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Wuppertaler SV: Küsters über seine Münster-Zeit, Planung und Fans

Acht Jahre lang trug Stephan Küsters das Trikot des SC Preußen Münster.
Foto: firo

Wenn der Wuppertaler SV am Mittwochabend zum SC Preußen Münster reist, dann ist es für WSV-Manager Stephan Küsters eine Reise in die Vergangenheit. Noch mehr: Für den 49-Jährigen ist es ein Duell mit seiner alten Liebe.

Wenn man an altgediente Spieler des SC Preußen Münster denkt, dann kommt man zweifelsohne an Stephan Küsters nicht vorbei. Der heutige 49-jährige Manager des Wuppertaler SV war acht Jahre lang für den SCP aktiv und bestritt insgesamt 206 (23 Tore) Pflichtspiele für die "Adlerträger". Damit liegt Küsters auf Platz elf der Münsteraner Rekordspieler.

Acht Jahre als Spieler und zwei Spielzeiten als Teammanager sowie Scout war der gebürtige Dinslakener, dessen Karriere einst beim SV Walsum und SuS 09 Dinslaken begann, für die Preußen aktiv beziehungsweise tätig. Am Mittwoch kehrt Küsters erstmals als Gegner an die Hammer Straße zurück.

RevierSport hat vor dem Duell Münster gegen Wuppertal mit dem WSV-Sportchef über seine Zeit bei den Preußen und die Zukunftspläne mit den Bergischen gesprochen.

Stephan Küsters, die Frage nach dem besonderen Spiel muss natürlich kommen...

(lacht) Klar. Nach so einer langen Zeit in Münster ist es natürlich ein besonderes Spiel für mich. Ich habe bis heute viele Freunde in Münster und besuche diese schöne Stadt immer wieder gerne. Wenn es mir bei den Preußen schlecht ergangen wäre, dann wäre ich nicht ein Jahrzehnt dort gewesen. Schade nur, dass das Flutlichtspiel am Mittwochabend ohne Zuschauer stattfindet. Das hätte dieses Westderby Münster gegen Wuppertal verdient.

Was glauben Sie denn: Wie hätten die SCP-Fans Sie empfangen? Das weiß ich nicht. Ich hoffe aber, dass es ein guter, positiver Empfang gewesen wäre. Als Spieler, ich war ja auch mehrere Jahre Kapitän, war ich schon beliebt. Da habe ich die Anerkennung der Leute auch gespürt. Ich habe immer alles für Preußen gegeben und mich reingehauen. Ich war ja schon giftig (lacht) und Münster war mein Klub. Da gab es immer nur: Vollgas, Kampf und Leidenschaft. Das haben die Fans gerne gesehen. Ob ich heute noch in Münster beliebt bin, weiß ich nicht.

Sie haben die meisten Ihrer 206 Spiele für Münster in der damaligen Regionalliga Nord, der 3. Liga gemacht, heute ist der SCP in Liga vier. Wie bewerten Sie die Entwicklung des Vereins? Man muss sagen, dass sich leider nicht viel getan hat. Das Stadion steht immer noch, obwohl Preußen Münster längst eine moderne Spielstätte verdient hätte. Im vergangenen Sommer ist man nach zehn Jahren Drittklassigkeit in die Regionalliga abgestiegen. Abstiege sind nie positiv zu bewerten. Das müssen sich die Leute, die am Werk sind oder waren auch vorwerfen lassen. Nach zehn Jahren aus dem Profibereich abzusteigen, ist bitter. Es fehlen in Münster einfach Leute, die mit Herzblut dabei sind. Die aus der Stadt kommen, die Ideen mitbringen und diese kontinuierlich verfolgen. In Münster ist so viel Potential, was Sponsoren angeht. Leider sehe ich das alles nicht ausgeschöpft. Aber das ist auch nicht mehr mein Problem. Trotzdem wünsche ich dem Klub natürlich alles erdenklich Gute.

[article=497783]Dabei wären Sie im vergangenen Sommer fast wieder bei den Preußen gelandet[/article]. Woran ist Ihre Rückkehr gescheitert? Ja, ich habe immer wieder mal zu Verantwortlichen des SC Preußen Kontakt gehabt. Aber ich habe auch schnell gemerkt, dass ich nicht bei allen Entscheidungsträgern willkommen war. Da waren die Unterhaltungen mit dem Wuppertaler SV und allen voran Friedhelm Runge viel besser und zielführender. In Münster war es so, dass meine Vorstellungen von Fußball und die der aktuellen Preußen-Verantwortlichen weit auseinander lagen. Letztendlich hatte ich beim WSV das bessere Gefühl und bin sehr froh, dass ich für diesen traditionsreichen Klub arbeiten darf. Und in Münster hat man ja mit Peter Niemeyer auch eine gute Lösung gefunden. Die Preußen sind ja spätestens seit dem Winter richtig gut drauf. Die dortigen sportlichen Verantwortlichen leisten gute Arbeit.

Inwiefern kann man Münster mit Wuppertal vergleichen? Beide Klubs haben ein ähnliches Fan-Potential und sind in ihren Städten sehr wichtig. Klar, in Wuppertal hat auch der Bergische HC eine große Bedeutung. Aber Fußball ist eben Fußball und da merkt man auch die Strahlkraft des WSV. Beide Klubs gehören mit Sicherheit nicht in die Regionalliga?

Wie zufrieden sind Sie denn mit dem Ist-Zustand des Wuppertaler SV? Die aktuelle sportliche Situation ist zufriedenstellend. Wir haben im Winter einige Spieler aussortiert und acht neue Jungs dazu geholt. Wie man sieht, lagen wir nicht falsch. Die Mannschaft funktioniert auf und neben dem Platz sehr gut. In der Kabine ist endlich gute Stimmung drin. Dafür muss man auch das Trainerteam um Björn Mehnert sehr loben. Er und sein Team haben die Mannschaft geformt und machen einfach einen guten Job.

Wird denn Björn Mehnert über die Saison hinaus Trainer des WSV bleiben? Daran arbeiten wir aktuell. Wir sind mit ihm zufrieden und werden die Gespräche in den nächsten Tagen intensivieren. Beide Seiten passen gut zusammen und wir wollen am Ende ein positives Ergebnis erzielen.

Werden Sie im Sommer, wie schon im Winter, wieder einen großen personellen Umbruch vollziehen? Das kann man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Viele Verträge laufen aus und wir müssen schauen, wen wir halten wollen, wer uns verlassen will. Da befinden wir uns aktuell mit Gaetano Manno, Thomas Richter und dem Trainer in Gesprächen. Wir analysieren unseren Kader und werden sehen, was das Beste für den Wuppertaler SV ist. Klar ist auch, dass wir weitere Verstärkungen benötigen, um unsere ambitionierten Ziele weiter zu verfolgen?

Das wäre dann zur neuen Saison der Drittliga-Aufstieg? Erst einmal müssen wir die 40-Punkte-Marke erreichen, damit wir die Klasse halten. Ich denke, dass am Ende 43, 45 Zähler vonnöten sein werden. Aktuell haben wir 35 Punkte auf dem Konto. Klar ist auch, dass wir dann in der neuen Saison weiter nach oben schielen wollen. Wie weit das sein wird, werden wir dann sehen.

Was bekommen Sie eigentlich von den WSV-Fans mit. Gibt es da irgendwelches Feedback? Ich finde es auch sehr, sehr schade, dass ich dieses emotionale Publikum noch nicht kennenlernen durfte. Leider befinden wir uns wirklich in beschissenen Zeiten. So drastisch muss man das formulieren. Aber es wird irgendwann auch wieder aufwärts gehen. Aktuell höre ich mal hier und da rein und merke, dass die Fans mit der Entwicklung der Mannschaft, mit den Spielen, die sie im Livestream verfolgen, zufrieden sind. Ich warte auch sehnlichst darauf, mal ein Fan-Treffern organisieren zu können und dürfen, mit den Mädels und Jungs zu reden, sich auszutauschen, etwas zu trinken. Das wäre schön. Die Fans des Wuppertaler SV machen diesen Traditionsklub auch aus. Sie gehören zu den besten in der Regionalliga. Für sie spielen wir Fußball und wollen sie mit guten Ergebnissen glücklich machen.

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