WSV-Vorstände treten zurück!

26.02.2019

Erdbeben in Wuppertal

WSV-Vorstände treten zurück!

Foto: Stefan Rittershaus

Das ist ein echtes, sportliches Erdbeben: Die Vorstände des Wuppertaler SV sind mit sofortiger Wirkung von ihren Ämtern zurückgetreten.

Die Vorstände Manuel Bölstler und Lothar Stücker haben am Dienstagvormittag gegenüber dem Verwaltungsrat ihren Rücktritt erklärt. Das hat soeben die Homepage des Regionalligisten vermeldet.


Die Meldung auf der Internetseite des WSV ist durchaus irreführend - denn Bölstler tritt zwar als Vorstandsmitglied zurück, bleibt aber Sportlicher Leiter des WSV. "Ich habe das auch erst eben erfahren. Aber ich bin froh darüber, dass Manuel weiter Sportlicher Leiter bleibt. Er ist nach meinen Informationen lediglich als Vorstandsmitglied zurückgetreten", erklärt Adrian Alipour auf RevierSport-Nachfrage.

Der WSV-Trainer arbeitet mit Bölstler sehr eng zusammen und Bölstler war es schließlich auch, der Alipour nach Wuppertal holte und ihm die erste Profistation als Trainer ermöglichte. "Dafür bin ich Manuel auch dankbar. Ich weiß aber auch, was er hier leistet. Ich kann mich nur wiederholen: In der Zeit der Crowdfunding-Aktion hat er Unmenschliches geleistet. Er war Tag und Nacht für den WSV aktiv. Dass er dann von einigen Leuten stark kritisiert wurde, finde ich nicht gut. Denn ich weiß, dass er sich immer an die Budget-Vorgaben des Vereins gehalten hat. Manuel Bölstler hat als Sportlicher Leiter nie mehr Geld ausgegeben, als ihm für Transfers zur Verfügung gestellt worden ist", betont Alipour.

In Wuppertal fliegen in den letzten Tagen in den Gremien des Vorstands und Verwaltungsrats die Fetzen. Mit dem Ergebnis der Rücktritt von Stücker und Bölstler. Zuletzt soll sogar Geschäftsführerin Maria Nietzsche in die Schusslinie geraten worden sein. Ihr soll ein Rücktritt angeboten worden sein. "Ich möchte mich zu diesen ganzen Themen eigentlich auch gar nicht äußern. Ich bin hier für das Sportliche zuständig und muss mit der Mannschaft dafür sorgen, dass wir in der Regionalliga West Punkte einfahren. Klar ist aber auch, und das muss ich so offen sagen, dass die letzten Tage sehr turbulent und schwierig in Wuppertal waren. Ich hoffe, dass sich die Lage schnell wieder beruhigt und wir gemeinsam mit Manuel Bölstler die neue Spielzeit planen können", sagt Alipour.

Manuel Bölstler war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Erklärung zum Rücktritt des Vorstandssprechers Lothar Stücker

"Liebe Mitstreiter,


wie ich vernommen habe, sind gestern große Teile des Verwaltungsrates zurückgetreten.

Das ist insofern sehr bedauerlich, da es sich gerade um die Personen handelt, zu denen ich im Tagesgeschäft eine Schnittstelle hatte. Weiter handelt es sich im Wesentlichen um die Personen, mit denen ich schon seit Jahren sehr vertrauensvoll zusammen arbeite. Ich trage seit Jahren Verantwortung für diesen Verein. Seit 2013 sind viele Personen gekommen und gegangen. Ich habe immer versucht, die feste Größe des Vereins abzubilden. Da ich nun keine Basis mehr sehe, erlaube ich mir, meine Interessen in den Vordergrund zu stellen.

Ein Ehrenamt macht für mich in dieser neuen Konstellation keinen Sinn mehr. Demzufolge trete ich nun mit sofortiger Wirkung zurück. Hierbei geht es mir nicht um eine Bewertung der nun handelnden Personen. Das steht mir nicht zu und ich weiß, dass alle nur das Beste für unseren Verein wollen. Ich erkenne aber bei mir keine personelle Schnittmenge mehr zum WSV. 

Es ist für mich selbstverständlich, dass ich einen geordneten Übergang begleiten werde und jederzeit zur Verfügung stehe. Für mich ist diese Entscheidung emotional schmerzhaft. Ich wünsche allen zukünftigen Amtsträgern unseres Vereins alles Gute und ein glückliches Händchen."

Autor: Krystian Wozniak

Kommentieren

27.02.2019 - 12:11 - van melk

Zitat "Es ist für mich selbstverständlich, dass ich einen geordneten Übergang begleiten werde und jederzeit zur Verfügung stehe. " Zitat ENDE

Warum treten Sie dann zurück und sorgen für Handlungsunfähigkeit des Vereins ?
6 Wochen länger im Amt , bis zur JHV , hätten Sie nicht umgebracht.
Alles nur leere Worte !

26.02.2019 - 12:59 - Rattenfänger

Ich war aktiver Fußballfan von 1973 (RWE-Bundesliga) bis 2012 (Abriss GMS), von 2012 bis 2016 Kleinsponsor im VIP-Bereich und habe längst genug von diesem erbärmlichen Sport, der früher Fussball hieß und jeden Zuschauer begeistert hat und heute nur noch von Taktik und Schauspielern geprägt wird, die sich selbst Fussballer nennen, aber für Angelegenheiten des täglichen Lebens mindestens zwei Betreuer benötigen. Wir brauchten keinen Videobeweis und keine 90 % Event-Zuschauer mit dem neuesten Vereinstrikot. Unsere Mütter haben Schals gestrickt und Fahnen genäht, wir wurden bei Regen klitschnass im Stadion - na und?
PS: Seit 2017 bin ich Stammgast bei pro7maxx und sehe die KOSTENLOSEN Live-Spiele aus der NFL!
Echt zu empfehlen, ehrlicher Sport, keine Mimosen, keine durchgeknallten Zuschauer - macht Spaß!

26.02.2019 - 12:11 - Wupperstolz

@Du schöner RWE

Gebe dir bei aller Rivalität vollkommen Recht. Es macht wirklich keinen Spaß mehr.
Bald haben wir nur noch Retortenvereine, wie Hoffenheim, Leverkusen, Red Bull Leipzig oder Vereine
die von Multimillionären, wie KFC Uerdingen oder Viktoria Köln, gepuscht werden.
Es werden hier bald Zustände wie in England herrschen, wo Ölscheichs und russische Oligarchen die
Ligen dominieren und der normale Fan sich keine Eintrittskarte wegen der Horrorpreise mehr leisten kann.

Ist das noch Fußball????

26.02.2019 - 12:01 - Jünther, Jötz und Jürgen

Alles wird gut. Es geht weiter.

26.02.2019 - 11:19 - krötenmann

@Du schöner RWE

"So langsam macht es wirklich keinen Spaß mehr und die da oben werden zugeschüttet mit Geld, für die kleinen Traditionsvereine bleibt da gar nichts mehr über."

Beim WSV liegt das Problem aber aktuell nicht an der Verteilung von Geldern sondern an internen Querelen.

26.02.2019 - 11:18 - Frankiboy51

# Emscherkapitän
Und RWO

26.02.2019 - 11:16 - Du schöner RWE

Macht echt keinen Spaß mehr, über unsere Traditionsvereine gibt es wirklich kaum noch schöne Nachrichten. Alles nur noch Hiobsbotschaften, klamme Kassen, immer weniger Lichtblicke und immer weniger Hoffnung auf bessere Zeiten. So langsam macht es wirklich keinen Spaß mehr und die da oben werden zugeschüttet mit Geld, für die kleinen Traditionsvereine bleibt da gar nichts mehr über.

26.02.2019 - 10:53 - Emscherkapitän

Die abgestürzten Traditionsvereine kommen einfach nicht zur Ruhe. Unruhe, Befindlichkeiten allenthalben. Dazu kommt das deutsche Vereins-Gen, das Menschen streitbar macht. Wenn das so weiter geht, haben wir bald nur noch Rödingheims, Hoffenhausens und Viktorias in den oberen Ligen. Schade!

26.02.2019 - 10:36 - Bacardicola

Erdbeben ???

Dann fällt ja die Schwebebahn wieder monatelang aus;-)

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