2. BL

VfL - Magdeburg: Polizeieinsatz am Hbf

Christian Hoch
04. Mai 2019, 22:25 Uhr

Foto: firo

Rund um das Zweitliga-Duell des VfL Bochum gegen den 1. FC Magdeburg ist es zu einem Polizeieinsatz am Bochumer Hauptbahnhof gekommen. Laut Polizeiangaben sollen Teile der Magdeburg-Fans Pyrotechnik aus einem Sonderzug gezündet haben und diese auf Bahngleise geworfen haben. Hauptkritikpunkt der FCM-Fans: die Kollektivstrafe.

Festgesetzte Fans am Bahnhof, Wasserwerfer am Ruhrstadion, Pferdestaffeln und ein Großangebot vor dem Gästeblock: Rund um das Zweitligaspiel VfL Bochum gegen den 1. FC Magdeburg ist es zu einem Polizeieinsatz am Bochumer Hauptbahnhof gekommen. 


Rund 700 Anhänger des 1. FC Magdeburg, größtenteils aus der aktiven Szene, waren mit einem Sonderzug angereist und wurden bei Ankunft am Bahnhof sowohl von der Bundespolizei als auch von der Landespolizei Bochum festgesetzt. Der Grund laut eines Polizeisprechers: Bahnmitarbeiter hätten beobachtet, dass Magdeburg-Anhänger vereinzelt Pyrotechnik gezündet und auf Bahngleise geworfen haben.

Fanhilfe Magdeburg kritisiert Polizei-Vorgehen

Um zu verhindern, dass weitere Pyrotechnik gezündet werde, habe die Polizei daraufhin jede Person einzeln kontrollieren wollen. Laut Sprecher seien die Anhänger dabei wenig kooperativ gewesen - und es soll vereinzelt zu tätlichen Übergriffen gekommen sein. Ein Fananwalt habe sich daraufhin eingeschaltet, wodurch sich die Lage beruhigte. Der Einsatz am Hauptbahnhof dauerte drei Stunden, wodurch die zunächst festgesetzten Fans erst Mitte der zweiten Halbzeit ins Stadion und zum Spiel gelangten.

Ein Sprecher der Fanhilfe Magdeburg bestätigte gegenüber RevierSport, dass vereinzelt Pyrotechnik gezündet worden war, bemängelte aber im Gespräch mit dieser Redaktion gleichzeitig eine fehlende Verhältnismäßigkeit bei der polizeilichen Maßnahme, die „schon ein wenig geplant“ gewirkt habe. Es hätte Videoaufzeichnungen am gesamten Bahnhof gegeben, auch szenekundige Beamte seien vor Ort gewesen. So hätten die Personen, die Pyrotechnik gezündet haben, auch im Nachhinein identifiziert und bestraft werden können.

Anwesende Fans verlassen Gästeblock

Auch die anwesenden Fans im Gästeblock des Bochumer Ruhrstadions zeigten ihren Unmut, als sie von dem Einsatz erfahren hatten. Zu Beginn der Partie verließen sie in Scharen den Block und skandierten polizeifeindliche Gesänge. Die Polizei selbst positionierte einen Wasserwerfer, Reiterstaffeln und ein Großaufgebot vor den Ausgängen, um diese zu sichern. Erst Mitte der zweiten Halbzeit war der Gästeblock komplett. 

Bilanz nach dem Spiel: Insgesamt leitete die Bundespolizei 30 Strafverfahren wegen Angriff auf Vollstreckungsbeamte, Widerstand, Körperverletzung, Beleidigung und Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz ein. 25 Tatverdächtige konnten vorläufig festgenommen werden. Weitere Ermittlungen dauern an.

Autor: Christian Hoch

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06.05.2019 - 15:34 - asaph

@Julius.Oppermann
Ich war vor 2 Jahren in Nordhausen/Thüringen - sah aber sehr gut dort aus von der Infrastruktur , den Geschäften und der City... eher wie eine blühende Stadt - oder habe Ich mich täuschen lassen?
2. Wenn die ostdeutschen Freunde konsequent die Linke wählen würde, sehe es weitaus besser aus als bei den Koalitionen von den Altparteien!

05.05.2019 - 19:39 - Lohrheide

Als jemand, der gestern im Magdeburger Block dabei war, möchte ich auf Folgendes hinweisen: im Zug war es wohl nur eine Person, die Pyro zündete. Dafür wurden Hunderte bestraft, die nichts gemacht haben. Und im Stadion selber habe ich zwar engagierte, aber faire Ost-Fans erlebt, alles Normalos wie Du und ich. Und trotz des fast klaren Abstiegs wurde die Mannschaft nicht beschimpt, sondern begeistert gefeiert. Traurig für den Osten, dass so eine große Mannschaft wieder in Liga 3 muss!

05.05.2019 - 09:41 - Julius.Oppermann

Das Bundesland Sachsen-Anhalt ist dermaßen kaputt, ohne Hoffnung auf Besserung, ganz zu schweigen von den versprochenen kohlschen "blühenden Landschaften", auch 30 Jahre danach nicht.
Dagegen ist NRW direkt noch goldig.

Man meinte, mit fragwürdigen Fußballerfolgen von Halle und Magdeburg das darbende Volk ruhig zu stellen. Irgendwie scheint die Regie nicht zu funktionieren. Halle wird nicht aufsteigen, Magdeburg muss wohl wieder runter.
Teile des Volkes sind wütend, wie man in Bochum jetzt sieht. Es fühlt sich betrogen, weil es jetzt überhaupt kein Trostfeld mehr gibt. Die Fans von Magdeburg gaben in Bochum ihrem Ärger Ausdruck.
Bochum ist aber der falsche Adressat. Auch dort ist das Elend (Nokia, Opel etc.) groß. Magdeburg und Bochum sollten im Leid Bundesgenossen sein.