VfL in der Bedeutungslosigkeit - ein Kommentar

17.03.2019

Bochum

VfL in der Bedeutungslosigkeit - ein Kommentar

Foto: firo

Die öffentlich formulierte Devise des VfL Bochum vor der Saison: Eine Platzierung unter den Top 25-Mannschaften in Deutschland. Nach der 1:3-Schlappe im West-Derby bei Arminia Bielefeld ist aber selbst das Minimalziel (Platz sieben) in Gefahr. Ein Kommentar.

„Es ist normal, dass du dich auf dem Feld erst einmal anschaust und dich fragst, wo du gerade überhaupt bist“, kommentierte Bochums Simon Zoller die grauenhaften zwölf Minuten im West-Derby bei Arminia Bielefeld, die letztlich zu Bochums fünfter Schlappe in den vergangenen sieben Spielen geführt hatten. Ein einziger Blick auf die aktuelle Tabelle in der zweiten Bundesliga reicht, um zu erkennen, wo sich der Pott-Klub wiederfindet: in der Bedeutungslosigkeit. 


Nach 19 Spieltagen hatte Bochum lediglich vier Zähler Rückstand auf Relegationsplatz drei, die Fans träumten vom Aufstieg in die Bundesliga, die Mannschaft von Trainer Robin Dutt entwickelte sich konstant weiter. Nur sieben Spieltage später ist davon fast nichts mehr übrig.

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Wer den VfL nach dem jüngsten 2:2 bei Dynamo Dresden und dem anschließenden 1:0-Heimerfolg gegen den 1. FC Heidenheim auf dem Wege der Besserung gesehen hat, wurde bei der Niederlage auf der Alm auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Natürlich war das Spiel lange Zeit ausgeglichen, wie es VfL-Trainer Robin Dutt auf der Pressekonferenz nach Abpfiff richtig analysierte. Allerdings war das Niveau dabei maximal überschaubar. 


Wieder einmal gab den Bochumern eine Führung in der Fremde keinerlei Selbstvertrauen, ab der 68. Spielminute verteidigte der VfL dann zusätzlich körperlos. Durch den erneuten Dämpfer geht der Bochumer Blick in Richtung untere Tabellenhälfte - selbst das Minimalziel Platz sieben ist in weite Ferne gerückt. Den VfL trennen vom SC Paderborn bereits satte sieben Zähler. Auch die Art und Weise des gewaltigen Einbruchs in Bielefeld gibt Grund zur Sorge für die nahe Zukunft.

Mannschaft muss sich zusammenreißen

Sollte der VfL an den kommenden Spieltagen weiter so instabil auftreten wie in der Schlussphase bei der Arminia, dann könnten die nächsten Wochen zur regelrechten Qual für die eigenen Anhänger werden. Trotz des großen Verletzungspechs in dieser Saison - und auch in der aktuellen Saisonphase - hat die Mannschaft genügend Qualität, um Spiele wie gegen den DSC mindestens mit einem Punkt zu beenden. Die Spieler müssen sich im Saisonendspurt zusammenreißen, um aus einer über weite Strecken sehr ansehnlichen und auch erfolgreichen Saison keine verkorkste Spielzeit zu machen.

Autor: Christian Hoch 

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18.03.2019 - 11:53 - Klemperer

@ Pearks: das sind gute Gedanken, zu den Verletzungen. Ich glaube allerdings, daß der Fussball generell, weit über Bochum hinaus, die Spieler dermaßen "ausreizt", dass Spieler immer mehr am Limit trainieren. Und dann inzwischen erstaunlich schnell stark nachlassen. Auch unter Nationalspielern ist das so, Schweinsteiger war mit knapp 30 plötzlich "zu alt". Und was immer man von Löws Entscheidung, nach den Pleiten die Nationalelf zu verjüngen, auch hält - Boateng war schon seit Jahren oft verletzt, Hummels spielt auf längst wirklich deutlich schwächer, Müller auch, und Neuer kommt nach Verletzungen auch nicht mehr auf das alte Niveau.

ich hab das Gefühl, nicht nur bei den längst unfassbaren Transfersummen (sowas redet Klopp noch schön!), als auch im Training überreizt man seit Jahren. Das ist keine gute Entwicklung.

Beim VfL kommt dazu, daß wir ja kaum je eine Mannschaft jahrelang einspielen können. Terrazzino, Haberer, Bulut, als sie bei uns richtig gut waren, wechselten sie sofort. Und da gäbe es ja viele Beispiele. Wie will der VfL da, außer mal mit Glück in Zeiten, wenn die Talente wie Bastürk, Buckley, Freier, Fahrenhorst und viele mehr nur so sprießen (bis man sie verkaufen mußte, alle...) dauerhaft erste Liga spielen. Der heutige Fussball ist so ungleich geworden, daß kleinere Vereine leider länger in Liga 2 bleiben, manchmal sogar absacken, wie man am finanziell immer sehr unterstützten FCK sieht.

Aber ich finde auch, du hast recht - zumal viele Vereine so viele gleichwertige Spieler haben, daß sie ständig rotieren, und dennoch sind manche Spieler inzwischen schon mit knapp 30 wie übertrainiert, und verletzen sich oft. Professionell trainiert wird sicher überall - Liverpool hat inzwischen einen Trainer einzig für Einwürfe^^ - wohin soll das führen? Professionell übertrainiert werden manche, scheint mir.

18.03.2019 - 10:26 - na-und

Was ist nur aus dem VfL geworden? Körperloses Spiel der meisten Spieler, so dass man fast jeden Zweikampf verliert. Abspielfehler über Abspielfehler, kein Tempo und Schwung nach vorne. Abwehrverhalten desaströs, vor allem von Hoogland. Wie der Klos ihn im Strafraum schwindelig spielt. Auf Freistöße und Ecken kann man getrost
beim VfL demnächst verzichten. Harmloser und lächerlicher gehts ja gar nicht. Der VfL stellt zurzeit noch nicht mal mehr Mittelmäßigkeit dar. Wieviele Spieler müsste man eigentlich ersetzen, um in den nächsten Jahren vielleicht mal wieder oben angreifen zu können? Bei solchem Auftreten der Spieler frage ich mich immer, was trainieren die eigentlich in der Woche.

18.03.2019 - 09:23 - Pearks

Man fragt sich auch, warum das Verletzungspech in Bochum traditionell so hoch sein - vielleicht sollte da mal professioneller gearbeitet bzw. hingeschaut werden. Wie man bei Gladbach sieht, hat das ja nichts mit Glück oder Pech zu tun.

17.03.2019 - 22:01 - vfl'er since 1986

Genau wie Stollenterror sehe ich das auch.Was ich nicht verstehe,wie R.Dutt z.B. einen Lee aufstellt.Der schon die letzten Spiele weit von seiner eigentlichen Form entfernt ist.Ich glaube ein Saglam hätte das nicht schlechter gemacht.

17.03.2019 - 20:40 - Stollenterror

Und jährlich grüßt das Murmeltier. Ich kann nur noch kotzen über das Gewurste der Mannschaft. Bei einem möglichen Konter wird das Tempo verschleppt. Es gibt seit Jahren fast keine Überraschungsmomente oder mal schnelle Kombinationen nach vorne. Die Verteidigung geht auch nicht. Warum sind die Außenverteidiger so früh im 16er und der Gegner kann ungehindert flanken, sehe ich für den VfL nicht so. Die Gegner verteidigen auch außen. Ich finde es schlimm was aus dem VfL geworden ist. Anspruch und Realität klaffen sehr weit auseinander. Ein Aufstieg wird es in den nächsten Jahren nicht geben.

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