Seit 14 Spielen wartet der Wuppertaler SV auf einen Sieg in der Regionalliga West. Dabei hatte der WSV nach drei Spielen bereits neun Zähler auf dem Konto. Der unfassbare Negativlauf soll noch im Spieljahr 2019 beendet werden. Das fordert der Sportchef.

RL West

Wuppertals Sportchef kündigt Kader-Veränderungen an

04. Dezember 2019, 12:28 Uhr
Foto: Stefan Rittershaus

Foto: Stefan Rittershaus

Seit 14 Spielen wartet der Wuppertaler SV auf einen Sieg in der Regionalliga West. Dabei hatte der WSV nach drei Spielen bereits neun Zähler auf dem Konto. Der unfassbare Negativlauf soll noch im Spieljahr 2019 beendet werden. Das fordert der Sportchef.

Wir haben uns vor den letzten beiden Spielen des Jahres gegen Alemannia Aachen und TuS Haltern mit Karsten Huwelker (48), dem Sportdirektor des Wuppertaler SV, unterhalten. Er richtet deutliche Worte an die Mannschaft von Trainer Alexander Voigt - den er wiederum aus der Schusslinie nimmt.

Karsten Hutwelker, wie ist die Lage und Stimmung an der Hubertusallee nach nunmehr 14 langen Spielen ohne Sieg?

Die Situation ist natürlich unbefriedigend und ernüchternd. Aber es nutzt nichts, in dieser Situation herum zu jammern. Wir machen im Verein alles möglich, damit die Mannschaft ihrer Arbeit nachgehen kann. Da kann ihr jetzt eigentlich niemand mehr helfen. Aus diesem Sumpf müssen sich die Jungs selbst herausziehen. Ich verlange es sogar, dass die Jungs es selber richten. Sie fragen nach der Stimmung im Team? Die ist gut. Und genau das macht mich stutzig.

Wie meinen Sie das?
Wenn man 14 Partien hintereinander nicht gewinnt und die Stimmung innerhalb der Mannschaft so ist, wie nach den ersten drei Siegen, dann stimmt da etwas nicht. Ich war zuletzt in der Kabine und habe meine Meinung zu der Lage gesagt und auch die gute Stimmung angesprochen. Ich erwarte in solch einer schlechten sportlichen Situationen mehr Reibereien, mehr Emotionen. Das soll jetzt auch nicht künstlich sein, sondern ehrlich, echt. Die Spieler, die sich sowieso vielleicht nicht so nah sind, sollen sich jetzt nicht beleidigen. Aber die Spieler, die gut miteinander können, sollen sich mal die Meinung so richtig geigen. Das wünsche ich mir. Zudem muss es zur Selbstreflexion kommen. Denn wenn man 14 Spiele nicht gewinnt, dann kann das nicht an ein, zwei, drei Spielern liegen - sondern allen, die zur Mannschaft gehören.

Aber es muss doch Führungsspieler geben, die den Mund aufmachen...
Wir haben diese Leader. Leider haben diese Jungs sich nicht so weiterentwickelt wie von uns gedacht oder gewünscht. Ich erwarte auch keine Drecksäue oder derart in der Mannschaft - nein: Ich will aber Jungs dabei haben, die ihre Meinung sagen, die den ganzen Karren mitziehen. Aktuell verstecken sich zu viele Spieler. Bei manchen muss man einfach sagen, dass es für den Wuppertaler SV nicht reicht.

Das dürfte heißen, dass es im Winter Veränderungen geben wird, oder?
Das ist auch kein Geheimnis. Ja, falls es finanziell möglich ist, werden wir Spieler abgeben und neue Jungs dazuholen. Aber das muss alles ins Budget passen. Dieses ist ja eigentlich mit 300.000 Euro schon ausgeschöpft. Wir hoffen, dass uns der eine oder andere Sponsor noch einmal in dieser schwierigen sportlichen Lage unter die Arme greift. Denn eines ist klar: Wenn Du 14 Spiele nicht gewinnst, dann muss du Veränderungen vornehmen. Das kann nicht einfach so weitergehen.

Die Mannschaft hatte in dieser Saison schon drei Trainer. Wird es eventuell noch einen vierten Übungsleiter geben?
Nein! Das schließe ich zu diesem Zeitpunkt aus. Alexander Voigt weiß, dass der WSV für ihn eine große Chance ist und so akribisch arbeitet er auch. Er bereitet jede Trainingseinheit optimal vor und stellt die Jungs für die 90 Minuten am Wochenende perfekt ein. Leider schafft es die Mannschaft nicht, das, was der Trainer ihnen unter der Woche vermittelt, am Wochenende umzusetzen. Sonst hätten wir schon einige Siege mehr auf dem Konto.

Trotz der Negativserie. Der WSV steht noch über dem Strich. Kann Sie das ein wenig erheitern?
Nein, weil es am Ende noch fünf Absteiger geben kann. Falls der Meister in der Relegation scheitert und Münster aus der 3. Liga absteigt, wären wir bei fünf Absteigern - inklusive Wattenscheid. Somit könnte der 15. Tabellenplatz am Ende zu wenig sein. Ich hoffe, dass wir in den Spielen gegen Aachen und Haltern den Bock endlich umstoßen und mit einem positiven Erlebnis, einem Sieg in die Winterpause gehen.

Wird es nun ein Trainingslager im Januar geben oder nicht?
Wir sind da immer noch dran. Aktuell kann ich sagen, dass es eher gut als schlecht aussieht. Noch ist aber nichts in trockenen Tüchern.

Macht Ihnen der Job als Sportdirektor in Wuppertal eigentlich noch Spaß?
Natürlich! Ich darf im Fußballgeschäft arbeiten und das ist ein Privileg. Es ist einfach das, was ich liebe und das darf ich jeden Tag machen. Klar ist aber auch, dass es noch schöner ist, wenn es erfolgreich läuft. Diese Negativerlebnisse stärken aber einen nur noch mehr und daraus gewinnt man neue Energie.

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05.12.2019 - 16:27 - Lackschuh

Bei fünf Absteigern müsste man halt mit Haltern den Platz tauschen und dies sollte Mindestvoraussetzung sein, wenn man weiter RL spielen will und da lasse ich auch die dünnen 300 000 Euro mal weg!

05.12.2019 - 16:22 - Hildorado

Ja wieder einmal sollen die Sponsoren helfen zum 50 oder zum 100ersten mal??nicht so viele Trainer entlassen dann könnte man noch Spieler holen. Abstieg ist vorprogrammiert. Leider. Denn die oberliga Vereine wollen und brauchen euch nicht.

04.12.2019 - 12:55 - Außenverteidiger

Ich sag's immer wieder. Mit Wut und Hass entsteht die Leidenschaft. Anschließend kann man nach Siegen Spaß haben. Die Truppe scheint eher in die Kreisliga zu gehören. Nach dem Spiel haben sie noch Kraft eine Rudelbildung zu bestreiten... Wünsche den Wuppertalern den Klassenerhalt, allerdings haben sie mit dem Highlightspiel gegen RWE für einen logischen Spannungsabfall gesorgt. Wie bei einer Entscheidungsschlacht. Danach braucht man eine Pause und es muss auch wirklich eine gewesen sein. Glück Auf.