Es gibt zahlreiche Traditionsvereine, die eine große Geschichte haben, derzeit jedoch weit entfernt von früheren Erfolgen sind. RevierSport schaut nach, wo diese Klubs heute spielen.

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Vergessene Vereine: Das wurde aus Union Solingen

Stefan Loyda
16. April 2020, 19:11 Uhr
Erst verwahrlost, dann abgerissen. Das Stadion am Hermann-Löns-Weg in Solingen gibt es nicht mehr. Foto: Simon Jüntgen

Erst verwahrlost, dann abgerissen. Das Stadion am Hermann-Löns-Weg in Solingen gibt es nicht mehr. Foto: Simon Jüntgen

Es gibt zahlreiche Traditionsvereine, die eine große Geschichte haben, derzeit jedoch weit entfernt von früheren Erfolgen sind. RevierSport schaut nach, wo diese Klubs heute spielen.

16. Februar 1985, Stadion am Hermann-Löns-Weg in Solingen. Fußball-Zweitligist Union Solingen traf im DFB-Pokal-Viertelfinale auf Borussia Mönchengladbach. Knapp 16.000 Zuschauer sahen die Partie im weiten Rund, bei der der Verein aus der Klingenstadt am Ende mit 1:2 unterlag. Es ist ein Rekord für die Ewigkeit. Getoppt werden kann dieser nicht mehr, denn: Das Stadion ist mittlerweile abgerissen. Auf dem ehemaligen Stadiongelände entstehen 62 Reihen-, Doppel- und Einfamilienhäuser.

Platz 27 der ewigen Zweitliga-Tabelle

Den Verein selbst gibt es in der Form seit 30 Jahren nicht mehr, aber noch immer steht er auf Platz 27 der ewigen Tabelle der 2. Bundesliga. 1981 hatten sich die Solinger dafür qualifiziert. Der Verein war im Aufwind. Nach der Fusion am 24. Juli 1974 des OSC Solingen mit dem VfL Solingen-Wald startete der Klub in der damals drittklassigen Verbandsliga Niederrhein und schaffte gemeinsam mit Bayer 04 Leverkusen den Aufstieg in die zweite Liga. Dort sollte der Verein sich nicht nur halten, sondern etablieren.

Die Saison 83/84 bildete den Höhepunkt. Die beiden Torjäger Wolfgang Schäfer (21 Tore) und Daniel Jurgeleit (15 Tore) schossen den Verein am Saisonende auf Platz fünf. Im Jahr darauf folgte Platz sechs und die erfolgreichste Pokalrunde der Geschichte. Danach geriet der Klub immer mehr in Schwierigkeiten. 1988/89 ging es als abgeschlagener Tabellenletzter in die Oberliga Nordrhein, wo die SG ebenfalls Letzter und in die Verbandsliga durchgereicht wurde. Der Verein ging Konkurs.

Streit um die Nachfolge

Auch der Nachfolge-Verein 1. FC Union Solingen konnte an die Erfolge nicht anknüpfen. In der Saison 2008/09 stand der Verein mit Frank Zilles als Trainer an aussichtsreicher Position in der Niederrheinliga. Bis im März 2009 Thomas Brdaric als neuer Sportlicher Leiter verpflichtet wurde. Eine Entscheidung, die im Nachhinein den Aufstieg versauen sollte. 


Immer wieder kam es zu Konflikten zwischen Brdaric und Zilles, der daraufhin im Mai entlassen wurde. Die Mannschaft stand jedoch hinter ihrem Trainer und ließ jegliche Aufstiegsträume platzen. Ein Großteil des Teams folgte Zilles zum Liga-Konkurrenten TuRU Düsseldorf. In der darauffolgenden Saison stieg der Klub als abgeschlagener Letzter in die Landesliga ab und musste erneut einen Insolvenzantrag stellen, der 2012 mit der Auflösung des Klubs endete.

Seitdem streiten der 1. FC Solingen (bis 2018 OFC Solingen) und der BSC Union Solingen darum, wer der legitime Nachfolgeverein ist. Der OFC wurde von ehemaligen Vorstandsmitgliedern, Sponsoren und Fans des 1. FC Union gegründet. Eine Gruppe um den ehemaligen Jugendleiter André Altmann kaufte für den BSC Aufderhöhe hingegen die Namensrechte und benannte den Verein in BSC Union Solingen um. Von den glorreichen, alten Tagen ist jedoch nichts mehr übrig. Der 1. FC steht derzeit in der Kreisliga auf Platz sieben, der BSC Union gar nur auf Platz fünf der Kreisliga B.

Aktuelle Liga: aufgelöst.
Größte Erfolge: Acht Jahre zweite Bundesliga, DFB-Pokal-Viertelfinale 1984/85.
Bekannte Spieler/Trainer: Werner Lenz, Dirk Römer, Wolfgang Schäfer, Daniel Jurgeleit, Sieghard Heise, Helmut Pabst, Manfred Dum, Demir Hoti?, Jürgen Elm, Jaroslaw Stankiewicz. Eckhard Krautzun, Horst Franz, Horst Stockhausen, Volker Diergardt, Sven Demandt.

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Kommentieren

18.04.2020 - 16:04 - solinger

Union Union Eisern Union.

17.04.2020 - 23:17 - rwekopo

Scheixxe,es war ein schönes Stadion,war öfter dort.Bin eigentlich nur traurig.Ein weiteres Juwel der Fussballtradition ist für immer verschwunden!

17.04.2020 - 10:21 - Außenverteidiger

Dieser Kommentar wurde entfernt.

17.04.2020 - 06:41 - Lackschuh

Harald Bründermann war dort auch mal, wenn ich mich richtig erinnere?

16.04.2020 - 22:14 - DerSportbeobachter

Da habe ich mal ein Zweitligaspiel zwischen RWE und Union Solingen gesehen.

Im Georg-Melches-Stadion kam es im Solinger Strafraum zu einem Zweikampf.
Der Ball war etwa in 25 cm Höhe, als Horst Hrubesch (mit dem Kopf) und ein
Solinger Verteidiger (mit dem Fuß), ich glaube es war "Jumno" Elm, zusammenprallten.

Hrubesch schüttelte sich zweimal und spielte weiter und der Solinger musste
Ausgewechselt werden.

16.04.2020 - 20:46 - His.Unermesslichkeit

Dieser Kommentar wurde entfernt.