Die Fußball-Westfalenliga bedeutete für den SuS Langscheid/Enkhausen stets einen Überlebenskampf. 2015 zog sich der Klub vom Sorpesee in die Bezirksliga zurück. Oder, wie man zu sagen pflegte: In die „Bundesliga des Sauerlands“.

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Vergessene Vereine: Als der SuS Langscheid in die "Bundesliga" ging

Dominik Hamers
10. Mai 2020, 09:50 Uhr
Duelle mit dem DSC Wanne-Eickel gehören für den SuS Langscheid der Vergangenheit an. Foto: Joachim Haenisch

Duelle mit dem DSC Wanne-Eickel gehören für den SuS Langscheid der Vergangenheit an. Foto: Joachim Haenisch

Die Fußball-Westfalenliga bedeutete für den SuS Langscheid/Enkhausen stets einen Überlebenskampf. 2015 zog sich der Klub vom Sorpesee in die Bezirksliga zurück. Oder, wie man zu sagen pflegte: In die „Bundesliga des Sauerlands“.

Als der SuS Langscheid/Enkhausen zum letzten Mal auf größerer Bühne auf sich aufmerksam machte, sorgte ein flottes Zitat für Beachtung. Im Februar 2015 verkündete Uli Wünnenberg, damals 1. Vorsitzender des Vereins, dass der Klub, der seine Heimträge in Sichtweite des Sorpesees austrägt, das Team aus der Westfalenliga zurückziehen würde. Ab der Saison 2015/16 sollte die Mannschaft den Platz der Reserve in der Bezirksliga annehmen. „Die Liga gilt hier als die Bundesliga des Sauerlands“, sagte Wünnenberg damals. So verabschiedete sich der Verein von der Bühne des ambitionierteren Amateurfußballs.

Gut, am Ende der Spielzeit hätte sich der SuS ohnehin aus der Westfalenliga verabschieden müssen. 21 Punkte bedeuteten lediglich Platz 14 und damit den Abstieg in die Landesliga. Zu stark waren die Konkurrenten in der sechsthöchsten Spielklasse, die aufgrund der Kader-Qualitäten des TSV-Marl-Hüls, des SC Hassel sowie des BV Westfalia Wickede als außergewöhnlich stark galt. Für den SuS kam hinzu: Das Zuschauer-Interesse war gewichen - obwohl der Klub das fußballerische Aushängeschild der idyllisch gelegenen Stadt war.

Das mediale Interesse an der Bezirksliga ist im Sauerland größer

2015 also war dann die „Bundesliga des Sauerlands“ das neue Zuhause des früheren Westfalenligisten. Sportlich ein doppelter Abstieg, strategisch aber eine deutliche Aufwertung, wie Wünnenberg damals begründete: „Das mediale Interesse ist einfach größer. Dort spielen viele Mannschaften aus dem Sauerland gegeneinander.“

Derzeit belegt Langscheid/Enkhausen Rang sieben in der Bezirksliga. Die Gegner heute heißen VfB Marsberg, TuS Sundern und SG Serkenrode/Fretter. Im Ruhrgebiet ist der Klub vom Sorpesee nahezu vergessen - dabei biss sich dort einst der heiß gehandelte Aufstiegskandidat TSV Marl-Hüls die Zähne aus. Die 0:2-Niederlage war ein Stolperstein auf dem angepeilten Weg in die Oberliga.

Doch solche Siege bedurften immer eines besonderen Kraftaktes. Weil sich die Platzanlage des SuS fernab vom eigentlichen Fußball-Geschehen befand und Spieler aus den starken Revier-Klubs nur schwer vorstellen konnten, täglich ins Sauerland zu reisen, war die Suche nach Verstärkungen eine müßige Angelegenheit: „Wir müssen Spieler aus dem Umkreis holen. Da sind wir auf dem Transfermarkt nicht so flexibel wie Mannschaften, die Spieler vom Nachbarn holen können“, sagte Uli Wünnenberg 2015. Schließlich gab der Fußball-Boss zu: „Ja, ich muss zugeben, dass die Situation in der Liga uns alle sehr angespannt hat. Ich fühle mich mit Blick darauf auch ein wenig müde.“

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