Wenn Arminia Bielefeld am Montag (18.30 Uhr) zur ersten Runde des DFB-Pokals zu Rot-Weiss Essen reist, dann wird auch Cebio Soukou im Bus sitzen. Ein besonderes Spiel für ihn. Über RWE führte sein Weg in die Bundesliga.

1. Liga

Über RWE in die Bundesliga: Cebio Soukous steiler Aufstieg

14. September 2020, 08:00 Uhr
Cebio Soukou spielt seit einem Jahr für Arminia Bielefeld. Foto: firo

Cebio Soukou spielt seit einem Jahr für Arminia Bielefeld. Foto: firo

Wenn Arminia Bielefeld am Montag (18.30 Uhr) zur ersten Runde des DFB-Pokals zu Rot-Weiss Essen reist, dann wird auch Cebio Soukou im Bus sitzen. Ein besonderes Spiel für ihn. Über RWE führte sein Weg in die Bundesliga.

Rot-Weiss Essen gegen Arminia Bielefeld: Dieses Duell steigt am Montagabend (18.30 Uhr) in der ersten Runde des DFB-Pokals im Stadion Essen. Leider ohne Zuschauer. Ansonsten wäre dieses Spiel wohl ausverkauft gewesen.

Beide Vereine gelten als absolute Traditionsklubs, die leidenschaftliche Anhänger haben. Und auf beiden Seiten gibt es aktuell Protagonisten, die jeweils für die andere Seite gearbeitet beziehungsweise gespielt haben. RWE-Vorstand Marcus Uhlig machte jüngst im RevierSport-Interview keinen Hehl daraus, welche Gefühle er für die Arminia hat. Sechs Jahre war Uhlig für Bielefeld tätig.

Auf der anderen Seite spielte der heutige DSC-Profi Cebio Soukou dreieinhalb Jahre für Rot-Weiss Essen. "Ich habe es immer genossen für Essen zu spielen. Ich hatte schöne, aber auch schwere Phasen bei RWE - wie die Doping-Sperre. Leider habe ich den Verein in einer schlechten Phase verlassen. Das bleibt dann für viele in Erinnerung. Insgesamt blicke ich aber sehr gerne auf die RWE-Zeit zurück", erzählt Soukou gegenüber RevierSport.

Er ergänzt: "Ich habe jetzt die Tage vor dem Spiel noch einmal auf transfermarkt.de geschaut und war selbst überrascht, dass ich die meisten Spiele in meiner Karriere immer noch für Rot-Weiss gemacht habe."

Zwischen Juli 2012 und Januar 2016 trug Soukou, der am 2. Oktober 28 Jahre alt wird, 65 Mal (16 Tore, acht Vorlagen) das RWE-Trikot.

Über Essen, Aue und Rostock nach Bielefeld und in die Bundesliga

Seine RWE-Zeit endete mit einer Doping-Sperre und einer kalten Verabschiedung der Verantwortlichen und Fans. "Wie gesagt: das hätte besser laufen müssen. Aber es ist vorbei. Man kann nichts mehr ändern", betont Soukou.

Vielleicht sollte es auch einfach so sein: Denn Soukous Aus in Essen sollte sich letztendlich als goldrichtig erweisen. Er wechselte zum FC Erzgebirge Aue, stieg mit den Sachsen auf und verbuchte insgesamt 62 Einsätze (acht Tore, zehn Vorlagen) für den Klub. Es folgte der Wechsel zum FC Hansa Rostock. Mit tollen Leistungen - 37 Spiele, 15 Tore, zehn Vorlagen - wurde Arminia Bielefeld auf den Nationalspieler des Benins (elf Länderspiele) aufmerksam.

"Ich hatte einige Anfragen vorliegen. Aber Bielefeld war einfach sehr interessant. Die Arminia hatte schon vor dem Aufstieg eine super Rückrunde gespielt und gezeigt, dass sie zu den besten Mannschaften in der 2. Bundesliga gehört. Die Vereinsführung hat ruhig und kontinuierlich gearbeitet. Ich wollte einfach dazu gehören und bin glücklich, dass ich mich damals für Bielefeld entschieden habe", erzählt der Rechtsfuß.

In der Aufstiegssaison war der gebürtige Bochumer ein wichtiger Baustein im Team von Trainer Uwe Neuhaus. Soukou steuerte sechs Treffer und fünf Assists in 32 Begegnungen bei und darf sich bald auch Bundesligaspieler nennen.

"Ich weiß nicht, ob man nach einem Einsatz schon Bundesligaspieler ist. Ich finde, dass man das auf Strecke beweisen und sich auch als Spieler in der Liga etablieren muss. Aktuell sauge ich alles auf, genieße jede Woche, jedes Training. Bundesligaspieler muss man sich in der Liga etablieren. Wir freuen uns alle riesig auf die Bundesliga - auf alle Spiele", unterstreicht Soukou, der in der Jugend für SV Langendreer 04, DJK Arminia Bochum, TuS Querenburg und im Nachwuchs des VfL Bochum spielte.

"RWE ist besonders, anders. Die Fanbase ist unfassbar"

Nun kehrt der Bochumer Junge in den Pott zurück - an seine alte Wirkungsstätte, die Hafenstraße. Es ist für Soukou jedoch nicht das erste Mal, dass er nach seinem Wechsel aus Essen zurückkehrt. Mit Erzgebirge Aue war der Rechtsaußen schon einmal für ein Testspiel in Essen.

"Ja, das Stadion war damals auch leer. Das wird am Montag leider auch der Fall sein. Ich habe keine Ahnung, ob das ein Vor- oder Nachteil für uns sein wird. Es wäre aber definitiv ein ganz anderes Spiel gewesen. Denn ich weiß ja genau, welche Stimmung, welchen Push die RWE-Fans erzeugen können. Vor allem in einem DFB-Pokalspiel. Da beflügelt die Atmosphäre den Außenseiter immer. Das fällt jetzt weg", sagt er und schiebt nach: "Trotzdem erwarte ich ein enges Spiel. RWE hat eine super Mannschaft beisammen, die brennen wird."

Am Montag wird Soukou natürlich alles für seine Arminia geben und weiterkommen wollen, da gibt es keine Sentimentalitäten. Für die Zukunft wünscht er seinem Ex-Klub aber nur das Beste. Soukou: "Ich bin immer, wenn es die Zeit zulässt, in Bochum oder Essen. Das Ruhrgebiet ist meine Heimat und RWE war eine ganz spezielle Station. RWE ist besonders, einfach anders. Die Fanbase ist unfassbar. Die spielen seit über zehn Jahren in Liga vier und es kommen jedes Jahr im Schnitt 10.000 Zuschauer. Mehr muss man dazu nicht sagen. Ich drücke dem Verein die Daumen, dass es endlich mit Rot-Weiss Essen nach oben geht."

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Kommentieren

15.09.2020 - 19:44 - memax

was alle in der Charakterbewertung vergessen.. Es gab da mal einen Herrn Güvenisik als Berater von Herrn Soukou. Und jetzt kann das jeder beurteilen

14.09.2020 - 16:56 - Hamborn

Mein Gott, was offenbaren sich hier für Charakterschw**ne.
Wer auf sich hält, geht nicht nach Essen, der kommt von Essen.
NUR DER RWE - wir haben ja sonst wirklich überhaupt nichts - und schon gar keinen Charakter.....

Noch eine Frage an die RWE-Anhänger. Ihr kennt den doch bestimmt:
"14.09.2020 - 14:43 - Außenverteidiger
Der Charakter spielt doch keine Rolle. Was bringt uns der Charakter eines Bürgers? Wir brauchen sehr gute Angestellte auf dem Rasen, die sich an ihren Arbeitsvertrag halten. Dort steht drin, der Angestellte erhält einen Lohn für seine Leistung. Wir Fans suchen keine Freunde auf dem Rasen, sondern fiebern um die drei Punkte für unseren Verein mit. Ich gehe doch nicht für irgendwelche außertariflichen Angestellten, die für ihre Verträge noch Berater brauchen, ins Stadion. Da ist jeder Manager/Vorsitzender, wenn es noch Bürger gibt die "Vorbilder" benötigen, ein größeres "Vorbild". In unserer Position sind uns die Wurst und Bierverkäufer wesentlich näher, was die Arbeit betrifft. Bei mir kommt lieber Hafenstübchen auf das Trikot, als irgendein Spielername."
Wann hatte der den Unfall?? So kommt doch keiner auf die Welt!

14.09.2020 - 14:43 - Außenverteidiger

Der Charakter spielt doch keine Rolle. Was bringt uns der Charakter eines Bürgers? Wir brauchen sehr gute Angestellte auf dem Rasen, die sich an ihren Arbeitsvertrag halten. Dort steht drin, der Angestellte erhält einen Lohn für seine Leistung. Wir Fans suchen keine Freunde auf dem Rasen, sondern fiebern um die drei Punkte für unseren Verein mit. Ich gehe doch nicht für irgendwelche außertariflichen Angestellten, die für ihre Verträge noch Berater brauchen, ins Stadion. Da ist jeder Manager/Vorsitzender, wenn es noch Bürger gibt die "Vorbilder" benötigen, ein größeres "Vorbild". In unserer Position sind uns die Wurst und Bierverkäufer wesentlich näher, was die Arbeit betrifft. Bei mir kommt lieber Hafenstübchen auf das Trikot, als irgendein Spielername.

14.09.2020 - 13:22 - Brückenschänke

Die charakterlichen Schwächen dieses "Herrn" sind unübersehbar und wurden durch ihn selbst nachgewiesen.

14.09.2020 - 11:57 - Außenverteidiger

Wir sollten auf keinen Fall jammern. Hier hilft wie immer die Betrachtung der Spieler als Angestellte. Sie gehen ihrem Beruf nach und wir Stufen den Sport zu häufig als Hobby ein. Nein, wir reden hier über kein Hobby, sondern einen Beruf. Der hat Rechte und Pflichten. Dankbarkeit ist eine mittelalterliche Vorstellung. Wir haben Verträge abgeschlossen und die Dankbarkeit mündet in einem Arbeitsvertrag. (Bezahlung-Leistung) Dieser beinhaltet Rechte und Pflichten. Genau hier liegt das Problem. Unsere Vereinsführer haben in diesem Fall schlecht verhandelt. Wieso stützt man eine "Dopingsau"? Entweder man sanktioniert ihn oder akzeptiert die Strafe und legt ihm eine entsprechende Vertragsverlängerung vor. Wo liegt das Problem? Ein Viertligaspieler, der ein Jahr auf der Tribüne sitzt, macht garantiert nicht auf sich aufmerksam. Das Soukou in Sachen Doping unterstützt wurde, lag darin, dass er unser bester Spieler war. Hier hat unser RWE in Eigennutz richtigerweise aggiert. Beim Wettskandal von schlechten Spielern, erfolgte ein Rauswurf. Denke da hat die Propaganda der Vereinsführung schön vom Missmanagment abgelengt. Achja, unter Siwert hat kein guter Spieler Lust zu arbeiten. :D Der hat sogar den besten Torjäger bei uns entlassen. Kevin Behrends...Wo spielt der eigentlich jetzt? Und wie viele Tore haben unsere Stürmer bis heute geschossen?

Deshalb gilt Steini: Er ist ein Profi und wir haben Vereinsvertreter, die ihren Job schlecht erfüllt haben in dem Fall. Hätte er etwas illegales gemacht, wären Sanktionen im Arbeitsrecht erfolgt.

Eigentlich sollten wir in der Liga das beste Sprungbrett sein. Entweder steigt man mit uns oder alleine auf. Lieber sollten Angestellte wie Pröger bei uns zocken. Wer lange bleibt ist entweder zu schlecht oder zu faul. Die vierte Liga darf für keinen Profispieler und erst recht nicht für unseren RWE das Ziel sein. Hat man ein gutes Management, verdient der Verein Geld. Win Win sozusagen.

14.09.2020 - 10:48 - Steini77

Wo Soukou noch um einen Platz in der ersten 11 arbeiten musste weil ihn nach der Jugend beim VFL keiner wollte war er froh das RWE im eine Bühne bieten konnte, nach start Schwierigkeiten in der 4 Liga hatte man an ihm festgehalten, ihn sogar einen längeren Vertrag angeboten, dann in der Vorbereitung zog er sich eine schwere Verletzung zu, kam zurück um wieder in das Lazarett zu gehen, erneute schwere Verletzung, nicht viele Vereine hätten hier einen Vertragsauflösung angestrebt, RWE hielt an Ihm fest. Dann mal eine Saison fast Verletzungsfrei mit guten Spielen, Es kam die Winterpause, es kam Lotte, er wurde als Bester Spieler zu Doping Kontrolle gerufen, diese War Positiv. RWE ging viele Wege um seine Unschuld zu beweisen (wie viele Vereine hätten das gemacht?) Er wurde für die Komplette Rückrunde Gesperrt, RWE hielt an Ihm Fest! Auf Grund seiner "guten " Leistungen zur neuen Saison wurde Aue auf ihm Aufmerksam, er würde gerne wechseln, RWE hielt lange an Ihm fest, weil man von Ihm und seinen Qualitäten überzeugt war (sein Vertrag wäre im folgenden Sommer ausgelaufen), er wollte beim ersten Ruf aus Liga 3 Wechseln, es kam keine Leistung mehr, so ließ man ihn zeihen (lieber etwas Kohle als gar nichts). Zur Sommer Vorbereitung sollte das Ablöse Spiele gegen Aue laufen, klar kommen ja gegen Aue für Soukou 20K Zuschauer..... es kamen 3k?....Soukou war weg, er hat Talent und die Fähigkeiten sowie den Ehrgeiz sich zu verbessern, Leider damals wenig Charakter und noch weniger Dankbarkeit. Vertrag ein Jahr verlänger zu selben Bezügen und dem Verein mal was zurück geben....kannte er damals nicht.. Klar kann man dann nur gutes über den Verein sagen, wenn man da immer auf Händen getragen wurde und die schützende Hand über einen war, ihn hätte doch nach dem Doping Vorwurf keiner mehr genommen....Er sollte sich mal wagen was negatives über RWE zu sagen, ich glaube er wäre nirgend sicher.....vor Pfiffen der Fans.....schade das kein Malura mehr in Essen spiet, ich hätte ich auf Soukou angesetzt, zwei Spieler noch in der ersten 20 min vom Platz ;) RWE mit 10 gegen 11 Armienen! GLÜCK AUF RWE

14.09.2020 - 10:42 - faselhase07

@Überholspur: hätten diese nicht erkannt, was er für ein Juwel ist, wäre er nicht nach den 12 Sekunden gegen Bremen und während seines Doping-Scheißs so unterstützt worden. Das er der Karriere folgt, ist akzeptabel, dann soll er aber hier nicht hinterher das scheiß Unschuldslamm spielen und sich als Vereinsfreund geben.

14.09.2020 - 10:10 - westkurver

Natürlich, sein Abgang und seine vorherige Leistungsunwilligkeit klingen übel nach. Dennoch, jung, ehrgeizig, wieder gesund und fühlt sich dazu verheizt in einer Mannschaft, die keine war. Jeder frage sich selbst, wie er reagiert hätte, wäre da die Möglichkeit sich zu verbessern. Na, ? Engelchen flattern durch den Himmel, hier müssen Scheine flattern.

14.09.2020 - 09:46 - RWE-ole

Sicherlich ein guter Fussballer. aber charakterlich extrem schwach.
Die Nummer, die er damals bei uns abgezogen hat, werde ich ihm niemals verzeihen.

14.09.2020 - 09:08 - überholspur

Hallo, westkurver und alle anderen RWE-Fans !
Bin bei deinem Lommentar absolut bei dir ! Wenn unsere damaligen Verantwortlichen inkl. Prof.Dr.Welling, unser sportl. Leiter Winkler und die anderen "Fachmänner" nicht erkannt haben, was dort für ein Diamant über den Rasen läuft, sind wir es selber schuld. Die Spieler sind alle, aber auch alle (!!) käuflich und somit hätte ich Soukou vertraglich so gebunden, dass eine stattliche Ablösesumme fällig gewesen wäre. Aber den heutigen Beratern waren unsere damaligen Amateure bei weitem nicht gewachsen !! Das gleiche Programm wurde bei Kevin Freiberger durchgezogen , dessen Vertrag wir nur verlängern mußten. Wer gestern FC Chemnitz gesehen hat, weiß, wovon ich spreche/schreibe. Statt dessen wird ein Platzek gehalten, der mit unserem Ziel "Aufstieg" absolut nicht kompatibel ist. Sicherlich ein verdienter Spieler, aber er war der Einäugige unter den Blinden mit immer viel Einsatz und Laufbereitschaft, aber der lag mehr am Boden oder im Abseits als dass er effektiv war. Ein Job auf der Geschäftsstelle als Jugendkoordinator oder ähnliches wäre geschickter gewesen und man hätte so auf diese Weise "Dankeschön" gesagt.
Es liegt noch viel Arbeit vor uns......

14.09.2020 - 09:02 - Bacardicola

Seinen Weg machen ist vollkommen richtig.. .man hat ja auch nur diese eine Karriere.
Aber das Fussballspielen einstellen, und somit den Abgang provozieren, geht garnicht !

14.09.2020 - 08:26 - westkurver

Holla, Holla, mal ruhig, bitte. Hätte er immer noch bei uns in der Regio herumkriechen sollen? Abgesehen davon hat man bei RWE schon gesehen, daß er mit seinem Talent in der Regio nix zu suchen hat. Und was für "Medizinmänner" hatte RWE damals als Trainer und in Schlüsselpositionen angestellt? Ne, Cebio hat einfach seinen Weg gemacht, Glückwunsch.

14.09.2020 - 08:10 - immerwiederrwe

Bei den schweren Verletzungen hat der Verein zu ihm gestanden
Bri dieser behämmerten Doping Nummer hat der Verein zu ihm gehalten.
Als Dank hat er sich beim ersten Interesse eines höheren Vereines hier in Essen sportlich verweigert.
Für mich ein undankbarer Hund.