Die Mitgliederversammlung der DFL hat erhebliche Einschränkungen bei einer möglichen Rückkehr der Fans in die Stadien beschlossen. Ob diese aber überhaupt zur Anwendung kommen, ist angesichts der steigenden Infektionszahlen fraglich.

2. Liga

VfL Bochum: Das sagt Ilja Kaenzig zu den DFL-Beschlüssen

04. August 2020, 17:08 Uhr
Ilja Kaenzig, geschäftsführender Vorstand des VfL Bochum (Foto: firo).

Ilja Kaenzig, geschäftsführender Vorstand des VfL Bochum (Foto: firo).

Die Mitgliederversammlung der DFL hat erhebliche Einschränkungen bei einer möglichen Rückkehr der Fans in die Stadien beschlossen. Ob diese aber überhaupt zur Anwendung kommen, ist angesichts der steigenden Infektionszahlen fraglich.

Wir haben mit Ilja Kaenzig, geschäftsführender Vorstand des VfL Bochum, über die Ergebnisse gesprochen. 

Ilja Kaenzig, am Montag gab es eine außerordentliche Mitgliederversammlung der 36 DFL-Klubs, welche Maßnahmen wurden beschlossen, um eine teilweise Rückkehr der Zuschauer in die Stadien zu ermöglichen?
Es wurden die Rahmenbedingungen beschlossen, die Voraussetzung sind, dass Zuschauer schrittweise wieder zugelassen werden können. Im Detail liegt das auch an den pandemischen Zuständen. Stehplätze sollen erstmal nicht besetzt werden, kein Alkohol ausgeschenkt werden, Gästefans sind nicht zugelassen. Den Lichtschaltereffekt, dass man den Hebel umlegt und alles wie vorher ist, den wird es nicht geben. Erst waren wir froh, dass wir überhaupt spielen konnten, das tun wir immer noch auf Bewährung. Es ist wichtig, dass vom Fußball keine Gefahr ausgeht. Die Vermeidung von Risiko ist der wichtigste Aspekt. 

Zahlreichen Fans ist die Datenerfassung ein Dorn im Auge? Fakt ist aber: Ohne Datenerfassung zwecks Rückverfolgung von Corona-Fällen keine Spiele vor Zuschauern, oder?
Die Datenerfassung ist eine Grundvoraussetzung, damit Infektionsketten nachverfolgt werden können. In jedem Restaurant muss man seine Daten hinterlegen. Wenn Ketten nicht nachvollzogen werden können, wird es auch keine Zuschauer in den Stadien geben. Das kann sich jeder selber ausrechnen, dass dem Fußball hier keine Sonderrolle zuteil wird, die der Fußball aber auch nicht für sich beansprucht. 

Hart trifft es auch die Gästefans, die vorerst keinen Zutritt haben. Was sagen Sie dazu?

Da gibt es verschiedene Sichtweisen. Es wurde beschlossen, dass jede Reisetätigkeit vorerst vermieden wird. Das ist schade, aber die Situation ist eben aktuell für alle nicht optimal. Wir hoffen, dass dies nur vorübergehend der Fall ist und im neuen Jahr Gästefans und auch Stehplätze wieder möglich sind, wenn es eine deutliche Verbesserung der Lage geben sollte.  

Stehplätze sind nicht erlaubt: Mit was für einer Zuschauerzahl kann der VfL pro Heimspiel überhaupt planen?
Stehplätze hätten auch gekennzeichnet werden müssen mit fest zugeordneten Plätzen. Hier wäre die Kapazität eh begrenzt gewesen. Über genaue Zahlen äußern wir uns derzeit nicht. Wir arbeiten an einem Konzept, wir sind im Kontakt mit den Behörden: Erst wenn hier grünes Licht gegeben und eine Größenordnung definiert ist, die akzeptabel ist, werden wir an die Öffentlichkeit gehen. Wir werden den Behörden nicht vorgreifen und Zahlen in die Welt setzen, die falsche Hoffnungen wecken. 

Gibt es schon Überlegungen, wie die zur Verfügung stehenden Sitzplätze verteilt werden?
Erst wird die Kapazität ermittelt. Da geht es nicht nur um die Plätze, es geht auch um die Anreiseoptionen und die Parkplätze. Bevor das Konzept nicht abgenommen ist, werden wir auch keinen Ticketverkauf starten. Sollten die Partien mit Zuschauern möglich sein, werden wir das rechtzeitig kommunizieren und von Spiel zu Spiel schauen. So wie es aussieht, wird es so oder so in ganz Deutschland einen stufenweisen Plan geben, wie Events in dieser Größenordnung wieder zugelassen werden können. Das ist aber erst einmal Zukunftsmusik. Erst einmal steht ein lückenloses Konzept an erster Stelle, an dem man arbeiten kann. Dann sehen wir weiter. gp / cb

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren

05.08.2020 - 14:21 - asaph

Wie soll die Anreise bzw. der Weg ins Stadion gehandhabt werden besonders mit dem ÖPNV?
Kann ich mir bei Großveranstaltungen nicht vorstellen, daß hier die Abstandsregel eingehalten wird und daß alle immer Maske tragen über Mund UND Nase...