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WSV hat weiter große finanzielle Probleme

Charmaine Fischer
29. Mai 2019, 08:52 Uhr

Foto: Stefan Rittershaus

In einer außerordentlichen Jahreshauptversammlung haben die Mitglieder des Wuppertaler SV für die Satzung gestimmt, die es erlaubt eine Kapitalgesellschaft zu gründen. Dem Antrag des Vorstandes stimmte die dafür benötigte Drei-Viertel-Mehrheit zu.

Zahlreiche Rücktritte, Abgänge von Leistungsträgern wie Top-Torjäger Christopher Kramer, Trainerwechsel – der Verein hat turbulente Monate hinter sich. Das größte Problem des Regionalligisten ist aber die aktuelle finanzielle Situation, die auch das Hauptthema der Versammlung war. 


Mit dem Beschluss des Antrages ist es den Wuppertalern möglich, sich neue finanzielle Möglichkeiten zu eröffnen. Und die sind bitter nötig: Finanzvorstand Melanie Drees betonte direkt zu Beginn der Versammlung, wie schlecht es aus wirtschaftlicher Sicht um den Verein steht. Der WSV benötigt einen Etat von rund 1,4 Millionen Euro pro Saison.

Damit diese Summe aufgebracht und eine Insolvenz weiter abgewehrt werden kann, werden unter anderem auch mehr Sponsoren benötigt. Doch bei der Suche nach potenziellen Sponsoren hat der Verein große Schwierigkeiten, wie Vorstandssprecher Alexander Eichner betonte: „Wir wollen den WSV wieder finanziell stabil machen. Dafür brauchen wir auch Sponsoren. Zuletzt haben wir hier einen Verlust von 50 Prozent gehabt. Wir müssen versuchen, wieder offene Türen bei den Sponsoren zu finden. Dafür organisieren wir nächste Woche ein Kick-Off-Treffen. Wir wollen zeigen, warum wir attraktiv für Sponsoren sind.“

Keine ausländischen Investoren

Das Gerücht, dass der Wuppertaler SV von einem chinesischen Investor übernommen werden könnte, dementierte Eichner: „Es gibt keinen chinesischen Investor. Auch keinen russischen und auch keinen arabischen. Einen türkischen gab es aber. Der will aber der Vorstand sein und die komplette Mannschaft selbst aufstellen. Da habe ich das Gespräch abgebrochen.“


Trotz der Zustimmung der Mitglieder, über die Befugnis Kapitalgesellschaften und ähnliche Konstrukte zu gründen, bleibt der WSV ein e. V., wie der Vorstandssprecher erklärte: „Der Verein wird nicht in eine GmbH umgewandelt sondern bleibt weiterhin ein e.V.“.

Um weitere Kosten einzusparen werden in Zukunft viele Aufgaben von Ehrenamtlern übernommen. Insgesamt gibt es hierfür zehn Arbeitsgruppen: Finanzen, Sport, Marketing, Raum, Organisation, Sponsoren, Fans und Members, CI, CSR und Satzung. „Unsere Stärke ist unser spezieller Charakter, welchen wir auch dem Engagement unserer Fans zu verdanken haben“, lobte Eichner den Einsatz der Anhänger des Vereins. 

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Kommentieren

30.05.2019 - 10:56 - van melk

Bei dem Etat von 1,1 Mio. handelt es sich um den Gesamtverein.
Für die Regionalligamannschaft bleiben da nur 350.000. Deshalb sind die zus. 400.000 so wichtig. Und wenn'se keine Kohle hast,
kannste auch die Jugend nicht halten.
3 haben einen Vertrag bekommen, aber der Britscho ging z.B. nach Homberg. Die zahlen mehr .

29.05.2019 - 23:15 - hsnevets

stellt einige U19 Spieler in die erste Mannschaft. Sprockhövel hat es vorgemacht. Wieso ein so großer Etat? Mal auf die Jugend setzen!

29.05.2019 - 22:48 - schönstesStadionvondieWelt

Verdammte Hacke . Die Stadt Wuppertal hätte gerade eben erst 100 Millionen in eine fragwürdige Seilbahn investieren können . Nur knapp 4 Millionen wären nötig um eine Verein in die dritte Liga zu bringen. ( deutschlandweite Werbung etc. Tourismus - ein chinesischer Investor wäre auch nicht unvorteilhaft ). Herr Runge dabei und ein Aufbau mit lokalen Talenten.

29.05.2019 - 20:11 - am Zoo

Hab ein gutes Gefühl. Bestimmt spielen wir nicht oben mit, jedoch geht es weiter.
Lackschuh... euch am Weekend viel Glück!!!!

29.05.2019 - 15:14 - Jünther, Jötz und Jürgen

# Lackschuh
Vielen Dank für die moralische Unterstützung. Können wir gebrauchen. Die Überschrift der RS ist dann doch nicht ganz überraschend. Wer glaubt, innerhalb von wenigen Monaten 1,4 Mio. zu tilgen, glaubt an den Weihnachtsmann oder an einen Oligarchen. Daran glauben aber die Mitglieder und der Vorstand des WSV nicht.
Der Kapitaldienst ist zu stemmen, nur ohne eine Partner wird der Etat deutlich geringer. Mit einem Partner der sich in den nächsten Tagen offenbart, glaube ich persönlich ebenfalls - ist aber eben nicht zwingend. Mit dem gestrigen Votum wird es aber deutlich einfacher, 1. Verhandlungen zu führen und 2. ein Konzept zu erarbeiten. Der Besuch zum Pokalendspiel hat sicherlich gezeigt, dass der WSV Potential besitzt. 8´000 - 9´000 Wuppertal haben den WSV unterstützt.
Schön ist tatsächlich die Entwicklung der beiden Jugendmannschaften.

29.05.2019 - 10:17 - asaph

Hauiptsache der WSV nimmt keine Scheichs oder sonstige arabische oder oligarchische "Menschentreiber" als Sponsor...

29.05.2019 - 09:43 - Lackschuh

Zu der gestrigen Zustimmung mit 3/4 der Stimmen gab es doch gegenwärtig in dieser sehr angespannten Lage keine Alternative, aber ob das reichen wird? Kick-Off-Treff oder Auge in Auge kann ja auch nur eine langfristige Ergänzung zu einer sofortigen Person oder einem Unternehmen mit Fundament sein. Gott sei Dank für den WSV hat man sich im Gegensatz zum ETB nicht mit anatolischen Goldeseln beschäftigt! Emotional bleibt der WSV interessant und es ist eine Fußballstadt, wo U19 und U17 Bundesliga spielen, was für einen RL sehr, sehr gut ist! Ich glaube an eine kurzfristige Lösung in den kommenden 7 Tagen und zwar pro WSV! Gibt es diese Lösung nicht, dann war es das mit der Fußballbühne WSV!

29.05.2019 - 09:18 - van melk

Wäre schön , wenn es mit den Fans einen ähnlich erfolgreichen Weg gehen würde, wie St. Pauli oder Union Berlin, obwohl wir zahlenmäßig deutlich weniger sind.