Nach dem 1:1 (1:1) bei RW Oberhausen zog Schalkes Trainer Norbert Elgert eine erste Zwischenbilanz. Seiner runderneuerten Mannschaft fehlen derzeit noch die Spieler, die den Unterschied machen. 

S04 U19

Vakuum nach Ruhnert, Sturmflaute - Elgert erklärt Schalker Probleme

Stefan Bunse
14. September 2019, 19:11 Uhr

Foto: Stefan Bunse

Nach dem 1:1 (1:1) bei RW Oberhausen zog Schalkes Trainer Norbert Elgert eine erste Zwischenbilanz. Seiner runderneuerten Mannschaft fehlen derzeit noch die Spieler, die den Unterschied machen. 

„Wir haben nur noch einen Stammspieler aus dem letzten Jahr dabei. Der Umbruch war bitter nötig, sonst würden wir wahrscheinlich jetzt noch deutlich schlechter da stehen“, erklärte Elgert die Ausgangsposition. Nur Malick Thiaw war bei ihm im vergangenen Jahr gesetzt. Dazu kam im Laufe der Rückrunde noch Torhüter Erdem Canpolat.


Dass der Kader mit beinahe einer ganzen Mannschaft voll neuer Spieler aufgefrischt werden musste, sei aber auch eine Spätfolge struktureller Probleme. Denn die U17 warf nicht ansatzweise die Qualität an Spielern ab, die üblicherweise dem Coach zur Verfügung gestellt wird. Da sei etwas versäumt worden. „Wir leiden im Moment ein bisschen darunter, dass wir phasenweise in den letzten Jahren etwas eingeschränkter im Handeln waren“, erklärte Elgert. „Im letzten Jahr hat es sich wieder entwickelt, wir durften jetzt wieder etwas machen. Aber nach Oliver Ruhnert war zunächst ein großes Vakuum. Da waren wir einige Zeit relativ handlungsunfähig.“ 

Oliver Ruhnert hatte vor gut zwei Jahren seinen unbefristeten Vertrag als Direktor Nachwuchs mit dem FC Schalke 04 im gegenseitigen Einvernehmen nach zehn Jahren überraschend aufgelöst. Sein Draht zu Christian Heidel soll nicht als der beste gewesen sein. Inzwischen ist Ruhnert erfolgreich als Sportdirektor bei Union Berlin tätig. Auf Schalke übernahm Monate später Peter Knäbel. „Peter kam neu, musste sich zunächst einarbeiten, macht das super und jetzt haben wir ausgeglichen. Aber das braucht eben etwas Zeit.“

Lücke nach Kutucu - Elgert bemängelt Harmlosigkeit vor dem Tor

Dennoch macht Elgert aus seinem Herzen keine Mördergrube, dass ihm derzeit die ganz großen Leader im Team noch fehlen. In den vergangenen zwei Jahren war das Ahmed Kutucu. „Es ist natürlich eine gewisse Verunsicherung da“, nahm er seine Offensivkräfte in Schutz, „aber ich muss auch sagen, dass unsere Flügelleute, unsere Mittelstürmer, einfach mehr treffen müssen.“


Elgert zieht einen Vergleich: „In solchen Spielen in den letzten Jahren war Ahmed da. Der Unterschied zu diesem Jahr ist Ahmed. Mit Ahmed hätten wir sieben, acht Punkte mehr. Definitiv. Du brauchst einfach Spieler, die das Ding reinmachen, wenn es darauf ankommt. Das haben wir im Moment nicht.“ Und: „Wir haben drei Mittelstürmer – und ich will den Jungs nicht zu nahe treten, das würde ich öffentlich auch nie tun, die rackern, die ackern, die tun. Aber sie schießen keine Tore. Auch von außen war insgesamt zu wenig Torgefahr. Da müssen wir uns etwas einfallen lassen.“ Vielleicht will er deshalb Brooklyn Ezeh vom Linksverteidiger zum Stürmer umschulen.

Es fehlt vielleicht auch noch an den ganz großen Talenten. Oder die Spieler sind noch nicht soweit. Elgert: „Mentale Stärke heißt dann gut zu sein, wenn es darauf ankommt. Da kann man sich noch hin entwickeln, keine Frage. Aber die, die schnell nach oben gekommen sind, die hatten das. Das kann man ein bisschen trainieren, aber die meisten hatten das stärker in sich. Dem Ahmed brauchtest du nicht sagen: 'Da ist das Tor, hau´ den mal rein'. Der hat nichts anderes im Kopf."

Dennoch mache er sich deswegen keine Sorgen um die Zukunft: „Ich bin viel zu lange dabei, als dass ich jetzt Stress aufbaue. Ich betone immer wieder: Schalke 04 muss nicht immer Erster, Zweiter oder Dritter sein. Aber wir müssen immer wieder top ausbilden und Spieler für die erste Mannschaft ausbilden.“ Da werde man auch wieder hinkommen. 


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16.09.2019 - 17:13 - Schalker1965

@Alles für Schalke

Deinen Kommentar kann man nur als unverschämt und respektlos bezeichnen!

Die Kritik von Elgert ist völlig berechtigt! Wenn er weiterhin Spieler wie Neuer, Özil, Draxler, Matip, Kola, Sané, Meyer, Kehrer usw. ausbilden und an die erste Mannschaft liefern soll, dann muss die Knappenschmiede und damit der gesamte Unterbau TOP aufgestellt sein. Missstände müssen abgestellt und entsprechende Gelder für TOP-Nachwuchstrainer und junge Talente im In- und Ausland bereitgestellt werden.
Und noch eins: wenn ein Mitarbeiter des FC Schalke 04 seinen Job in den letzten 20 Jahren kontinuierlich herausragend ausgeübt hat, dann war es Norbert Elgert!
Ohne Norbert Elgert und die aufgrund seiner herausragenden Arbeit generierten Millionen-Transfererlöse gäbe es Schalke doch gar nicht mehr!
Also mäßige Deine Wortwahl und zeige RESPEKT demgegenüber, der Schalke am Leben erhalten hat und am Leben erhält!

15.09.2019 - 01:10 - Alles für Schalke

Was ist denn mit Elgert los? Angekratztes Ego? Wie kann er denn in der Öffentlichkeit seine Spieler derart kritisieren!? Und zudem er die Spieler, die vorher gute Leistungen abgerufen haben, ebenfalls so niedermachen und sagen, mit den Spielern des Vorjahres wäre man noch deutlich schlechter? Wahrscheinlicher ist wohl dass ein Umbau nicht so klappt, wi er sich das vorgsetellt hat!

Vermutlich hat sein Buch genug Auflage, das scheint ihm wohl zu Kopf zu steigen. Der ist viel zuviel gelobt worden in den letzten Jahren und hat das Gefühl unersetzbar zu sein. Dabei hat er von Spielern profitiert, die von anderen Trainern ausgebildet wurden, bevor sie in "seiner" U19 landeten.

Norbert Elgert sollte sich mal ein wenig zusammen reißen, seinen Job machen, Demut üben und die Klappe halten!

14.09.2019 - 21:44 - Gladbeck04

Wer den Verein und seine Jugendabteilung in den letzten 25 Jahren genauer beobachtet hat, der weiß, dass die Ursachen für die sich jährlich wiederholende Kritik von Norbert woanders liegen. Es gab mit Marco Fladrich und Marc Dommer seinerzeit zwei Trainer im Aufbaubereich, die jeweils über mehrere Jahre mit einzelnen Jahrgängen hervorragend gearbeitet haben. In diesen Jahren wurde bei späteren Top-Spielern wie z.B. Meyer, Matip, Sané, Draxler, Latza, Demirbay uvm. sowohl im mentalen als auch im technisch-taktischen Bereich der Grundstein für das gelegt, was Norbert dann veredeln konnte. Von der Qualität dieser beiden Trainer profitiert der S04 leider nur noch indirekt: Nämlich durch den (von Fladrich initiierten) enormen Aufschwung der Knappen-Fußballschule und die Verpflichtung von (von Dommer ausgebildeten) Spielern aus Köln. Bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen um Peter Knäbel erkennen, dass das "goldene Lernalter" weit vor der U19 liegt und den Hebel dort entsprechend ansetzen bzw. angesetzt haben. Wenn das gelingt wird sich Norbert in einigen Jahren auch wieder mit nationalen Top-Spielern präsentieren können.

14.09.2019 - 20:07 - Horst H

Frechheit, wie der seine jungen Spieler in der Öffentlichkeit runter macht. Soll er doch mal zeigen was er so als Trainer drauf hat. Mit Leuten wie Draxler, Özil, Neuer, Kolja, Kutucu, Meyer usw. kann jeder Erfolg haben.