schnauze voll, sie beschimpften den DFB (“Ihr macht unseren Sport kaputt”).

Schalke lag zur Halbzeit durch einen Kopfballtreffer von John Anthony Brooks mit 0:1 zurück - ausgerechnet ein Kopfballtor nach einer Standardsituation. Denn eigentlich sollten die Königsblauen in dieser Saison eine Lufthoheit im eigenen Strafraum haben, weil mit Salif Sané (1,96 m groß) ein zweites Kopfballungetüm neben Naldo (1,98 m) dazugekommen ist. Doch bei dem Eckball von Wolfsburgs Maximilian Arnold in der 33. Minute stimmte die Ordnung im Strafraum überhaupt nicht, so dass Brooks (1,93 m) am zweiten Pfosten beinahe ungehindert einköpfen konnte.

Es war nicht die einzige Ungereimtheit, die sich die ohne Nabil Bentaleb gestarteten Schalker leisteten. Bentaleb saß nur auf der Bank, für ihn rückte Neuzugang Suat Serdar in die Startelf und Weston McKennie auf die Sechs. Um Bentaleb hatte es kurz vor dem Spiel Wechselspekulationen gegeben, nach Angaben von “France Football” soll Olympique Marseille an einer Verpflichtung des Schalkers interessiert sein.

Wolfsburg nach 20 Minuten besser

Serdar war in der noch ordentlichen Schalker Anfangsphase einer der stärksten Gästespieler, der frühere Mainzer agierte auf der Acht und suchte auch den Weg in die Spitze: In der 15. Minute wurde sein Schuss abgeblockt, und Amine Harit verpasste im zweiten Versuch ebenfalls. Doch so richtig bekamen die Königsblauen keinen Zugriff auf das Spiel, und nach 20 Minuten erspielte sich Wolfsburg ein Übergewicht.

Erst prüfte Rechtsverteidiger William Schalkes Torwart Ralf Fährmann mit einem Freistoß (22.), dann bekam Guilavogui nach einem unnötigen Ballverlust von Salif Sané keinen Druck hinter seinen Schuss, so dass Fährmann parieren konnte (26.). Nur 60 Sekunden später verlor Sané erneut den Ball und sah für sein folgendes Foul zurecht Gelb, die Unsicherheiten häuften sich. Und in dieses Bild passte auch der Rückpass von Amine Harit in der 33. Minute, der völlig missriet und den Eckball zum 1:0 zur Folge hatte.

Schalke kämpft sich in Unterzahl zurück

Schalke musste sich danach erst einmal neu sortieren, hatte aber bis zur Pause nur noch eine gute Chance durch einen Kopfball von Mark Uth nach einer Baba-Flanke (36.). In der 58. Minute forderte Schalke nach einem Zusammenprall zwischen Uth und Arnold vehement einen Elfmeter, doch Ittrich ließ weiterspielen.

Nach einer Stunde brachte Tedesco dann mit Breel Embolo für den schwachen Harit einen weiteren Stürmer und stellte in der Abwehr auf einen Viererkette um - Sané rückte ins Mittelfeld vor. Doch nach der Roten Karte gegen Nastasic war alles wieder Makulatur.

Schalke kämpfte in Unterzahl mit dem Mut der Verzweiflung und wurde zunächst belohnt: Der inzwischen eingewechselte Nabil Bentaleb verwandelte in der 85. Minute einen an Embolo verursachten Elfmeter zum 1:1-Ausgleich. Embolo war zuvor bereits mit einer klasse Chance an Wolfsburgs Torwart Koen Casteels gescheitert. Doch dann traf Ginczek in der Nachspielzeit - was für ein turbulenter Saisonstart.

Manfred Hendriock

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