14.09.2018

2. Liga

VfL mit Lee und Sam gegen Ingolstadt

Foto: Firo

Der Südkoreaner wird wohl zunächst auf der Bank des Zweitligisten VfL Bochum Platz nehmen, der ehemalige Nationalspieler ist bereit für die Startelf – ebenso wie Maier.

Chung Yong Lee trug noch das gelbe Leibchen, als er vor den Augen seines in Deutschland prominenteren Freundes im Abschlussspiel der Trainingseinheit am Freitag über den Flügel angriff. Sein Landsmann Du-ri Cha war zu Besuch. Der ehemalige südkoreanische Nationalspieler, der vor drei Jahren seine Karriere beendet hat, spielte einst unter anderem für Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt und den SC Freiburg – unter Robin Dutt, dem heutigen Trainer des VfL Bochum. Auch deshalb weiß der Coach des Zweitligisten die Mentalität der Südkoreaner recht gut einzuschätzen. Wettkampfmentalität, Einsatz, alles vom Feinsten. Und weil Lee mit seinen 30 Jahren sowie über 200 Spielen in Englands Profiligen und fast 70 Länderspielen ein erfahrener Akteur ist, wird er nach gut einer Woche Training beim VfL am Sonntag gegen den FC Ingolstadt (13.30 Uhr) bereits zum Aufgebot zählen. In der offensiven Dreierreihe im 4-2-3-1 könne er jede Position spielen, sagt Dutt. Seine Passqualität, seine punktgenauen Vorlagen, sein Spiel zwischen den Linien sollen den VfL voranbringen.


Härtefälle im Kader des VfL Bochum

Wie fit genau Lee ist, mag Dutt angesichts fehlender Wettkampfpraxis aber noch nicht beurteilen. Schließlich kam der Südkoreaner in der Vorsaison nur auf sieben Kurz-Einsätze in der Premier League. Vermutlich wird Lee auf der Bank Platz nehmen, darauf deuten die Trainingseindrücke hin.

Anders als Sebastian Maier, der erstmals von Beginn an spielen dürfte. Zentral neben Flügelmann Sidney Sam. Nach seiner Roten Karte im Spiel beim MSV Duisburg (Tätlichkeit) habe er seine Buße getan, sagt Dutt; seine Verletzung sei überstanden. „Er hat sich wieder sehr gut herangearbeitet“, lobt er.

Überhaupt: Vor allem in der Offensive, so Dutt, sei die Situation aus sportlicher Sicht sehr angenehm. Er habe viele gute Spieler, alle seien gut drauf, alle wollten spielen. Wer fällt durchs Raster? Dutt hält sich bedeckt. Maier und Sam sowie davor den ehemaligen Ingolstädter Lukas Hinterseer darf man als sichere Startelf-Männer sehen. Zu erwarten ist zudem Robbie Kruse, der nach seinen leichten Beschwerden unter der Woche aber wohl noch mit Tom Weilandt um den Platz im A-Team konkurriert.

Routinier Fabian könnte es erwischen

Und auch im Kader wird es Härtefälle geben müssen, weiß Dutt, der es am liebsten so halten würde, wie es sich schon einige Kollegen – wie der Gladbacher Dieter Hecking und Wolfsburgs Bruno Labbadia – wünschten: Dass man auch in der 1. und 2. Bundesliga 22 Spieler in den Kader berufen darf; auch aus „Respekt vor der Leistung der Spieler im Training“.

So weit ist es aber längst nicht, noch gilt ein 18-Mann-Kader inklusive Reservetorwart. Im Vergleich zur Partie in Paderborn fällt Milos Pantovic aus (Kreuzbandverletzung). Mit Lee und Sam gibt es zwei Neue im Kader. Gut möglich, dass Vitaly Janelt diesmal nicht dabei ist, aber auch Routinier Patrick Fabian könnte es erwischen.

Topmotiviert jedenfalls wollen sie sein, die nominierten Profis des VfL, die unter Robin Dutt ja erst ein Heimspiel verloren haben, beim 0:2 gegen den 1. FC Köln. Lukas Hinterseer will wie in den beiden Partien in der Vorsaison gegen seinen ehemaligen Club „wieder drei Punkte holen“. Platzt beim bisher torlosen Stürmer selbst der Knoten? „Ich packe immer alles rein, leider hat es mit dem Tor bisher nicht geklappt“, sagt der 27-jährige Österreicher. „Wenn ich weiter Gas gebe, passiert es irgendwann ganz von allein.“

Autor: Ralf Ritter

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