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FCB: Druck immer größer
Ribery stellt sich offen gegen van Gaal

FCB: Ribery stellt sich offen gegen van Gaal

Der Druck auf Louis van Gaal steigt: Nach Uli Hoeneß hat sich mit Franck Ribery jetzt erstmals ein Profi von Bayern München offen gegen den Trainer gestellt.

Mit einem ungewöhnlichen Schrei nach Liebe hat Franck Ribery sich gegen die öffentliche Kritik von Louis van Gaal zur Wehr gesetzt und den Trainer von Bayern München seinerseits scharf attackiert. Er habe keinen Spaß mit van Gaal, habe es satt, von ihm ständig kritisiert zu werden und keine Lust mehr auf seine Rolle als Edeljoker, sagte er. Mit seiner Attacke auf den ohnehin angeschlagenen Coach vor dem Champions-League-Spiel beim AS Rom am Dienstagabend schürte der Franzose die Unruhe bei den Münchnern weiter.

"Ich gebe mein Bestes, tue alles, um wieder fit zu sein. Aber wenn der Trainer immer schlecht über einen redet, wenn er einen immer wieder runterzieht, dann wird es schwierig. Weil ich ja seine Hilfe, sein Vertrauen benötige", sagte Ribery in einem Interview mit dem Pay-TV-Sender Sky.

Vor dem Spiel in Rom haben sich Ribery und van Gaal dann zu einer Aussprache getroffen. Man habe miteinander gesprochen, so van Gaal, der den Franzosen nach dessen Verletzung erstmals seit dem 21. September in der Startformation aufbot.

Ribery bestätigt Kritik von Hoeneß Mit seinen Aussagen hatte Ribery zuvor die jüngste Kritik von Präsident Uli Hoeneß an van Gaal bestätigt. Der Ribery-Mentor hatte dem Trainer Defizite in der Kommunikation mit den Profis vorgeworfen und damit ein mittelschweres Erdbeben an der Isar ausgelöst. Am Montag war auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in der Diskussion um die Zukunft von Bastian Schweinsteiger erstmals auf Distanz zu van Gaal gegangen.

Van Gaal hat Riberys Ausbruch provoziert, als er dessen Auftritt in einem Testspiel gegen den Drittligisten SpVgg Unterhaching am vergangenen Mittwoch (2:1) monierte. Obwohl Ribery beide Bayern-Tore vorbereitete, sagte van Gaal: "Er hat sich nicht bemüht." Ribery meinte dazu nun: "Ich war sehr enttäuscht, das in der Presse zu sehen und so davon zu erfahren. Ich hätte es besser gefunden, dass er es mir direkt sagt."

Ribery ist ein äußerst sensibler Mensch, er sehnt sich nach Zuspruch seiner Vorgesetzten. Von Hoeneß hat er das erhoffte Vertrauen immer wieder bekommen, der Präsident überzeugte den umworbenen Star im Frühjahr bei Treffen in seinem Haus am Tegernsee von der Vertragsverlängerung bis 2015. Zu van Gaal hatte der 27-Jährige dagegen von Anfang an ein angespanntes Verhältnis. Zu Beginn der vergangenen Saison hatte sich Ribery geweigert, auf der für ihn von van Gaal vorgesehenen Position des Spielmachers zu spielen. Außerdem gab es wiederholt Meinungssverschiedenheiten über die Fitness des verletzungsanfälligen Stars.

"Ich mache meinen Job, er macht seinen" Ribery warf dem Niederländer jetzt erneut vor, ihm die Freude am Fußball zu nehmen. "Ich kann nicht sagen, dass ich viel Spaß mit ihm habe, oder dass ich eine besondere Beziehung zu ihm habe. Ich mache meinen Job, er macht seinen." Das wirke sich auf seine Leistungen auf dem Platz aus. "Ich hätte gern mehr Kontakt zu ihm, dass es mehr Wertschätzung zwischen uns gibt. Ich muss mit ihm reden, muss Spaß mit ihm haben. Falls ich all das nicht habe, kann es auf dem Spielfeld ja auch nicht funktionieren."

Außerdem forderte der französische Nationalspieler eine Einsatzgarantie. "Wenn ich nur 25 oder 30 Minuten spiele, werde ich so nie mein altes Niveau zu 100 Prozent wieder erreichen. Ich muss 90 Minuten spielen", sagte er. Nachdem er seine jüngste Verletzung am Knöchel auskuriert hatte, kam Ribery zuletzt in der Bundesliga lediglich zu zwei Kurzeinsätzen gegen den 1. FC Nürnberg (20 Minuten) und Bayer Leverkusen (29).

Die anfänglichen Probleme im Sommer 2009 schienen durch einen ungewöhnlichen Gefühlsausbruch von Ribery in Dortmund weggewischt, als der Mittelfeldspieler dem Coach nach einem Treffer mit Anlauf in die Arme sprang. "Er hat gezeigt, dass er diesen Trainer liebt", hatte van Gaal zu dieser Szene gesagt. Die Liebe scheint nun erkaltet, auch wenn Ribery betonte: "Ich fühle ja auch, dass er mich mag." Doch dieses Gefühl gibt ihm der strenge "Tulpen-General" viel zu selten.

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