Der VfL Bochum kann in der Krise auf seine Mitarbeiter und die Fans vertrauen. Im Interview spricht Sebastian Schindzielorz, Bochums Geschäftsführer Sport, über die Solidarität in Bochum und den Gehaltsverzicht der Profis. Hier der 1. Teil. 

2. Liga

So schnell ging der Gehaltsverzicht beim VfL Bochum über die Bühne

26. März 2020, 18:33 Uhr
Arbeitet rund um die Uhr, um den VfL Bochum durch die Krise zu führen: Sebastian Schindzielorz (Foto: firo).

Arbeitet rund um die Uhr, um den VfL Bochum durch die Krise zu führen: Sebastian Schindzielorz (Foto: firo).

Der VfL Bochum kann in der Krise auf seine Mitarbeiter und die Fans vertrauen. Im Interview spricht Sebastian Schindzielorz, Bochums Geschäftsführer Sport, über die Solidarität in Bochum und den Gehaltsverzicht der Profis. Hier der 1. Teil. 

Sebastian Schindzielorz, es ist noch nicht lange her, da gab es noch das Thema Geisterspiel gegen Heidenheim. Jetzt scheint das schon ewig her zu sein. Wie sieht der Tagesablauf von Ihnen derzeit aus?
Aktuell spielen die sportlichen Themen eine untergeordnete. Rolle. Wir müssen an die Gesundheit der Gesellschaft denken. Wir beim VfL haben derzeit in erster Linie wirtschaftliche Themen zu bewältigen. Wir treffen uns täglich um 8:30 Uhr und suchen Wege und Antworten, wie wir den Verein durch die schwierigen Zeiten bringen: Ansonsten ist die Geschäftsstelle sehr verwaist. Eine Handvoll Mitarbeiter ist noch da, die das abwickelt, was anfällt. Jeder kann sich ausmalen, dass für den VfL wichtige Themen auf der Agenda stehen. Die TV-Gelder und Sponsoringeinnahmen sind die größten Einnahmequellen für uns. Wenn die wegfallen, gibt es Probleme. Aber ich bin guter Dinge, dass wir das hinbekommen.

Wie geht es in den kommenden Wochen weiter nach dem Treffen bei der DFL?
Wir haben Kontakt zur DFL gehabt. Die nächste Versammlung findet am 31. März statt. Dort erwarten wir weitere Informationen. Festgelegt wurde bereits jetzt, dass der Spielbetrieb bis mindestens Ende April ruhen soll. Darüber wird abgestimmt.

Das Thema Solidarität kam zuletzt groß auf. Beim VfL gab es die Geisterspiel-Aktion, einige Fans verzichten auf die Rückgabe der Dauerkarten, im Verein gibt es einen Verzicht auf Teile des Gehaltes. Wie sehr freut Sie so etwas?

Das ist die Botschaft und der Grundgedanke, der uns über viele Jahre hier beim VfL getragen hat. Ich kenne das eigentlich nicht anders beim VfL. Wir haben in schwierigen sportlichen Zeiten immer zusammen gestanden, jetzt stehen wir vor einer weiteren Herausforderung. Es ist bemerkenswert, was die Fans gemacht haben. Ich möchte mich bei jedem einzelnen bedanken. Das wird auch in Zukunft wichtig sein, um für den VfL und für die Stadt Bochum zusammen anzupacken.

Wie kam es denn nun zum Gehaltsverzicht der Mannschaft?
Ich stehe mit dem einen oder anderen der Truppe telefonisch in Kontakt. Da unterhält man sich über die aktuelle Lage, auch über den wirtschaftlichen Rahmen. Aus der Mannschaft heraus kam die Idee, dass man mithelfen möchte, um so in der schwierigen Zeit ein Zeichen zu setzen. Das habe ich dann explizit mit dem Mannschaftsrat besprochen. Die Jungs haben es dann selber in die Hand genommen und kamen nach wenigen Stunden mit der Idee auf mich zu, wie wir das machen können. Das fand ich ganz hervorragend. Ich bin froh und stolz, dass wir das so kurzfristig gelöst haben.  cb / gp

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren

26.03.2020 - 21:21 - MMM

Auf wie viel haben Spieler und Management denn verzichtet?
Bei Abstieg 60% seit Mitte März?
Wie sah der Deal aus? Oder Prozentzahl-

Niemand der ein Geisterspielticket gekauft hat oder auf seine Dauerkartenrückerstattung verzichtet hat möchte wissen was die Herren kurz vorm Abstieg so verdienen.