Wegen Alipour: Steinbach rechnet mit WSV ab

09.04.2019

RL

Wegen Alipour: Steinbach rechnet mit WSV ab

Foto: Stefan Rittershaus

Adrian Alipour wird ab dem 1. Juli 2019 Trainer des TSV Steinbach. Um den Wechsel des ehemaligen Wuppertalers gab es in den letzten Tagen viel Gesprächsstoff.

Denn: Ursprünglich hatte der 40-jährige Alipour in Wuppertal einen Vertrag bis zum 30. Juni 2020. Die Verantwortlichen um Sportchef Karsten Hutwelker waren umso mehr überrascht, dass der Südwest-Regionalligist TSV Steinbach am vergangenen Freitag Alipour als neuen Cheftrainer zur Saison 2019/2020 präsentierte.

„Ich habe am Freitagmorgen einen Anruf aus Steinbach erhalten. Und der Verein hat mich informiert, dass er noch während des Tages Adrian Alipour als neuen Cheftrainer zur kommenden Saison vorstellen wird. Ich habe den Steinbachern gesagt, dass ich das sehr komisch finde. Denn Alipour besitzt bei uns noch einen gültigen Vertrag bis zum 30. Juni 2020“, erklärte Hutwelker gegenüber unserer Redaktion.


Zum Hintergrund: Alipour hatte vor gut zwei Wochen nach dem torlosen Remis bei Spitzenreiter Viktoria Köln laut Hutwelker noch am selbigen Abend seine Kündigung angekündigt. „Adrian rief mich gegen 21.30 Uhr an und sagte mir, dass er ausgebrannt sei. Die letzten Wochen hätten ihn sehr viel Energie gekostet und die Diskussion um seine Person ist ihm sehr nahe gegangen“, erzählt Hutwelker.

Einen Tag später soll Alipour laut Hutwelker seine mündliche Kündigung zurückgenommen haben und bat den WSV um eine Trennung in beidseitigem Einvernehmen. Diesem Wunsch ging der Wuppertaler SV nicht nach. Der WSV beurlaubte Alipour. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Wie RevierSport erfuhr, hatte der ehemalige Trainer des ASC Dortmund bereits vor dem Viktoria Köln Spiel mit dem TSV Steinbach verhandelt.

Das ist natürlich auch den Wuppertalern zu Ohren gekommen. Bei einer Trennung in beidseitigem Einvernehmen hätte Alipour ablösefrei nach Steinbach wechseln können. Dass Alipour am Rande des Ligaspiels gegen die SG Wattenscheid 09 (3:2) durch einen Boten seine Kündigung bei Hutwelker einreichte, ändert laut den Wuppertalern die Sachlage nicht. Hutwelker am Freitag gegenüber RS: „Wir haben die Kündigung nicht akzeptiert. Somit ist Adrian Alipour noch bis zum 30. Juni 2020 an den Wuppertaler SV gebunden.“ 

Nun meldet sich nach einigen Tagen der TSV Steinbach zu Wort und rechnet mit dem WSV ab. wozi

Die offizielle Pressemitteilung des TSV Steinbach im Wortlaut:

"Der TSV Steinbach zeigt sich höchst verwundert über die jüngste Berichterstattung im Zusammenhang mit Cheftrainer Adrian Alipour.

Wir stellen klar: Unser künftiger Trainer Herr Alipour hat sich zunächst mündlich mit den Verantwortlichen des WSV über einen beidseitigen Aufhebungsvertrag geeinigt. Entgegen der mündlichen Zusage von Sportdirektor Karsten Hutwelker hat der WSV Herrn Alipour anstelle des Aufhebungsvertrags eine einseitige, fristlose Arbeitnehmerkündigung mit Auflagen und Vertragsstrafen zur Unterschrift vorgelegt. Kein Mensch würde eine solche Erklärung unterzeichnen. Diesbezüglich ist es natürlich zu keiner Einigung gekommen, worauf der WSV Herrn Alipour mit sofortiger Wirkung beurlaubt, unmittelbar danach sämtliche vertraulichen Gespräche an interne und externe Medien kommuniziert sowie wenig später mit Pascal Bieler auch einen Nachfolger vorgestellt hat. Aufgrund einer fehlenden vertraglichen Regelung in den Arbeitspapieren von Herrn Alipour war jedoch die Beurlaubung formal nicht zulässig, sodass Herr Alipour dieser auch widersprochen und um Wiederaufnahme seiner Tätigkeit gebeten hat. Im weiteren Verlauf hat der WSV dann Adrian Alipour den Jahresurlaub zwangsweise auferlegen wollen. Dies ist arbeitsrechtlich natürlich ebenso wenig zulässig. Schlussendlich hat Herr Alipour selbst die fristlose Kündigung eingereicht, nachdem ihm eine Wiederaufnahme seiner Tätigkeit verwehrt blieb.

Für den TSV Steinbach ist der Vorgang an dieser Stelle abgeschlossen.

Ebenso zeigt sich der TSV Steinbach irritiert darüber, dass ein Telefonat zwischen TSV-Geschäftsführer Matthias Georg und WSV-Sportdirektor Hutwelker am vergangenen Freitag unmittelbar nach Beendigung seitens von Wuppertal an diverse Medien weitergespielt und im Inhalt noch dazu komplett falsch wiedergegeben wird. Der TSV hat ohne jegliche Pflicht, sondern aus kollegialen Gründen, den WSV persönlich über die bevorstehende Bekanntgabe von Adrian Alipours künftiger Tätigkeit beim TSV Steinbach in Kenntnis gesetzt. Entgegen der Darstellung u.a. bei „RevierSport“, wonach Herr Hutwelker irritiert gewesen und dies dem TSV mitgeteilt haben soll, hat sich der Sportdirektor des WSV ausdrücklich für den Anruf von Herrn Georg bedankt und erklärt, dass es zwischen beiden Vereinen keinerlei weiteren Klärungsbedarf mehr gebe und selbstverständlich kein Verein in der Regionalliga Ablöse für einen Trainer bezahlen wolle und werde. Warum der WSV bzw. Herr Hutwelker dies in den Medien anders darstellt, entzieht sich unserer Kenntnis.

Wir bedauern jedoch sehr, dass seitens des Wuppertaler SV in der medialen Berichterstattung ein sehr einseitiges und auch falsches Bild in Bezug auf den Menschen Adrian Alipour zugelassen und inszeniert wird."

Kommentieren

10.04.2019 - 22:21 - Abpraller

@Jünther, Jötz und Jürgen
Habe genau deshalb geschrieben hoffnungsloser Versuch.......hätte auch schreiben können irrationaler Versuch.
Kann ich nur bestätigen Eure Aussage bzgl. Realitätsverlust.
Kaufmann ist der mit Sicherheit nicht. Genau daran ist der WSV seit langer Zeit gescheitert.
Geld ausgeben was ich nicht habe kann jeder.
Geldeinnahmen planen und kalkulieren ist halt eine andere Hausnummer.

10.04.2019 - 12:40 - Jünther, Jötz und Jürgen

Abpraller
Weich zu fallen?
Bei dieser Fehlplanungen der letzten Jahre haben die Verantwortlichen nicht nur den Überblick der eigenen Finanzen sondern auch einen Bezug zur Realität verloren. Aber in die Öffentlichkeit den Ausverkauf zu propagieren ist dumm und der Sache nicht förderlich. Da sind gute Leute für lau gegangen. Ein Kaufmann hätte sicher geschickter angestellt.

Was soll es ? Es ist wie es ist.

10.04.2019 - 00:14 - schönstesStadionvondieWelt

Die Verantwortlichen des TSV Steinbach haben in der Winterpause eindeutich bewiesen das die Kompetent nicht ausreicht . Momentan ist ein Aufstieg ( trotz teurer Neuverpflichtungen , alteisen vom Kfc ) ganz ganz weit weg .
Das gesamte System müßte auf Kramer umgestellt werden - ob das die Alten mitmachen ???.
Neue Ideen gibt es beim Alipur auch nicht.

09.04.2019 - 22:15 - Abpraller

@Jünther, Jötz, Jürgen
Alle Spieler können ablösefrei den WSV verlassen:
Nach all dem was der Bölstler veranstaltet hat, war das der hoffnungslose Versuch ohne Fallschirm noch eine weiche Landung hin zu bekommen.

09.04.2019 - 21:22 - Jünther, Jötz und Jürgen

Lackschuh
Nun ist uns Herr Alipour, in der kurzen Zeit in der wir Ihn erleben und kennenlernen konnten, auch nicht besonders mit seinen interlektuellen Fähigkeiten aufgefallen. Deshalb sollte ein Gericht die Lage beurteilen und klären.

Gut finden wir allerdings, dass versucht wird, bei einem rechtsgültigen Vertrag, eine Ablöse zu generieren. Das Herr Bölstler nicht die Rechtssicherheit bei der Ausarbeitung der Arbeitspapiere hatte ist seit gestern bekannt. Sein Aufruf noch für Wochen - alle Spieler können ablösefrei den Verein verlassen lässt tief blicken.

Wenn wir die Meinung über Hutwelker lese, gehen wir davon aus, dass Sie Herrn Hutwelker persönlich kennen. Wenn nicht, finden wir die Beurteilung seiner Fähigkeiten schon recht abenteuerlich und grenzt an Verleumdung.

09.04.2019 - 19:32 - am Zoo

Danke für deine Meinung lackschuh!!!

09.04.2019 - 19:15 - das ailton

@lackschuh
ich denke das keiner von uns diese vorgänge beurteilen kann weil keiner von uns dabei war.
möchte gar nicht wissen was du geschrieben hättest wenn der trainer in uerdingen angeheuert hätte.

09.04.2019 - 17:03 - KB1904

@Lackschuh

Da spricht ja der pure Hass gegen Wuppertal aus deinem Munde.Was du alles erkennen willst!

Poliere besser deine Lackschuhe und kehre mit denen dann vor der Tür von "Deinem" Verein. Da ist es schmutzig genug!

09.04.2019 - 16:21 - toto-herne

schön finde ich, dass eine externe Partei, nämlich der TSV Steinbach erkennt und deutlich kommuniziert, wenn auch indirekt, dass der Reviersport ausschließlich die Sensationsgier treibt und dabei vor nichts halt macht.
Ohne seriösen Journalismus wird auf Herrn Alipour eingedroschen, nur weil Herr Wozniak mit fragwürdigen Mitteln Beziehungen zu Funktionären aufbaut und diese schamlos nutzt.

09.04.2019 - 16:20 - toto-herne

Dieser Kommentar wurde entfernt.

09.04.2019 - 15:55 - Bahnschranke

Das beim WSV nicht die Hellsten unterwegs sind, steht außer Frage.
ABER .... wenn Herr Alipour vor dem Viktoria-Spiel schon mit Steinbach verhandelt hat und dann nachdem er eine Job-Zusage bekommen hat, eine einvernehmliche Kündigung anstrebt, mit den Worten: "Er fühle sich zu ausgebrannt", dann gehört dieser charakterlose Trainer lebenslang gesperrt. Ich habe zwar nichts mit dem WSV zu tun, aber ich hoffe sie bekommen eine fette Ablöse .... der WSV kann es gebrauchen, Steinbach hat es und Alipour verdient einen Denkzettel.

09.04.2019 - 15:19 - Lackschuh

Im Gegensatz zu allen Worten des WSV machen für mich die Worte aus Steinbach Sinn und bestätigen zudem völlig, dass Herr Hutwelker mit Verlaub keine Leuchte und auch kein ernsthafter Gesprächspartner mit Etiquette ist - nicht neues allerdings! Man verzeih mir diese deutlichen Worte, aber der WSV gleitet so nur immer mehr ab, wobei mehr geht ja gar nicht!

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