Vor dem 1. Spieltag der Regionalliga West hat RevierSport bei den gastgebenden Klubs nachgefragt, wie sie denn mit der 300-Zuschauer-Grenze verfahren.

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Vor dem 1. Spieltag: So wählen die RL-West-Klubs die 300 Zuschauer aus

02. September 2020, 09:00 Uhr
Im Niederrheinpokal-Finale gegen den 1. FC Kleve durfte RWE auch nur 300 Zuschauer ins Stadion lassen. Foto: Thorsten Tillmann

Im Niederrheinpokal-Finale gegen den 1. FC Kleve durfte RWE auch nur 300 Zuschauer ins Stadion lassen. Foto: Thorsten Tillmann

Vor dem 1. Spieltag der Regionalliga West hat RevierSport bei den gastgebenden Klubs nachgefragt, wie sie denn mit der 300-Zuschauer-Grenze verfahren.

Nach aktuellem Stand dürfen die Regionalliga-West-Klubs ihre Spiele nur vor 300 Zuschauern austragen. RevierSport hat vor dem 1. Spieltag der Saison 2020/2021 bei den Heimmannschaften mal nachgefragt: Nach welchem Kriterium werden die Zuschauer ausgewählt?

SV Rödinghausen - SC Preußen Münster

Alexander Müller (Geschäftsführer des SV Rödinghausen): "Wir haben das alles ein wenig aufgeteilt. 120 bis 130 Karten gehen an unsere Fans, unsere Dauerkarteninhaber. Dann haben wir noch einen Pool von gut 80 Karten für unsere Business-Partner und Großsponsoren. Weiter geht es mit 50 Karten für die Sponsoren, die fast bei jedem Heimspiel des SV Rödinghausen im Stadion sind und nicht nur die Topspiele besuchen. Die verbliebenen Karten gehen dann an Spielerfrauen, Familienmitglieder, Scouts und Funktionäre."

Rot-Weiss Essen - SC Wiedenbrück

Marcus Uhlig (Vorstand Rot-Weiss Essen):  "Es wird von uns kein offizielles Ticketing geben. Die Tickets werden an das Vereinsumfeld, Mitarbeiter und Funktionäre verteilt. Allen anderen RWE-Fans bieten wir einen Livestream zu unseren Heimspielen an."

Alemannia Aachen - Borussia Dortmund II

Hans-Peter Lipka (Geschäftsführer Alemannia Aachen): "Wir haben rund 1300 Dauerkarten verkauft. Dazu hat die Alemannia natürlich sehr viele Sponsoren, die auch an einem Stadionbesuch interessiert sind. Wir wollen das jetzt so handhaben, dass jeder Sponsor und jeder Dauerkarten-Inhaber bis Ende Oktober zweimal in den Genuss kommt, ein Alemannia-Heimspiel zu sehen. Wir gehen nämlich davon aus, dass die Regel der 300 Zuschauer erst einmal bis zum 31. Oktober 2020 Bestand haben wird. Für die Mannschaft gilt: Dass jeder Spieler eine Karte für ein Familienmitglied oder Frau, Freundin erhält."

Wuppertaler SV - Rot Weiss Ahlen

Marcus Harzen (Geschäftsstellen-Mitarbeiter Wuppertaler SV): "Wir haben zunächst einmal ein Hygieneonzept für 1000 Zuschauer ausgearbeitet. Leider wurde dieses von der Bezirksregierung gekippt. Als das geschah, haben wir unseren Dauerkartenverkauf beendet. Bis dahin hatten wir exakt 300 Dauerkarten inklusive VIP-Karten verkauft. Diese WSV-Fans werden wir auch alle zum ersten Heimspiel ins Stadion lassen."

VfB Homberg - SV Lippstadt

Frank Hildebrandt (Sportdirektor VfB Homberg): "Wir werden eine Tageskasse öffnen, in der rund 100 Karten zu erwerben werden. Ansonsten werden wir die Karten an Dauerkarten-Inhaber, Sponsoren, Gönner und Verantwortliche verteilen. Es werden sicherlich auch Leute kommen, die vor der Tageskasse stehen und wir keine Tickets mehr haben. Das ist nun mal so. Wir können in diesen Zeiten nicht alle glücklich machen. Wir müssen uns an die Vorgaben halten."

SV Bergisch Gladbach - Fortuna Köln

Christian Schlösser (Sportdirektor Bergisch Gladbach): "120 Karten gehen an Sponsoren, Gönner, Spielerfrauen etc. 180 gehen an unsere Fans, diese Karten sind schon vergriffen. Die Tageskasse wird nicht geöffnet."

SV Straelen - Fortuna Düsseldorf II

Stephan Dix (Kaufmännischer Leiter des SV Straelen): "Der SV Straelen hat von seinem 300er Karten-Kontingent circa 200 Karten in den freien Dauerkarten-Verkauf gegeben. Die anderen Karten sind Sponsoren, dem geschäftsführenden Vorstand, dem Gast-Vorstand, den Spieler-Frauen bzw. -Eltern, Scouts etc. vorenthalten. Am vergangenen Montag hat der Dauerkarten-Verkauf begonnen; bis dato wurden ca. 100 Karten verkauft. Sofern das Restkontingent nicht als Dauerkarten verkauft wird, findet am Freitag bzw. zukünftig vor den Spielen ein Vorverkauf des verbliebenen Restkontingentes statt. Ein Tageskassen-Verkauf am Spieltag soll nicht stattfinden, um den Personalisierungsaufwand – der in heutigen Zeiten vorgeschrieben ist – zu reduzieren."

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03.09.2020 - 09:17 - Außenverteidiger

Eigentlich schon thokau. Wenn man keine Einnahmen generiert, passt man seine Kostenstruktur an. Wir sind keine GmbH. Um Schulden, Gewinne usw einzufahren sollte man sich den Werkzeugen der BWL bedienen und eine Kapitalgesellschaft gründen. Besser kann man Fremdkapital nicht verwalten in Deutschland.

03.09.2020 - 08:55 - thokau

Die DFL Vereine, besonders der 1. und 2. Liga, bezahlen ihre Zweitvertretungen aus der Portokasse!
Die kommen zur Not auch ohne Zuschauer aus!
Wir hingegen, finanzieren uns im Wesentlichen aus den Zuschauern, wir sind zwingend darauf angewiesen, denn wir haben keine Fernseheinnahmen!
Es kann doch wohl niemand glauben, daß die Sponsoren bei uns Schlange stehen, um die Einnahmeverluste durch fehlende Zuschauer auszugleichen1
Das ist unmöglich!
Wir werden in diesem Jahr hohe Verluste einfahren, das ist nicht zu verhindern!

02.09.2020 - 10:42 - Anton Leopold

Es gibt Menschen, die im wirklichen Leben leben, die das beschreibbare und erfahrbare Bild der Wirklichkeit als Realität akzeptieren, die Fakten als Fakten bewerten und nicht relativieren, die aus Fakten Schlüsse ziehen, die zwischen Korrelationen und Kausalitäten differenzieren. Zu denen gehöre ich. Ich überprüfe alles, glaube wenig und denke selbst.
Deshalb ist für mich Krieg nicht Frieden, Freiheit keine Sklaverei und Unwissenheit auch keine Stärke.

Dann gibt es die andere Sorte. Diese leben im "Narrativ". Bezeichnend ist, dass amerikanische Teenager unter narrative mittlerweile "Lüge" verstehen. Diese Menschen glauben an die soziale Dekonstruktion von Naturwissenschaft und der Tatsachen überhaupt. Zu denen gehört lapofgods.

Was ich unten behaupte, lässt sich anhand der Nachrichtensendungen zwischen dem 07. März und dem 14. März überprüfen. Das kann jeder gerne tun, sofern die Sendungen nicht bereits gelöscht wurden, weil es peinlich ist. Ich habe damals - darauf bezieht sich unser kleiner Kämpfer für die Allmacht der Gesinnungsethik und den autoritären Staat in seinem Post - einen Beitrag des Bayerischen Rundfunk verlinkt, der zu den öffentlich-rechtlichen Medien gehört, in welchem eine Journalistin des BR genau das gesagt hat, was ich unten zitiert habe. Gesagt ist nun einmal gesagt. Es muss schlimm sein, gegen die Realität nicht anzukommen.

Nimmt man die Realität so hin, wie sie ist, muss man mir wohl leider zustimmen. Hat man sich entschieden in einer konstruierten Wirklichkeit zu leben, in der sich Tatsachen auch mal ändern können, so von jetzt auf gleich, versteht sich, dann muss man andere eben der Unwahrhaftigkeit bezichtigen. Der Angriff ad hominem ersetzt die Auseinandersetzung mit Fakten, die Verleumdung den Diskurs.

Leider, aber nicht zu ändern.

02.09.2020 - 09:56 - lapofgods

"Nachweislich hat der öffentlich rechtliche Rundfunkt vor dem 14. März Warner vor dem Virus als Verschwörungstheoretiker beschimpft, um dann eine 180 Grad Wendung zu vollziehen und das Unwort von den Covidioten auszupacken."

Das stehende Männeken ist auch nur ein weiterer Erfinder seiner eigenen Fakten. Schön schlicht.

01.09.2020 - 22:32 - frankiboy5l

@ einWozi. immer noch das Coronaschutz unkonforme Photo in der Schublade ?

01.09.2020 - 21:15 - ata1907

Anton,
hoffnungsfrohe Worte, die ich teile und unterschreibe.
Einen zweiten Lockdown werden wir uns nicht leisten können. Dann macht auch im reichsten und stabilsten Land der letzte das Licht aus. Und wenn der RKI Wert wieder steigt, werden wir uns damit arrangieren müssen.

Bierchen,
verstehe Dich, lass' uns ohne Blauäugigkeit abwarten. Ändern können wir es sowieso nicht.
Im Frühjahr am Helmut gibt's dann genug Bierchen für alle, das holen wir dann alles nach.

Und an die Idioten, die den Reichstag stürmen wollten: Schande über euch!
Schade, doch noch Politik 'reingekommen. Geht mir aber tierisch auf den Sack!

01.09.2020 - 20:13 - Anton Leopold

Bierchen
Ich bin nicht so pessimistisch, bin z.B. beruflich zwar noch eingeschränkt, habe aber zum Teil wieder ein Stück Normalität zurückerobert.
Ob die Maßnahmen übertrieben waren - es gab ja die aus dem BMI geleakte Einschätzung - oder nicht, das werden wir erst in Jahren erfahren. Wenn sowohl Laumann als auch Spahn öffentlich äußern, mit dem Wissen von heute, hätte man keinen Friseur dicht gemacht, deutet es an, dass die Maßnahmen vermutlich nicht so hätten ausfallen müssen.

Es ist aber unfair, so etwas ex post oder a posteriori zu betrachten. Ich hätte als Politiker auch nicht gewusst, was richtig ist; sicher ist, dass ich die Grenzen viel früher dicht gemacht hätte. Man sah ja die Leichenberge Chinas im Februar und da Italien bereits kolonisiert ist, konnte man 1 und 1 zusammenzählen.

Nachweislich hat der öffentlich rechtliche Rundfunkt vor dem 14. März Warner vor dem Virus als Verschwörungstheoretiker beschimpft, um dann eine 180 Grad Wendung zu vollziehen und das Unwort von den Covidioten auszupacken. Das alles ist sehr respektlos gegenüber dem Souverän. Die Berichterstattung der Medien bewerte ich sehr kritisch. Ich brauche keine Nanny.

M.E. wird es keinen zweiten Lockdown geben. Meines Wissens nach wurden in den Landesregierungen und Bezirksregierungen wieder Krisenstäbe eingerichtet, als vergangene Woche die Zahlen stiegen, jedoch wurden die Verordnungen entweder gar nicht oder nicht signifikant verschärft.

Ich habe keine Ahnung von Medizin etc. und bewerte deshalb nichts, habe aber das Gefühl, dass das Schlimmste hinter uns liegt. Auch die Schulöffnung und die Rückreise hat bei einer Verfünffachung der Tests keine langfristig andauernde Steigerung der Anzahl an positiven Testergebnissen ergeben. 241 Patienten werden bundesweit wegen der durch das Virus erzeugten Erkrankung beatmet - ohne steigende Tendenz.

Seien wir zuversichtlich. In der zweiten Saisonhälfte werden wir uns alle am Helmut sehen, da bin ich ganz sicher.

01.09.2020 - 19:46 - Bierchen

# am Zoo
Es kann nicht anders sein: Alle oder Keiner!

Selbst bei 5.000 beim RWE oder 20.000 in Dortmund.
Wie sähe eine gerechte Verteilung aus?
Ich wüsste es nicht!

Wie es so aussieht werden wir die nächsten Jahre nicht mehr ins Stadion kommen.
Bis dahin werde ich schön zu meinem Bezirksligisten ums Eck gehen.

Ich mach' bei diesem Unterwerfungsspirenzchen nicht mit da ich keine"Neue Realität" brauche.
Ich war mit der "Alten Realität" ganz zufrieden!

01.09.2020 - 19:03 - am Zoo

Bierchen, gebe ich dir zu 100% recht!!!

01.09.2020 - 18:52 - Bierchen

Was für ein lächerliches Gehampel.

Entweder Alle oder Keiner!

01.09.2020 - 18:47 - RWE-Serm

AV;
jetzt mal ernsthaft,
kannse nicht mal deinen 2015 Komplex
ablegen.

01.09.2020 - 16:03 - Anton Leopold

In diesem Falle würden ihn wohl auch Leute wählen, die sonst nicht auf die Idee kämen. Ein Borbecker Jung ist er ja.
An seiner Stelle würde ich es tun. Bin aber kein Politiker und werde es auch niemals sein.

01.09.2020 - 15:59 - RWE51

Wenn der OB was für RWE herausholt, dann ist seine Wiederwahl nicht gefährdet. Oder?

01.09.2020 - 15:56 - Anton Leopold

faselhase
Wenn ich der OB wäre, würde ich mich in D`dorf dafür einsetzen.

01.09.2020 - 15:53 - Außenverteidiger

@RWE51: Ist doch klar geregelt. Dürfen wir ins Stadion, gehen wir ins Stadion, wenn nicht haben wir den Stream. Wo man den Stream schauen kann? Muss jeder frei für sich entscheiden.

@faselhase: Ich würde nicht immer aufwiegen. Seit 2015 versteht man die Entscheidungen der Politik sowieso nicht mehr. Welche Grenze/Gesetze zählen überhaupt noch? Durch die totale Willkür, denkt man sich seinen Teil und schaut sich die Show ein wenig an. Ich sage dazu immer: Wir schaffen das!

01.09.2020 - 15:43 - faselhase07

Haben wir denn offiziell eine Absage vom Gesundheitsamt? In der gestrigen Neuerung wurde doch nur gesagt, dass eine Veranstaltung ab 500 Personen ein An- Abreise Konzept braucht und ab 1000 entsprechende Erlaubnis von den Ministerien...

Ich kotze, wenn ich sehe, dass die Campingmesse hier stattfindet mit tausenden Besuchern, die alle mit der U11 anreisen, ein Fußballspiel aber nicht mehr Zuschauer erlaubt...

01.09.2020 - 15:36 - RWE51

Außenverteidiger, wenn das mal gut geht. Es sind auch schon mehr als 2000 Dauerkarten verkauft worden, wohin mit diesen Fans?

01.09.2020 - 15:22 - Außenverteidiger

Super Job vom Chef! Das Konzept ist ausgearbeitet. Hier liegt der Sachverhalt nicht bei den Vereinen. Bald sind Wahlen und jeder darf eine Stimme entsprechend abgeben.

Ich gehe als Fan davon aus, dass die Einnahmen nur den Gewinn erhöhen. Wer jetzt Zuschauereinnahmen braucht, hat das Geschäft nicht verstanden und handelt amtsfeindlich.

Wenn wir wirklich einen starken Kader besitzen, wäre eine Saison ohne Zuschauer goldwert. Warum? Die DFL Vereine können ihre Nachwuchsteams nicht dermaßen puschen, dass wir null Chancen haben. Jeder Verlustbericht in der DFL lässt mein Herz höher schlagen. Glücksgefühle pur. Natürlich werden wir Konkurrenten haben, die unseriös wirtschaften. Diese Vereine dürfen gerne insolvent gehen. Hauptsache wir steigen auf. Alles auf Sieg!

Achja, die Karten sollten an die Sponsoren gehen. Nicht so ein Kommunistenschei* wir sind alle gleich und teilen subjektiv fair auf. Sind hier nicht in der DDR. Gab´s vor Corona schließlich auch nicht oder hat jemand NGO´s zugunsten von Fans gesehen? Die geben lieber Geld für Stunk und Probleme aus.

01.09.2020 - 14:57 - RWE51

Markus Uhlig, lege dem Verband und der Stadt ein ordentliches Konzept vor. Es kann doch nicht angehen das die 1-3 Liga vor mehr Zuschauern spielen dürfen und unser RWE der die Bedingungen eines mindestens Zweitligaclub erfüllen kann, vor maximal 300 Zuschauern spielen darf. Das sollte sofort geändert werden. Das Stadion gibt mit Konzept mindestens 5000 Zuschauer her. Wir brauchen die Einnahmen, genau wie jeder andere Club. Alles andere wäre im Fall RWE ungerecht und nicht akzeptierbar. Außerdem brennen die Fans auf die Saison 20/21. So könnte wenigstens ein größerer Teil unserer Fans zuschauen. Bitte schnell handeln.