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VfB Bottrop: Wojwod befürchtet „nachhaltige Veränderung" im Fußball

Leon Peters
01. Januar 2021, 15:00 Uhr
Patrick Wojwod, Trainer beim Bezirksligisten VfB Bottrop. Foto: Thomas Gödde

Patrick Wojwod, Trainer beim Bezirksligisten VfB Bottrop. Foto: Thomas Gödde

Der VfB Bottrop führt die Bezirksliga Niederrhein 8 mit bislang 22 Punkten aus acht Partien souverän an. RevierSport hat mit Coach Patrick Wojwod über die erneute Corona-Zwangspause, das Fußballjahr 2021 und sein persönliches Highlight der Saison gesprochen.

Patrick Wojwod, die Saison wurde Anfang November erneut unterbrochen. Was war bisher Ihr Moment der Hinrunde?

Direkt zu Beginn der Saison hatten wir drei sehr bewegende Wochen. Im Kreispokal-Halbfinale haben wir den Oberligisten SpVgg Sterkrade-Nord mit 2:0 besiegt, um uns dann später im Finale im Derby gegen Fortuna Bottrop durch ein 3:2 den Pokalsieg zu sichern. Und dann ging es ja kurz danach schon wieder in der Liga weiter, am ersten Spieltag hatten wir mit Rhenania Bottrop den nächsten Lokalrivalen vor der Brust und konnten auch da mit 4:3 gewinnen. Ich muss auch ehrlich sagen, dass wir bisher nicht zu unrecht da oben stehen. Wir haben unser Ziel, den Landesligaaufstieg, fest im Blick.

Was wünschen Sie sich für das Fußballjahr 2021?
Um es mal auf den Punkt zu bringen: Ich wünsche mir wieder ein Stück Normalität. Ich gehe nicht davon aus, dass wir im Januar oder Februar wieder spielen können. Aber mein größter Wunsch ist, dass irgendwann einfach mal wieder Fußball gespielt wird. Ich finde es auch ehrlich gesagt etwas fragwürdig, dass den Leuten jetzt ihre Hobbys genommen werden. Manche Menschen haben in diesen grauen Wintertagen, wo jedes zweite Wort in den Medien "Corona" ist, jetzt nichts, was ihnen ein bisschen Seelenfrieden beschert, weil leider nichts mehr geht. Im Ausland gibt es auch Corona, aber ich finde, dort gehen die Menschen etwas anders damit um. Dort herrscht mehr Leichtigkeit als bei uns, und die Freundlichkeit ist nicht so abhanden gekommen.

Auch Sie als Amateurtrainer und Ihre Spieler sind verrückt nach Fußball. Wie erleben Sie diese unfreiwillige, lange Pause?

Ich habe die Truppe am 28. Oktober zum letzten Mal gesehen. Wir hätten natürlich gerne noch am 31.10. im Niederrheinpokal gegen den SC Velbert gespielt. Aber damals dachte ich schon: Wer glaubt, dass wir uns alle Ende November wiedersehen, ist ziemlich naiv. Unser Fitnesstrainer hat Trainingspläne in die Whatsapp-Gruppe geschickt, das finde ich auch gut, nur ist das Problem: Wir wissen ja gar nicht, für wann wir wieder fit sein sollen. Hätte man da ein genaues Datum, könnte man das alles besser planen. Aus der Mannschaft habe ich mit ungefähr zwei Drittel der Spieler regelmäßigen Kontakt. Zwei arbeiten auch bei mir als Auszubildende. Aber natürlich wünsche ich mir, dass man wieder persönlichen Kontakt hat, mit den Spielern sprechen oder ein Bier trinken gehen kann. Denn nichts geht über ein persönliches Gespräch, die digitale Welt kann das nicht ersetzen.

Glauben Sie, dass nach der Pause die Begeisterung für den Fußball noch überall vorhanden ist? Oder schadet die Krise dem Sport allgemein?
Haben Sie mal nach England geschaut? Dort kommen jetzt auch wieder Zuschauer, wenn sie dürfen. Davon abgesehen denke ich aber, dass uns die Corona-Maßnahmen noch längere Zeit begleiten werden. Bei den Spielen der Ruhrpott-Vereine wie RWE, BVB oder Schalke werden viele Menschen aufeinander treffen. Es kann gut sein, dass du nicht ins Stadion kommst, ohne zum Beispiel vorher geimpft worden zu sein. Es wird eine nachhaltige Veränderung im Fußball geben. Bei uns als Amateursportler sind Hygienekonzepte aufgrund der niedrigeren Zuschauerzahl zumindest leichter auffangbar.

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